Olympia 2026

Deutsche Influencerin erfüllt sich ihren Olympiatraum und startet für Südafrika

Lara Markthaler geht bei Olympia 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo für Südafrika im Ski Alpin an den Start. Das ist ihre beeindruckende Geschichte.

Author - Sebastian Krause
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Lara Markthaler aus München startet bei Olympia im Ski Alpin für Südafrika und erfüllt sich einen Lebenstraum.
Lara Markthaler aus München startet bei Olympia im Ski Alpin für Südafrika und erfüllt sich einen Lebenstraum.Lara Markthaler/Instagram

Sie erfüllt sich einen Lebenstraum – und schreibt Geschichte. Lara Markthaler aus München startet bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die 18-Jährige geht aber nicht für Deutschland an den Start, sondern für Südafrika.

Als erste alpine Skirennläuferin überhaupt tritt die gebürtige Schwabingerin bei Olympia für Südafrika an – also für ein Land, in dem es nur ein einziges Skigebiet gibt. Ihre Premiere feiert Markthaler am 15. Februar im Riesenslalom – an ihrem 19. Geburtstag.

Markthaler nimmt bereits an Olympischen Jugend-Winterspielen teil

Ihren Start bei Olympia macht eine besondere Konstellation möglich. Sie hat einen deutschen Vater und eine südafrikanische Mutter. Dadurch besitzt sie beide Staatsbürgerschaften und darf für Südafrika an den Spielen teilnehmen.

Einen Vorgeschmack auf das, was sie bei Olympia erwartet, erlebte sie bereits 2024 bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Gangwon. Dort durfte sie bei der Eröffnungsfeier die südafrikanische Flagge tragen. Sportlich sorgte sie im Super-G, Slalom, in der Kombination und im Riesenslalom für Aufsehen.

Vater ist großer Unterstützer und Helfer

Dass sie es nun sogar bis zu den großen Spielen geschafft hat, verdankt sie ihrem Vater, der ihr großer Unterstützer, Trainer und Manager ist. Seit einem halben Jahr lebt das Duo in Cortina, wo sie intensiv für ihren Traum trainiert haben.

180 Tage im Jahr stehe sie auf den Latten, der Vater ist „Serviceman, Trainer, Chauffeur und Psychologe in einer Person“, sagt sie dem „Münchner Merkur“. „Natürlich kracht es auch mal. Im Leistungssport ist nicht alles nur rosig. Aber wir geben uns den nötigen Freiraum und dann geht es wieder“, beschreibt sie das gemeinsame Leben ehrlich. Da sie als einzige Fahrerin für Südafrika unterwegs ist, hat sie kein festes Trainingsteam.

Lara Markthaler beim Ski-Alpin-Rennen in Flachau.
Lara Markthaler beim Ski-Alpin-Rennen in Flachau.Igor Kupljenik / SPP/imago

2011 zieht die Familie nach Kanada um

Ihr Weg zu Olympia ist außergewöhnlich. Bis zu ihrem 8. Lebensjahr wuchs sie in München auf. 2011 wanderte die Familie nach Whistler in Kanada aus. Dort widmete sie sich nicht nur dem Skisport, sondern auch dem Mountainbiking. Anschließend zog es sie zurück nach Europa. In Cortina ist sie nun heimisch geworden.

Was hat nun aber den Ausschlag für Südafrika und den Skisport gegeben? Die Entscheidung fiel wegen der geringeren Verletzungsgefahr: „Beim Mountainbiken in Whistler flog der Heli in Dauerschleife“, erklärt Markthaler dem „Merkur“.

Markthaler will in Südafrika eine Ski-Community aufbauen

Und für das Land ihrer Mutter zu starten, erwies sich als taktischer Vorteil. So umging sie den größeren Konkurrenzkampf im Deutschen Skiverband. „Ich repräsentiere Südafrika sehr gerne und hoffe, dass ich einige Kinder inspirieren kann. Es wäre toll, dort vielleicht auch eine kleine Ski-Community aufzubauen. Südafrika ist bei den Sommerspielen sehr erfolgreich. Warum nicht auch bei den Winterspielen? Ich arbeite daran“, sagt sie gegenüber „Olympics.com“.

Seit Südafrikas Debüt bei den Olympischen Winterspielen 1960 haben insgesamt fünf Frauen das Land im Eiskunstlauf und im Shorttrack vertreten. Nun kommt mit Lara Markthaler die erste südafrikanische Skirennläuferin dazu.

Influencerin hat 111.000 Follower auf Instagram

Sie ist damit nicht nur sportlich ein weiterer bunter Farbklecks im Olympiazirkus, sondern auch optisch – vor allem durch ihren pinkfarbenen Pferdeschwanz. Den präsentiert sie gern auch auf Social Media, wo die Influencerin auf Instagram 111.000 Follower hat. Dort zeigt sie sich regelmäßig beim Skifahren, Mountainbiken, Kitesurfen oder auf Reisen.

Zu ihren markanten Haaren kam sie aus einer Laune heraus. Als sie mit 12 Jahren auf Homeschooling umstieg, hatte sie Lust, sich die Haare zu färben. Schließlich störte es niemanden. Heute ist der pinke Pony ihr Markenzeichen unter ihrem Rennhelm. „Viele meiner Instagram-Follower sehen mich damit und sagen zu mir: ‚Hey, ich hab dich an deinen pinken Haaren erkannt‘ Und so kennen mich mittlerweile viele Leute damit“, sagt sie bei „Olympics.com“.

Am Mittwoch, wenige Tage vor der Eröffnung schreibt sie auf ihrer Instagram-Seite: „Es ist endlich soweit. Träume werden wahr!“

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com