Mit dem Ende des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland kräftig gestiegen. Nach Angaben des ADAC war Superbenzin der Sorte E10 am Mittwoch um 8 Uhr um 13,4 Cent teurer als zur gleichen Zeit am Dienstag. Bei Diesel fiel der Anstieg mit 15,6 Cent sogar noch stärker aus.
Tankrabatt in Deutschland ist nun Geschichte
Zusammen mit den bereits am Dienstagmorgen beobachteten Preisaufschlägen ist der Tankrabatt damit weitestgehend Geschichte. Der ADAC hatte bereits vor dem Auslaufen der Steuerentlastung darauf hingewiesen, dass die Entlastung brutto rund 16,7 Cent pro Liter ausmachte und zum 30. Juni endete.
Am Mittwochmittag sind die günstigen Preise dahin
Der Steuerrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter auf Kraftstoff bei der Lieferung an die Tankstelle war um Mitternacht ausgelaufen. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Tankstellen ihre Preise wegen der sogenannten 12-Uhr-Regel zwar nicht erhöhen. Offenbar hatten viele Anbieter nach dem starken Preissprung am Dienstagmittag ihre Preise anschließend aber nur wenig gesenkt.

Vereinzelt gab es am Mittwochmorgen zwar noch Tankstellen mit Preisen unter 1,80 Euro, vor allem bei Diesel. Mit der Preiserhöhung am Mittwochmittag dürften die meisten dieser günstigen Angebote aber verschwinden.
In Polen kostet Benzin 1,38 Euro pro Liter
Für viele Autofahrer stellt sich nun die Frage, ob sich Tanken im Nachbarland Polen wieder lohnt. Nach ADAC-Angaben lag der wöchentliche Mittelwert in Polen zuletzt bei 1,38 Euro pro Liter Benzin und 1,40 Euro pro Liter Diesel. Die Daten wurden am 26. Juni aktualisiert und beruhen laut ADAC auf Werten der Europäischen Kommission.
Zugleich weist der ADAC darauf hin, dass Kraftstoff mit 95 Oktan in Polen fast ausschließlich als E10 angeboten wird. Wer einen geringeren Bioethanol-Anteil tanken will, muss dort in der Regel auf hochoktanigen Premium-Kraftstoff ausweichen.
Fahrt nach Polen zum Tanken kann sich lohnen
Rein rechnerisch kann sich die Fahrt nach Polen also lohnen – aber längst nicht für alle. Vergleicht man die am Mittwochmorgen genannten deutschen Durchschnittspreise mit den ADAC-Mittelwerten für Polen, ergibt sich bei einer 50-Liter-Tankfüllung ein rechnerischer Vorteil von rund 29,55 Euro bei Benzin und rund 25,65 Euro bei Diesel. Dieser Vorteil schmilzt jedoch, sobald für die Fahrt zur Grenze zusätzlicher Kraftstoff verbraucht wird.
Bei einem Benziner mit etwa sieben Litern Verbrauch auf 100 Kilometer wäre der Vorteil ungefähr nach 214 Kilometern zusätzlicher Hin- und Rückfahrt aufgebraucht. Bei einem Diesel mit etwa sechs Litern Verbrauch wären es rund 223 Kilometer. Grundlage ist eine eigene Berechnung auf Basis der genannten deutschen Durchschnittspreise und der ADAC-Werte für Polen.
Polen will Deckelung der Kraftstoffpreise beenden
Für Grenzpendler, Menschen in unmittelbarer Nähe zu Polen oder Autofahrer, die ohnehin in Richtung Nachbarland unterwegs sind, kann Tanken in Polen deshalb aktuell attraktiv sein. Wer jedoch extra aus größerer Entfernung losfährt, sollte genau rechnen: Zeitaufwand, zusätzlicher Verbrauch, mögliche Umwege und regionale Preisunterschiede können den Vorteil schnell aufzehren.
Zudem ist die Lage in Polen selbst nicht sicher. Ministerpräsident Donald Tusk kündigte an, Polen werde die Maßnahmen zur Deckelung der Kraftstoffpreise im Sommer beenden. „Wir hatten während der gesamten Krise die billigsten Kraftstoffe in Europa, aber wir werden dieses Projekt diesen Sommer abschließen“, so Tusk.




