Nach den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo folgt für Deutschlands Medaillengewinner der Zahltag. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe verteilt die Prämien.
Viele Neuerungen bei der Auszahlung der Prämien
In diesem Jahr bringt die Auszahlung allerdings mehrere Neuerungen mit sich: höhere Summen, steuerfreie Boni und das Aus für Prämien ab Platz vier.
Prämien werden nach Jahren mal wieder angehoben
Erstmals seit Jahren wurden die Prämien spürbar angehoben. Für eine Goldmedaille gibt es nun 30.000 Euro statt bislang 20.000 Euro. Silber wird mit 20.000 Euro honoriert, vorher waren es 15.000 Euro. Für Bronze gibt es wie bisher 10.000 Euro. Neu ist zudem, dass die Prämien erstmals steuerfrei sind.
Insgesamt werden nach den Spielen in Italien rund 740.000 Euro ausgeschüttet – ein ähnlicher Betrag wie bei den Winterspielen 2022 in Peking, als mehr als 700.000 Euro an die Athleten gingen.

Jeder Athlet erhält nur eine Prämie
Konkret erhalten die 14 Sportler, die an acht Goldmedaillen beteiligt waren, zusammen 420.000 Euro. Zehn Silbermedaillengewinner bekommen insgesamt 200.000 Euro, zwölf Bronze-Medaillengewinner 120.000 Euro.
Unverändert bleibt: Jeder Athlet erhält nur eine Prämie – auch bei mehreren Medaillengewinnen. Doppel-Olympiasieger wie Max Langenhan, Julia Taubitz (beide Rodeln), Johannes Lochner oder Georg Fleischhauer (beide Bob) bekommen somit jeweils einmal 30.000 Euro. Auch Emma Aicher (Ski Alpin), die zwei Silbermedaillen gewonnen hat, profitiert nicht von einer doppelten Auszahlung.
Prämie wird nur in Monatsraten ausgezahlt
Durch diese Regelung, die bereits seit Jahren besteht, werden rund 340.000 Euro nicht ausgeschüttet. Sie soll verhindern, dass Athleten mit mehreren Startmöglichkeiten gegenüber Sportlern mit nur einer Medaillenchance bevorzugt werden.
Zudem erfolgt die Auszahlung nicht auf einen Schlag, sondern verteilt über ein Jahr in zwölf Monatsraten.

Keine Prämien mehr für Platz vier bis acht
Für Diskussionen sorgt vor allem eine weitere Neuerung. Die bisherigen Prämien für die Plätze vier bis acht wurden gestrichen. Bislang gab es 5000 Euro für Rang vier, 4000 Euro für Rang fünf, 3000 Euro für Rang sechs, 2000 Euro für Rang sieben und 1500 Euro für Rang acht.
Gerade angesichts zahlreicher vierter Plätze trifft diese Entscheidung viele Athleten hart. 17 Teilnehmer erreichten Rang vier. Allein hier entfallen potenzielle Zahlungen in Höhe von 85.000 Euro. Insgesamt summieren sich die nicht mehr vorgesehenen Prämien bis Platz acht auf mehr als 150.000 Euro.
94 Prozent des Olympia-Teams erhalten Unterstützung
Bei Teamwettbewerben wie im Eishockey wäre bislang ein Gutachterausschuss der Sporthilfe für die Bewertung zuständig gewesen. Zweier- oder Viererteams erhalten in der Regel dieselbe Prämie wie Einzelstarter. Durch die neue Regelung entfallen jedoch auch hier entsprechende Zahlungen außerhalb der Medaillenränge.
Prämien erhalten ausschließlich Sportler, die eine Fördervereinbarung mit der Stiftung unterzeichnet haben. Aktuell werden 174 von 185 Olympiateilnehmern unterstützt. Das entspricht 94 Prozent des Teams.
3,6 Millionen Euro in den letzten vier Jahren
Über den Vierjahreszeitraum seit März 2022 bis zu den aktuellen Spielen flossen rund 3,6 Millionen Euro an die Olympia-Teilnehmer. Im Verlauf ihrer jeweiligen Karrieren summiert sich die Unterstützung auf insgesamt etwa acht Millionen Euro.






