Der emotionale Wert ist unbeschreiblich, der finanzielle hingegen überschaubar. Seit einigen Tagen kämpfen Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo um Gold, Silber und Bronze.
Olympia-Bronze ist materiell nicht mal 5 Euro wert
Die Medaillen haben – materiell gesehen – jedoch einen höchst unterschiedlichen Wert. Während Gold und Silber im vierstelligen Bereich liegen, ist Bronze nicht einmal einen Fünfer wert.
Bronze ist kein Edelmetall und dadurch deutlich günstiger
Der Grund: Bronze ist kein Edelmetall. Es ist eine Legierung, die aus mindestens 60 Prozent Kupfer besteht. Hinzu kommen häufig auch Nicht-Edelmetalle wie Zinn, Aluminium oder Blei.
Bronze ist somit ein Halbedelmetall und gilt als korrosionsbeständiges Buntmetall, das neben Medaillen auch für Kunstguss oder technische Anwendungen genutzt wird. Wegen seiner Zusammensetzung ist Bronze deutlich günstiger und weniger edel als Gold oder Silber. Die aktuelle Bronzemedaille besteht aus 420 Gramm Kupfer und bringt es auf einen Materialwert von etwa 4,60 Euro (Stand: 10. Februar).
Goldmedaille ist knapp 2000 Euro wert
Anders sieht es bei Gold und Silber aus. Die beiden Edelmetalle sind deutlich mehr wert. An der Börse gingen die Kurse in den vergangenen Monaten deutlich nach oben und erreichten Höchststände. Zuletzt verloren sie aber an Wert.
Die aktuelle Goldmedaille besteht aus 500 Gramm Feinsilber und sechs Gramm Feingold. Der Materialwert liegt bei etwa 1925 Euro. Die Silbermedaille wird aus 500 Gramm Feinsilber gefertigt und hat einen Wert von circa 1100 Euro.

Letzte reine Goldmedaille gab es bei Olympia 1912
Was sich auf den ersten Blick wenig anhört, ist im Vergleich zu den Sommerspielen 2024 in Paris eine deutliche Steigerung. Damals hatte eine Goldmedaille einen Wert von nur rund 730 Euro.
Kurios: Die letzte olympische Goldmedaille aus reinem Gold gab es bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Die Medaille wog damals 26 Gramm und war knapp 20 US-Dollar wert. Heute wäre sie mehr als 4000 Euro wert. Insgesamt werden dieses Jahr mehr als 700 Medaillen an die besten Wintersportler vergeben. Die Gewinner erhalten Medaillen, die aus recyceltem Metall hergestellt wurden.
Diese Prämien gibt es für deutsche Medaillengewinner
So unterschiedlich die Medaillen wert sind, so unterschiedlich sind auch die Prämien der einzelnen Länder. Und Deutschland zeigt sich im Vergleich ziemlich knauserig.
Erstmals überhaupt kommen die deutschen Sportler in den Genuss, Prämien für Gold, Silber und Bronze voll ausgezahlt zu bekommen. Ein Olympiasieg bringt 30.000 Euro, für Silber gibt es 20.000 Euro, Bronze wird immerhin noch mit 10.000 Euro honoriert. Bisher war es so, dass die Medaillengewinner teilweise mehr als 50 Prozent Steuern auf ihre Prämie zahlen mussten.
Singapur zahlt bei Olympia 2026 die höchste Prämien
„Die Steuerbefreiung der Sporthilfe-Medaillenprämien ist vonseiten der Politik ein starkes Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen der Athletinnen und Athleten“, begrüßte Schwimmlegende Franziska van Almsick, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Sporthilfe, die Entscheidung. Für die Plätze vier bis acht gibt es kein Geld.
International gesehen liegt Deutschland damit nur im unteren Drittel. An der Spitze thront Singapur. Das Land zahlt umgerechnet knapp 661.000 Euro – für eine einzige Medaille. In Hongkong gibt es 645.000 Euro, in Taiwan 601.000 Euro.
In Polen gibt es monatliche Rentenzahlungen
Polen zahlt für einen Olympiasieg eine Sofortprämie von rund 178.000 Euro. Hinzu kommen monatliche Rentenzahlungen von 1214 Euro ab dem 40. Lebensjahr. In den USA gibt es für Gold knapp 31.500 Euro. Kanada zahlt etwa 12.379 Euro, Frankreich 80.000 Euro, Italien etwa 150.000 Euro. Großbritannien zahlt keine staatlichen Medaillenprämien.
Ganz unten rangiert Neuseeland mit rund 2518 Euro für Gold.




