Bei der Zwangsversteigerung einer Luxus-Immobilie in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte kommt es zu einer überraschenden Wendung: Der Termin am Freitag ist um eine Woche verschoben worden, nachdem zwei Gebote eingegangen sind. Das teilte das Amtsgericht Mitte am Freitag mit.
Gebote von 39 und 40 Millionen Euro sind eingegangen
Demnach liegen mittlerweile zwei Angebote für das Objekt vor, einmal über 40 und einmal über 39 Millionen Euro. Höchstbietende sei eine Luxemburgische Holding. Es seien die einzigen zwei Gebote gewesen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Bietzeit von mindestens 30 Minuten, sagte Gerichtssprecher Sebastian Jungnickel dem rbb.
Entscheidung ist verschoben
Zuerst sei demnach ein Gebot über 39 Millionen Euro abgegeben worden, danach folgte das zweite und höchste Gebot über 40 Millionen Euro. Weil anschließend keine weiteren Gebote mehr eingingen, hätten sich die Prozessbevollmächtigten der Gläubiger beraten und beantragt, am Freitag nicht über den Zuschlag zu entscheiden, sondern in einem separaten Termin.
Nach dem Willen des Gerichts soll die Entscheidung über den Zuschlag nun in der nächsten Woche am Freitag, 12 Uhr, fallen. Früher galt das Haus in der Friedrichstraße mit dem Titel „Q206“ oder „Quartier 206“ in Nachbarschaft zum Lafayette (Quartier 207) als eine der exklusivsten Adressen der Stadt.

Wert der Immobilie wird auf 187 Millionen Euro geschätzt
Zuletzt war der Wert der Immobilie noch auf einen Wert von 187 Millionen Euro beziffert worden. Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, der SPD-Politiker Ephraim Gothe, sagte im rbb24 Inforadio am Freitagmorgen, er könne sich vorstellen, dass die Summe am Ende höher ist.
Grundsätzlich rechne er mit einer Wiederbelebung der Friedrichstraße. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) müsse dazu nur die jüngsten Vorschläge umsetzen, die eine Verbreiterung der Gehwege und mehr Platz für Gastronomie auf der Friedrichstraße vorsehen. Die Immobilie umfasst rund 8.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche sowie etwa 15.000 Quadratmeter Büro- und Praxisfläche.
Immobilie wird im Jahr 1996 gebaut
Das „Quartier 206“ bildet die Mitte der Friedrichstadt-Passagen. Der Bau des Hauses war nach der Wende vom Projektentwickler Jagdfeld in Auftrag gegeben worden – so entstand eine Art-déco-inspirierte Luxus-Mall in der historischen Mitte Berlins, doch zuletzt standen in der Immobilie viele Läden und Büros jahrelang leer. Gebaut wurde das Haus 1996.




