Glanz mit Kratzern

Medaillen-Ärger und Vermarktungsfrust im Skeleton

Zweimal Silber, zweimal Bronze. Doch der Glanz bröckelt. Die Skeletonis Axel Jungk und Christopher Grotheer entdecken Mängel an ihren Olympia-Medaillen.

Author - Sebastian Krause
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Skeletoni Axel Jungk zeigt seine beiden Silbermedaillen und stellt dabei Unregelmäßigkeiten fest.
Skeletoni Axel Jungk zeigt seine beiden Silbermedaillen und stellt dabei Unregelmäßigkeiten fest.ZDF

Es ist nicht alles Silber, was glänzt. Als die Skeleton-Medaillengewinner Axel Jungk und Christopher Grotheer am Freitagabend im ZDF-Studio in Mainz ihre olympischen Trophäen in die Kamera hielten, ging es eigentlich um ihre sportlichen Erfolge. Zweimal Silber für Jungk, zweimal Bronze für Grotheer. Eine beeindruckende Bilanz. Doch der Glanz bekam Risse.

Silbermedaillen von Axel Jungk sehen nicht gleich aus

Jungk drehte eine seiner Medaillen prüfend im Licht der Studiolampen. „Dafür, dass es zweimal Silber ist, sehen die Medaillen nicht gleich aus“, sagte er. „Die eine hat hier im Ring so einen Beschlag. Da muss ich mich nochmal drum kümmern.“

Auch die Medaillen von Grotheer sind nicht identisch

Rund um die Ringe in der Mitte schimmerte das Metall matter als beim Gegenstück. Dabei besteht jede der Silbermedaillen aus rund 500 Gramm Feinsilber. Materialwert: 1136,21 Euro.

Auch Grotheer erkannte Unterschiede. Seine Bronzemedaillen, gefertigt aus etwa 420 Gramm Kupfer, seien nicht identisch. „Die Medaille aus dem Einzel sieht schöner aus als die aus dem Teamrennen. Aber bei mir ist das nicht ganz so schlimm wie beim Axel.“

Großer Jubel: Axel Jungk (li.) gewinnt Silber im Skeleton, seine Teamkollegen Christopher Grotheer (re.) Bronze. Gold sichert sich der Brite Matt Weston.
Großer Jubel: Axel Jungk (li.) gewinnt Silber im Skeleton, seine Teamkollegen Christopher Grotheer (re.) Bronze. Gold sichert sich der Brite Matt Weston.Kyodo News/Imago

Nicht die erste Medaillenpanne bei Olympia 2026

Es ist nicht die erste Medaillenpanne bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson riss die Medaille vom Band, dem deutschen Biathleten Justus Strelow passierte das gleiche Missgeschick mit seiner Bronzemedaille aus der Mixed-Staffel.

Ein gerissenes Band, ein matter Ring – eigentlich Details, die die Freude über olympisches Edelmetall kaum schmälern dürften. Schwerer beschäftigte Jungk ein anderes Thema: die internationale Vermarktung seines Sports. Die Bühne im ZDF nutzte er für grundsätzliche Kritik.

Jungk kritisiert den Bob- und Skeletonverband scharf

„Ich habe, um ehrlich zu sein, nicht den Hauch einer Ahnung, was sich die IBSF dabei denkt, dass die Männer immer freitags früh um 9 Uhr fahren“, sagte Jungk mit Blick auf die Rennplanung des Weltverbands International Bobsleigh & Skeleton Federation. Tatsächlich werden viele Weltcuprennen des Verbandes nicht am Wochenende ausgetragen.

Die Folge: geringe Reichweiten. „Man muss sich nur den YouTube-Kanal des Verbands anschauen“, so Jungk weiter. „Dort werden unsere Rennen übertragen, da kann man sich die traurigen Zahlen anschauen, wie viele Menschen unsere Rennen gesehen haben. Das geht meistens nicht ins Fünfstellige. Ob sich daran etwas ändert? Ich wage es, zu bezweifeln.“

Eiskanal ist Medaillengarant für Deutschland

Dabei ist der Eiskanal bei Winterspielen eine deutsche Medaillengarantie. Von bislang 22 vergebenen Medaillen in Rodeln, Bob und Skeleton gingen 15 nach Deutschland. Eine Dominanz, die weltweit ihresgleichen sucht.

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