Er könnte ein reicher Mann werden. Faiz Basha tritt bei den Olympischen Spielen im Slalom und Riesenslalom für Singapur an. Einem Land, das bei Winterspielen bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat.
Singapur zahlt für eine Medaille 661.000 Euro Prämie
In einem Punkt steht Singapur aber an der Spitze – weit vor Ländern wie Deutschland, Norwegen, Kanada oder den USA. Nämlich wenn es um die Prämien für eine Medaille bei den Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo geht. Der Insel- und Stadtstaat zahlt umgerechnet stattliche 661.000 Euro für eine einzige Medaille.
Sportlich chancenlos auf eine Olympia-Medaille
Sollte der 23-Jährige also tatsächlich beide Rennen gewinnen, wäre er mit einem Schlag Millionär und hätte für die nächsten Jahre ausgesorgt. Obendrein gäbe es noch zwei olympische Goldmedaillen zum Umhängen. Später würden sie dann in einer schmuckvollen Vitrine in einem luxuriösen Haus liegen. Was für eine schöne Vorstellung.
Die Sache hat nur einen Haken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Faiz Basha bei den Rennen in Bormio auch nur ansatzweise eine Chance auf eine Medaille hat, ist äußerst gering. Allein schon die Qualifikation für den zweiten Durchgang wäre eine Riesensensation.
Alpiner Skisport ist in Singapur ein Nischensport
Dass er nicht für den großen Geldtopf und die vorderen Plätze infrage kommt, ist dem Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier offensichtlich bewusst. Als einziger Athlet seines Heimatlandes ist schon die Qualifikation für die Winterspiele eine Erfolgsgeschichte.
„Ich bin sehr, sehr stolz, Singapur zu repräsentieren. Ich würde sagen, es gibt mir einen großen Sinn“, sagt Basha im Interview mit „Olympics.com“. In seiner Heimat ist alpiner Skisport noch immer ein Nischensport. Daher hofft er, durch seine Präsenz auf internationaler Bühne die Wahrnehmung zu verändern.
Singapur erst seit 2018 bei Winterspielen vertreten
Singapur und Winterspiele? Das passt bisher nicht zusammen. Erst 2018 für die Spiele in Pyeongchang qualifizierte sich mit der Shorttrackerin Cheyenne Goh erstmals eine Athletin oder ein Athlet aus Singapur für Winterspiele. Eine Medaille gab es nicht.
Bei Sommerspielen sieht es ein wenig besser aus. Da gab es immerhin schon einmal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. Schwimmer Joseph Schooling, der 2016 in Rio Gold gewonnen hatte, erhielt für seinen Sieg umgerechnet etwa 655.000 Euro (1 Million Singapur-Dollar).
In Deutschland gibt es nur 30.000 Euro für Olympia-Gold
Von solchen Zahlen ist man in Deutschland weit entfernt. Die Deutsche Sporthilfe zahlt in diesem Jahr 30.000 Euro für Gold, 20.000 Euro für Silber und 10.000 Euro für Bronze – erstmals steuerfrei. Bis dahin mussten die Medaillengewinner teilweise bis zu 50 Prozent an den Fiskus abdrücken.
Seinen ersten Auftritt hat Singapurs alpiner Skistar Faiz Basha am Samstag, 14. Februar, im Riesenslalom. Dann folgt am Montag, 16. Februar, der Slalom. Dann fahren die Skirennläufer nicht nur um Medaillen, sondern auch um sehr viel Geld.




