Von Stricken bis Scherenschnitt

Diese kuriosen Hobbys haben die Stars bei Olympia 2026

Was machen die Olympiastars eigentlich abseits von Training und Wettkampf? Der KURIER zeigt Athleten mit ihren kuriosen Hobbys.

Author - Sebastian Krause
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US-Langläufer Ben Ogden verbringt seine freie Zeit während der Olympischen Spiele am liebsten mit Stricken.
US-Langläufer Ben Ogden verbringt seine freie Zeit während der Olympischen Spiele am liebsten mit Stricken.ben.0gden/Instagram

Zweimal Silber um den Hals – und plötzlich Zeit. Was macht ein Athlet, der bei den Olympischen Winterspielen sportlich alles abgerufen hat? Ben Ogden greift zu Stricknadeln.

Doppeltes Edelmetall, doppelter Jubel

Der 26-jährige US-Langläufer schrieb mit Silber im Sprint ein kleines Stück Sportgeschichte. Es war die erste Langlauf-Medaille für die USA seit 50 Jahren. Wenige Tage später legte er nach. Gemeinsam mit Teamkollege Gus Schumacher holte er auch im Team-Sprint Silber. Doppeltes Edelmetall, doppelter Jubel.

Ogden liegt mit Medaillen im Bett und strickt

Und danach? Entspannung auf ungewöhnliche Art. Auf Instagram zeigte sich Ogden im Bett liegend, die beiden Silbermedaillen lässig um den Hals. Und mit konzentriertem Blick auf sein neuestes Projekt: ein Paar Handschuhe.

Masche für Masche, ruhig und präzise. „Es ist eine tolle Möglichkeit, sich zu entspannen“, sagte er nach seinem ersten Coup dem „Guardian“.

Gestrickte Handschuhe sind das nächste Projekt

Stricken ist für Ogden mehr als Zeitvertreib. Eine Mütze und einen Pullover hat er in dieser Saison bereits gefertigt. Wie viele Stunden Arbeit darin stecken, ist nicht bekannt. Sein aktuelles Vorhaben allerdings ist ambitioniert.

Die Handschuhe sollen die französische Nationalfigur Jeanne d’Arc zeigen. „Die Kunstwerke sind wirklich klein, da habe ich mir vielleicht etwas zu viel vorgenommen. Für mich ist es eine tolle Möglichkeit, einfach mal abzuschalten. Ich sehne mich sehr danach, Dinge erschaffen zu können“, zitierte ihn Reuters.

Extra für Olympia Wolle aus Island bestellt

Die Resonanz im Netz ist durchweg positiv. Unter dem Video sammeln sich begeisterte Kommentare. „Das ist fantastisch! Wir brauchen mehr männliche Medaillengewinner zum Stricken“, schreibt ein Fan. Ein anderer lobt schlicht: „Ziemlich talentiert.“

Dabei passt die kreative Ader durchaus zu Ogdens Auftreten. Nach seinem Medaillengewinn überraschte er mit einem Rückwärtssalto vom Siegerpodest. Dass derselbe Athlet wenig später mit Wollknäueln und Nadeln zur Ruhe kommt, wirkt wie die andere Seite derselben Medaille. „Ich habe alle möglichen Wollknäuel mitgebracht“, sagte er über sein besonderes Olympiagepäck. Selbst Wolle aus Island hatte er kurz vor den Spielen bestellt.

Das US-Langlaufduo Gus Schumacher (li.) und Ben Ogden gewinnt im Teamsprint bei den Olympischen Spielen Silber.
Das US-Langlaufduo Gus Schumacher (li.) und Ben Ogden gewinnt im Teamsprint bei den Olympischen Spielen Silber.GEPA pictures/ Matthias Trinkl/imago

Schweizer entdeckt Scherenschnitt für sich

Ben Ogden ist nicht der einzige Olympionike, der ein außergewöhnliches Hobby hat. Der Schweizer Biathlet Joscha Burkhalter hat vor gut einem Jahr Scherenschnitt für sich entdeckt. „Das ist ja perfekt, um abzuschalten!“, sagte er dem „Blick“.

Der in diesem Winter beste Schweizer Biathlet, der das Männer-Team bei den Spielen anführt, war bewusst auf der Suche nach „etwas Traditionellem aus meiner Heimat“, wie er erklärte. „Scherenschnitte haben mich aufgrund der haargenauen, filigranen Arbeit schon immer fasziniert, richtig ausprobiert habe ich es dann aber erst im Rahmen eines Workshops.“ Seitdem weiß er genau, wie er zwischen Training und Wettkampf abschalten kann.

Snowboardfahrer spielt Mundharmonika

Der schweizerisch-brasilianische Snowboarder Patrick Burgener verbringt neben dem Sport viel Zeit mit Musik. Er spielt Gitarre, Mundharmonika und Schlagzeug und schreibt Songs. Bereits seit 2014 ist er auch als Musiker aktiv.  

Im August 2021 wurde er vom Radio SRF 3 zum „Best Talent“ gekürt – eine Auszeichnung, mit der das Schweizer Radio und Fernsehen aufstrebende Musik-Acts ehrt. Er trat solo oder mit seiner Band bei verschiedenen Festivals und Veranstaltungen in der Schweiz auf.

Dominik Paris singt in einer Death-Metal-Band

Musikalisch wird es auch bei Dominik Paris. Der italienische Skirennläufer ist Sänger der Death-Metal-Band Rise of Voltage, die im Sommer 2018 ihr Debütalbum Time veröffentlichte. „Ich bin auf jeden Fall ein besserer Skifahrer“, sagte Paris einmal der Associated Press. „Aber wer öfter mal Metal hört, der weiß, dass ich gar nicht so schlecht bin.“

Seine Band gründete Paris 2017 gemeinsam mit seinem Bruder Lukas an der Gitarre und den Bandmitgliedern Frank Pichler (Bass) und Florian Schwienbacher (Schlagzeug). Sechs Jahre nach dem Debütalbum veröffentlichte die Gruppe mit ESCAPE eine Nachfolgerplatte.

Für Paris ist die Musik nicht nur ein Hobby, sondern ein kreatives Ventil neben dem Skisport, wie er in einigen Interviews bestätigte. Er sagte, dass das Schreien auf der Bühne körperlich anstrengender sei als eine Skiabfahrt, weil es Geduld, Ausdauer und Bühnenpräsenz erfordere.

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