Eiserne Sorgen

„Frechheit“: Rani Khedira wütet nach Union-Blamage

Die Eisernen liefern in Heidenheim einen desolaten Aufritt ab. Trainer Steffen Baumgart fordert eine Reaktion im Abstiegskampf der Bundesliga.

Author - Sebastian Schmitt
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Rani Khedira ärgert sich über die Niederlage und vor allem die Leistung des 1. FC Union Berlin beim 1. FC Heidenheim.
Rani Khedira ärgert sich über die Niederlage und vor allem die Leistung des 1. FC Union Berlin beim 1. FC Heidenheim.Bruno Dietrich/City-Press

Auweia, 1. FC Union Berlin! Die Eisernen verlieren beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim – und liefern im Abstiegskampf der Bundesliga einen Auftritt, der Fragen aufwirft. Nach dem 1:3 (0:2) kochen die Emotionen hoch, vor allem bei Rani Khedira. Auch Trainer Steffen Baumgart und Torschütze Leopold Querfeld finden klare Worte. Die Niederlage trifft Union ins Mark – und kommt zur Unzeit.

Rani Khedira platzt der Kragen

Union Berlin taumelt. Und diesmal sind es nicht nur verlorene Punkte, sondern klare Worte aus der eigenen Kabine, die nachhallen. Nach dem 1:3 in Heidenheim platzt Neu-Nationalspieler Rani Khedira der Kragen – und trifft mit seiner Analyse mitten ins Herz des Problems. „Es war ein desolater Auftritt von uns, eine Frechheit“, sagt der Mittelfeldchef nach Abpfiff. Deutlicher geht es nicht.

Dabei war die Ausgangslage klar. Gegen den Tabellenletzten sollte ein Schritt Richtung Klassenerhalt gelingen. Stattdessen liefert Union einen Auftritt, der in seiner Wirkung brutal ist. Kaum Zugriff, zu viele Fehler, zu wenig Wucht. Ein Spiel, das kippt, weil Union es selbst aus der Hand gibt.

Union-Verteidiger Leopold Querfeld sprachlos

Leopold Querfeld ringt nach dem Spiel um Worte. „Es fällt mir schwer, das Spiel in Worte zu fassen“, sagt der Torschütze zum zwischenzeitlichen Anschluss. Der Start sei „gar nicht so schlecht“ gewesen, doch dann folgen „zwei einfache Gegentore“. Fehler, die sich Union in dieser Phase der Saison nicht leisten darf. „Wir haben es einfach versäumt, unsere Leistung auf den Platz zu bekommen“, so Querfeld.

Gesichter, die tief blicken lassen: Diogo Leite und Frederik Rönnow sind nach der Pleite des 1. FC Union Berlin in Heidenheim maximal bedient.
Gesichter, die tief blicken lassen: Diogo Leite und Frederik Rönnow sind nach der Pleite des 1. FC Union Berlin in Heidenheim maximal bedient.Bruno Dietrich/City-Press

Genau das ist der Kern. Union bleibt vieles schuldig. Intensität fehlt. Klarheit fehlt. Der letzte Wille fehlt. Gerade in einem Spiel, das so viel Bedeutung hat. Statt ein Zeichen zu setzen, liefert die Mannschaft einen Rückschritt.

Union-Trainer Steffen Baumgart fordert Reaktion

Auch Trainer Steffen Baumgart spart nicht mit Kritik. „Unabhängig von dem enttäuschenden Ergebnis sind wir auch von unserer Leistung enttäuscht“, sagt der Coach. Seine Mannschaft habe es „nicht geschafft, über die 90 Minuten auf Augenhöhe mit den Heidenheimern zu agieren“. Worte, die sitzen. Worte, die zeigen: Das Problem liegt tiefer.

Einziger eiserner Lichtblick: Mega-Talent Linus Güther feiert drei Tage nach seinem 16. Geburtstag für den 1. FC Union Berlin in Heidenheim sein Debüt in der Bundesliga.
Einziger eiserner Lichtblick: Mega-Talent Linus Güther feiert drei Tage nach seinem 16. Geburtstag für den 1. FC Union Berlin in Heidenheim sein Debüt in der Bundesliga.Bruno Dietrich/City-Press

Und doch blickt Baumgart nach vorn: „Jetzt müssen wir im Training beweisen, dass wir es nächstes Wochenende besser machen wollen.“ Es ist der Versuch, den Fokus zu halten. Denn die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos.

Fünf Bundesliga-Spiele, fünf Union-Chancen

Fünf Spiele bleiben. Fünf Chancen. Am Sonnabend kommt nach dem FC St. Pauli (1:1) mit dem VfL Wolfsburg das nächste Kellerkind nach Köpenick. Khedira klammert sich an den Glauben: „Ich bin davon überzeugt, dass so viel Qualität in der Mannschaft steckt, dass wir es am Ende über die Ziellinie bringen können.“ Ein Satz, der Mut machen soll. Aber auch einer, der Druck erzeugt.

Fakt ist: Solche Auftritte wie in Heidenheim darf sich Union nicht mehr leisten. Ansonsten geraten die Eisernen auf der Zielgeraden der Saison doch noch so richtig in den Abstiegskampf.