Eisern ehrlich

Also doch! Steffen Baumgart legt Union-Geständnis ab

Der Trainer der Eisernen räumt vor dem Duell beim 1. FC Heidenheim mit einer Floskel im Abstiegskampf auf.

Author - Sebastian Schmitt
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Steffen Baumgart kämpft mit dem 1. FC Union Berlin um den Klassenerhalt in der Bundesliga und gibt dabei ehrliche Einblicke.
Steffen Baumgart kämpft mit dem 1. FC Union Berlin um den Klassenerhalt in der Bundesliga und gibt dabei ehrliche Einblicke.Matthias Koch/imago

Steffen Baumgart redet nicht drum herum. Während viele Trainer Woche für Woche die gleichen Floskeln bedienen, räumt der Trainer des 1. FC Union Berlin vor dem Duell beim 1. FC Heidenheim (Sonnabend, 15.30 Uhr, Sky) mit einer dieser Fußball-Legenden auf.

Union-Trainer Baumgart rechnet

Dieses „Wir schauen nur auf uns“ glaubt Baumgart selbst nicht. „Ich finde es interessant, wenn ich höre, keiner schaut auf die Tabelle und keiner zählt die Punkte“, sagt Unions Cheftrainer – und grinst fast dabei.

Denn genau das tut er. Und zwar ziemlich genau. „Ich schaue auf die Tabelle, auf die Spieltage und darauf, wer gegen wen spielt.“ Es ist ein Geständnis, das zeigt: Union weiß ganz genau, worum es geht. Und gegen wen. Und wann.

Heidenheim ist für Union Chance und Gefahr

Sechs Spiele bis zum Saisonende – und ein Vorsprung, der trügerisch wirkt. Sieben Zähler auf den Relegationsplatz, gehalten durch das 1:1 gegen St. Pauli. Kein Befreiungsschlag, aber auch kein Rückschritt. Ein Punkt, der im Abstiegskampf zählt. Einer von denen, die am Ende den Unterschied machen können.

Union-Trainer Steffen Baumgart hat im Abstiegskampf auch die direkten Konkurrenten genau im Blick.
Union-Trainer Steffen Baumgart hat im Abstiegskampf auch die direkten Konkurrenten genau im Blick.O. Behrendt/imago

Klar ist: Das Spiel in Heidenheim wird für Union zum Prüfstein. Gegen den Tabellenletzten, der gegen die Köpenicker im Abstiegskampf nach dem letzten Strohhalm greift – mehr Druck geht kaum. Für Union ist es die große Chance, den Klassenerhalt so gut wie perfekt zu machen.

Union muss im Angriff gefährlicher werden

Baumgart weiß das. Und er formuliert es klar: „St. Pauli spielt gegen Bayern und wir wollen in Heidenheim ein Erfolgserlebnis haben – und schon wären wir unserem Ziel einen Schritt näher.“

Stürmer Andrej Ilic trifft endlich wieder und will in Heidenheim nach seinem Tor gegen St. Pauli direkt nachlegen. Mit einem Sieg ist Union Berlin dem Klassenerhalt ganz nah.
Stürmer Andrej Ilic trifft endlich wieder und will in Heidenheim nach seinem Tor gegen St. Pauli direkt nachlegen. Mit einem Sieg ist Union Berlin dem Klassenerhalt ganz nah.O. Behrendt/imago

Damit das gelingt, muss Baumgarts Offensive endlich gefährlicher werden. Union arbeitet, rennt, kämpft – aber vorne fehlt die Durchschlagskraft. Tore sind Mangelware, Chancen auch. Gegen St. Pauli reichte der ganze Aufwand nur für eins. Nach einer Ecke. Zu wenig, um Spiele früh zu entscheiden. Genug, um im Rennen zu bleiben.

Keine Floskeln: Baumgart mit Union-Geständnis

Und genau darum geht es jetzt. Nicht glänzen, nicht zaubern – sondern liefern. Punkte holen. Spiele gewinnen. Baumgart hat seine Mannschaft nach einem kurzen Durchhänger zurück in die Spur geführt, zurück zu den Basics: Intensität, Zweikämpfe, Klarheit.

Die eisernen Tugenden werden auch im Schwabenland benötigt. Heidenheim wird für Union zum Charaktertest. Ein Sieg – und der Klassenerhalt ist greifbar. Ein Patzer – und das Zittern geht weiter.

Baumgart weiß das. Und diesmal sagt er es auch. Ohne Ausflüchte. Ohne Floskeln. Eisern ehrlich eben.