Andreas Luthe brummt im Spiel gegen Mönchengladbach der Schädel. Foto: Imago/Contrast

Es war ein kurzer Schreck, der sich schließlich jedoch positiv auflöste. Im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach war Unions Keeper Andreas Luthe mit Mitspieler Robin Knoche und Gegenspieler Marcus Thuram zusammengerasselt, war benommen liegen geblieben und musste schließlich ausgewechselt werden. Einige Tage später ist jedoch klar: Alles nur halb so schlimm, Luthe hatte nur einen Brummschädel und konnte schon am Dienstag wieder normal mittrainieren. 

„Als ich danach auf dem Boden lag, habe ich noch gedacht, dass ich auf jeden Fall weitermachen kann. Doch als ich hochgezogen wurde, bin ich erst mal Karussell gefahren“, erinnert er sich. Rückblickend warnt er: „Gerade bei einer potenziellen Gehirnerschütterung müssen wir Profis vor uns selbst geschützt werden. Wir haben einfach den Drang, immer weiterzuspielen und es gibt Momente, in denen das gefährlich werden kann.“

Rückkehr gegen Mainz

Bei der eisernen Nummer eins wurde es zum Glück nicht gefährlich. Und so kann Luthe auch beim FSV Mainz 05 wieder den Kasten hüten, wie er das in allen Ligaspielen zuvor bereits mit Bravour erledigt hat. Einzige Ausnahme: Das Derby gegen Hertha BSC (1:3), bei dem Luthe nicht ganz sicher wirkte, die Gegentreffer aber auch nicht allein verschuldete. „Ich weiß, dass das Spiel gegen Hertha BSC sicher nicht mein stärkstes Spiel für Union war“, erklärt Luthe heute, bekräftigt aber auch: „So etwas wirft mich aber nicht aus der Bahn. Wichtig ist, dass wir danach hart dafür gearbeitet haben, dass ich mich wieder steigern konnte.“

Dem gebürtigen Velberter ist es ohnehin lieber, wenn er jenseits des Rampenlichts an seinem Spiel arbeiten kann. „Ich bin kein Schauspieler, der gern im Mittelpunkt stehen möchte. Mir geht es darum, dass wir als Mannschaft Spiele gewinnen.“

Das würde er am liebsten noch viele Jahre machen. Für ihn ist derzeit ausgeschlossen, dass er nach seinem 2022 auslaufenden Vertrag die Torwarthandschuhe an den Nagel hängt: „Mit 34 kenne ich mich so gut, dass ich auf jeden Fall noch weiterspielen will. Ich will auch nicht mit meinem 20 Jahre alten Torwart-Ich tauschen. Und habe auch gar keine großen Ziele mehr. Ich will einfach noch auf dem höchstmöglichen Niveau spielen.“ Wenn er weiter so eifrig die Bälle für die Eisernen wegfängt, kann er das in Köpenick auf alle Fälle – und sicher auch über das Jahr 2022 hinaus.