Start im Alpin-Sport

Mutter-Sohn-Duo schreibt bei Olympia 2026 Geschichte

Zum ersten Mal überhaupt treten Mutter und Sohn bei den gleichen Olympischen Winterspielen an. Das ist ihre Geschichte.

Author - Sebastian Krause
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Sarah Schleper, Fahnenträgerin des Teams Mexiko, tritt bei den Olympischen Spielen im Ski Alpin mit ihrem Sohn Lasse Gaxiola an.
Sarah Schleper, Fahnenträgerin des Teams Mexiko, tritt bei den Olympischen Spielen im Ski Alpin mit ihrem Sohn Lasse Gaxiola an.Misper Apawu/AP/dpa

Selbst in der langen Geschichte der Olympischen Winterspiele gab es das noch nie. Einst fuhr Sarah Schleper mit ihrem Sohn auf dem Arm die Piste hinunter, nun schreibt sie mit ihm Olympia-Geschichte. Die Skirennfahrerin bestreitet in Italien ihre siebten Winterspiele – gemeinsam mit dem 18-jährigen Lasse Gaxiola. Ein Novum.

Sarah Schleper trägt die mexikanische Fahne

Mutter und Sohn als Aktive bei den gleichen Winterspielen. Das gab es nach Angaben der Organisatoren noch nie. „Sehr emotional“ sei das für sie beide, sagte die 46-jährige Schleper. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag hatte sie die mexikanische Fahne getragen. Insgesamt treten für Mexiko fünf Athletinnen und Athleten an.

Großer Lebenstraum geht in Erfüllung

„Es war ein Ziel, das wir schon seit vielen Jahren hatten“, sagte Schleper über den gemeinsamen Olympia-Start in Mailand und Cortina d’Ampezzo. „Es ist sehr aufregend, und es ist unser Leben. Seit vielen Jahren dachten wir, dass es passieren könnte, und jetzt zu sehen, dass es tatsächlich passiert, ist schwer zu begreifen.“  

Für Schleper, die ihre ersten Olympischen Spiele 1998 in Nagano bestritten hatte, fühlt es sich „überwältigend“ an. Gleichzeitig sei es auch irgendwie normal und doch „etwas ganz Besonderes“.

Skirennläuferin Sarah Schleper aus Mexiko jubelt nach dem Rennen im Super-G.
Skirennläuferin Sarah Schleper aus Mexiko jubelt nach dem Rennen im Super-G.Michael Kappeler/dpa

Schleper fährt mit ihrem Kind auf dem Arm Piste runter

Eigentlich hatte Schleper ihre Karriere im Dezember 2011 schon beendet. Beim Slalom-Weltcup im österreichischen Lienz war sie statt im Rennanzug nur in einem Kleid angetreten, hatte an einer Zwischenzeit abgestoppt und war von da an mit ihrem damals dreijährigen Sohn auf dem Arm weitergefahren. Die Bilder gingen um die Welt.

Später nahm die in den USA geborene Athletin die Staatsbürgerschaft ihres mexikanischen Ehemannes an, kehrte vereinzelt in den Weltcup und vor allem zu Großereignissen mehrfach auf die internationale Ski-Bühne zurück.

Schleper: „Meine Haare sind etwas grau, das ist alles“

Um vordere Plätze dürften in Cortina und Bormio weder Schleper noch Lasse Gaxiola mitfahren. Während seine Mutter schon zahlreiche internationale Wettkämpfe erlebt hat, ist Gaxiola noch gänzlich unerfahren.

Dennoch: Die Vorfreude ist riesengroß. „Meine Haare sind etwas grau, das ist alles. Ich fühle mich gut“, sagte Schleper mit einem Lächeln. Sie sei gespannt und wolle ihr Bestes geben. „Ich denke, ich fahre immer noch ziemlich gut Ski, wenn man bedenkt, dass ich nicht so viel trainiere wie die jüngeren Athletinnen.“

Sarah Schleper fährt am 29. Dezember 2011 mit ihrem damals drei Jahre alten Sohn die Piste beim alpinen Weltcup-Slalom in Lienz herunter. Jetzt starten beide bei den Olympischen Winterspielen in Italien.
Sarah Schleper fährt am 29. Dezember 2011 mit ihrem damals drei Jahre alten Sohn die Piste beim alpinen Weltcup-Slalom in Lienz herunter. Jetzt starten beide bei den Olympischen Winterspielen in Italien.Raffael Regen/dpa

Schleper landet im Super-G auf Platz 26

Es sei „eine große Ehre, bei so vielen Olympischen Spielen dabei gewesen zu sein“, sagte sie. „Für mich ist Sport Leben.“ Sie liebe es, für Mexiko anzutreten.

„Ich repräsentiere ein wunderschönes Land, das nicht unbedingt für Wintersport bekannt ist“, sagte Schleper, die am Donnerstag im Super-G 26. und damit Letzte wurde. Egal: Sie wolle dazu beitragen, dass mehr Mexikaner ihre Freude am Schnee entdecken. So wie einst bei ihrem Sohn.

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