Spitze Sprüche gehören beim ESC einfach dazu. Das war schon bei Legende Peter Urban so, und auch sein Nachfolger Thorsten Schorn teilt gerne aus. Nicht jedem gefällt das, im Netz gibt’s dafür regelmäßig Gegenwind.
Deutschland geht beim ESC-Finale komplett unter
Davon aber ließ sich Schorn in Wien nicht bremsen – genauso wenig wie die Show selbst, die dank Windmaschinen ohnehin genug Luft bewegte. Für Deutschland dagegen blieb der Rückenwind erneut aus.
Engels bekommt von der Jury 30-mal null Punkte
Dabei legte Sarah Engels mit „Fire“ einen heißen Auftritt hin und brachte die 10.000 Fans im Saal zum Kochen. Doch bei den Jurys und dem Publikum in den 34 Teilnehmerländern zündete der Beitrag nicht.
Im Jury-Voting setzte es gleich 30-mal null Punkte, nur Bulgarien (2), Belgien (2), Portugal (4) und Italien (4) gaben überhaupt Zähler. Rang 22. Noch bitterer: Im Televoting ging Deutschland komplett leer aus. Null Punkte! Am Ende rutschte Engels auf Platz 23 ab. Nur Österreich und Großbritannien schnitten schlechter ab.
Jubel beim Sieg von Bulgarien
Ganz anders das Bild an der Spitze: Bulgarien räumte mit Dara und ihrem wilden „Bangaranga“ alles ab. 204 Jury-Punkte, 312 vom Publikum, insgesamt 516 Zähler und damit klarer Sieg vor Israel (343).

Für Rumänien landete Alexandra Căpitănescu mit 296 Punkten auf Platz drei, knapp vor Favoritin Delta Goodrem aus Australien (287). Die Buchmacher hatten eigentlich Finnland vorne gesehen – am Ende reichte es mit 279 Punkten nur für Rang sechs, hinter Italien (281).
Bei Engels: „Jetzt gehen die Spritpreise wieder hoch“
Auch Kommentator Schorn lieferte ab: Beim feurigen Engels-Auftritt mit viel Pyro lobte er ihre „unfassbare Freude“ – und schob direkt hinterher: „Jetzt gehen die Spritpreise wieder hoch.“
Als Großbritannien mit einer skurrilen Nummer samt deutschem Titel („Eins, zwei, drei“) auftrat, witzelte er, das könne sich auch auf die spätere Punktzahl beziehen. Am Ende lag er fast richtig: Es gab nur einen Punkt.
Politische Spitze: „Jens Spahn kennt da jemanden“
Selbst ESC-Dauerbrenner Schweden kam unter die Räder. Felicia landete mit „My System“ nur auf Platz 20. Schorn nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb. Die Sängerin tritt öffentlich stets mit Sonnenbrille oder Maske auf – in Wien war es eine Maske. „Die Maske der Schwedin war leicht zu besorgen“, sagte er und setzte nach: „Jens Spahn kennt da jemanden ...“ Ein klarer Verweis auf die Maskenaffäre – und der Beweis, dass der ESC politischer ist, als viele glauben.
Das zeigte sich auch beim Voting: Als Israels Noam Bettan dank 220 Fan-Punkten kurzzeitig die Führung übernahm, brandeten Buh-Rufe in der Wiener Stadthalle auf. Und beim finalen Duell mit Bulgarien wurde lautstark „Bulgarien“ skandiert. Am Ende setzte sich Dara klar durch – und Deutschland blieb einmal mehr nur die Rolle des Außenseiters.




