Selbst in der langen Geschichte der Olympischen Winterspiele gab es das noch nie. Einst fuhr Sarah Schleper mit ihrem Sohn auf dem Arm die Piste hinunter, nun schreibt sie mit ihm Olympia-Geschichte. Die Skirennfahrerin bestreitet in Italien ihre siebten Winterspiele – gemeinsam mit dem 18-jährigen Lasse Gaxiola. Ein Novum.
Sarah Schleper trägt die mexikanische Fahne
Mutter und Sohn als Aktive bei den gleichen Winterspielen. Das gab es nach Angaben der Organisatoren noch nie. „Sehr emotional“ sei das für sie beide, sagte die 46-jährige Schleper. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag hatte sie die mexikanische Fahne getragen. Insgesamt treten für Mexiko fünf Athletinnen und Athleten an.
Großer Lebenstraum geht in Erfüllung
„Es war ein Ziel, das wir schon seit vielen Jahren hatten“, sagte Schleper über den gemeinsamen Olympia-Start in Mailand und Cortina d’Ampezzo. „Es ist sehr aufregend, und es ist unser Leben. Seit vielen Jahren dachten wir, dass es passieren könnte, und jetzt zu sehen, dass es tatsächlich passiert, ist schwer zu begreifen.“
Für Schleper, die ihre ersten Olympischen Spiele 1998 in Nagano bestritten hatte, fühlt es sich „überwältigend“ an. Gleichzeitig sei es auch irgendwie normal und doch „etwas ganz Besonderes“.

Schleper fährt mit ihrem Kind auf dem Arm Piste runter
Eigentlich hatte Schleper ihre Karriere im Dezember 2011 schon beendet. Beim Slalom-Weltcup im österreichischen Lienz war sie statt im Rennanzug nur in einem Kleid angetreten, hatte an einer Zwischenzeit abgestoppt und war von da an mit ihrem damals dreijährigen Sohn auf dem Arm weitergefahren. Die Bilder gingen um die Welt.
Später nahm die in den USA geborene Athletin die Staatsbürgerschaft ihres mexikanischen Ehemannes an, kehrte vereinzelt in den Weltcup und vor allem zu Großereignissen mehrfach auf die internationale Ski-Bühne zurück.
Schleper: „Meine Haare sind etwas grau, das ist alles“
Um vordere Plätze dürften in Cortina und Bormio weder Schleper noch Lasse Gaxiola mitfahren. Während seine Mutter schon zahlreiche internationale Wettkämpfe erlebt hat, ist Gaxiola noch gänzlich unerfahren.
Dennoch: Die Vorfreude ist riesengroß. „Meine Haare sind etwas grau, das ist alles. Ich fühle mich gut“, sagte Schleper mit einem Lächeln. Sie sei gespannt und wolle ihr Bestes geben. „Ich denke, ich fahre immer noch ziemlich gut Ski, wenn man bedenkt, dass ich nicht so viel trainiere wie die jüngeren Athletinnen.“





