Timing zählt

Tankrabatt endet: Zu diesem Zeitpunkt tanken Sie am besten noch mal günstig

Der Tankrabatt endet und Autofahrer müssen sich auf höhere Spritpreise einstellen. Wann es teuer wird und wie Sie noch sparen können.

Author - Stefan Doerr
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Zum 1. Juli endet der Tankrabatt, die Preise für Benzin und Diesel werden in die Höhe schießen.
Zum 1. Juli endet der Tankrabatt, die Preise für Benzin und Diesel werden in die Höhe schießen.Marijan Murat/dpa

Jetzt wird’s wieder ernst an der Zapfsäule. Der Tankrabatt von rund 17 Cent pro Liter Sprit läuft zum 1. Juli aus, und mit ihm die kurze Phase der Entlastung für Autofahrer ausgerechnet vor dem Start der Ferienzeit. Also am besten noch mal volltanken, aber wann ist dafür der beste Zeitpunkt?

Wie stark ziehen die Preise an?

Für Kraftstoff, der ab dem 1. Juli die Raffinerie oder das Tanklager verlässt, gilt wieder die volle Energiesteuer. Das macht inklusive Mehrwertsteuer rund 16,7 Cent pro Liter aus. Christian Laberer, der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, warnt: „Es ist zu befürchten, dass die Preise in etwa um diese Summe nach oben gehen werden.“

Wann droht der große Preisschock?

Doch der Preisschock kommt nicht um Mitternacht, sondern erst mittags. Die sogenannte 12‑Uhr-Regel erlaubt Preissteigerungen nur zur Mittagszeit. Einige Tankstellen könnten deshalb schon am 30. Juni mittags kräftig aufschlagen oder am Nachmittag weniger stark senken. Der große Sprung dürfte aber am 1. Juli um Punkt zwölf kommen.

Eine Woche vor dem Aus des Tankrabatts sanken die Spritpreise noch mal deutlich.
Eine Woche vor dem Aus des Tankrabatts sanken die Spritpreise noch mal deutlich.© ADAC Grafik/ADAC/obs

Was viele nicht wissen: Eigentlich müssten die Spritpreise noch Anfang Juli niedrig bleiben. Denn entscheidend ist es nicht, wann Autofahrer tanken, sondern wann der Kraftstoff geliefert wurde. Eigentlich! Deshalb dürfte an den meisten Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch steuerlich begünstigter Sprit in den Tanks sein.

„Eigentlich dürften die Preise erst in den ersten Juli-Tagen steigen“, sagt Laberer. Aber daran glaubt er selbst nicht so recht. Die Erfahrung mit dem ersten Tankrabatt 2022 zeigte es. Sobald der Rabatt endet, geht’s mit den Preisen ruckartig nach oben.

Kosten Benzin und Diesel wieder über 2 Euro pro Liter?

Aber steigen die Preise wieder über die Zwei-Euro-Marke? Ganz so dramatisch muss es nicht kommen. Weil sich die Ölpreise zuletzt etwas entspannt haben, könnten die Preise trotz Wegfall des Tankrabatts unter der Zwei-Euro-Marke bleiben. „Wenn die Entspannung bei den Ölpreisen anhält, müssten die Spritpreise fairerweise auch ohne Tankrabatt unter 2 Euro bleiben“, sagt Laberer. Vor allem bei Diesel deuten die jüngsten Preise darauf hin. Der Preis für Benzin könnte dagegen an der Zwei-Euro-Marke kratzen.

Klettern die Spritpreise im Juli wieder über die Zwei-Euro-Marke pro Liter?
Klettern die Spritpreise im Juli wieder über die Zwei-Euro-Marke pro Liter?Bernd Weißbrod/dpa

Wie viel spart man zum günstigsten Volltank-Zeitpunkt?

Da der große Preissprung am 1. Juli um 12 Uhr zu erwarten ist, ist der 29. Juni der beste und sicherste Termin, nochmal günstig vollzutanken. Und zwar noch vor 12 Uhr. Sich daran zu halten, lohnt sich. Der ADAC berichtet von Preisunterschieden im Tagesverlauf von durchschnittlich 14,6 Cent je Liter bei Super E10 und sogar 18,4 Cent je Liter bei Diesel. Laberer: „Da es kurz vor dem täglichen Preissprung um 12 Uhr, wenn Benzin am billigsten ist, möglicherweise Schlangen an den Tankstellen geben könnte, sollte man dabei nicht zu knapp kalkulieren.“

Kam der Tankrabatt wirklich bei Autofahrern an?

Genau darüber wird bis heute gestritten. Während der Branchenverband en2x erklärt, die Steuersenkung vollständig weitergegeben zu haben, kommen Untersuchungen der Monopolkommission und des Ifo-Instituts zu einem anderen Ergebnis.

Demnach könnten zwischen 100 und 200 Millionen Euro der Steuerentlastung gar nicht bei den Verbrauchern angekommen sein. Besonders bei Diesel soll die Weitergabe schlechter funktioniert haben als bei Benzin.

Wie viel brachte der Tankrabatt überhaupt?

Der finanzielle Vorteil fiel für viele Autofahrer überschaubar aus. Ein typischer Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern Jahresfahrleistung sparte rechnerisch rund 33 Euro. Ein durchschnittlicher Benzinfahrer mit 9500 Kilometern kam auf etwa 21 Euro. Und das nur unter der Voraussetzung, dass die Steuerentlastung vollständig weitergegeben wurde.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com