Stark beim ESC

Sarah Engels trotzt heftiger Kritik: „Mich hat das viele Jahre gekostet“

Sarah Engels kämpft gegen Bodyshaming: Mit klaren Worten und ihrem ESC-Song „Fire“ setzt die Sängerin ein starkes Zeichen gegen Hass im Netz.

Author - Julia Nothacker
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Sarah Engels tritt 2026 beim ESC an.
Sarah Engels tritt 2026 beim ESC an.Christopher Adolph/Future Image/Imago

Sie steht im Rampenlicht und muss ordentlich einstecken! Sarah Engels wird beim Eurovision Song Contest alles geben, um den Wettbewerb für sich zu entscheiden und den Sieg zum dritten Mal nach Deutschland zu holen. Einige feiern ihren Song „Fire“, andere halten den Beitrag für nicht stark genug. Zwischen Jubel und harten Kommentaren prasselt aber vor allem auch eines auf die Sängerin ein: fiese Kritik und Bodyshaming.

Sarah Engels hat gelernt, mit Hass im Netz umzugehen

Statt sich zurückzuziehen, geht Sarah offen mit dem Hate um und zeigt, dass sie sich davon nicht unterkriegen lässt. Schon im Juli 2025 sagte Sarah Engels dem Berliner KURIER: „Ich möchte einfach nicht wegsehen, sondern auf das Thema aufmerksam machen. Ich finde es sehr traurig, dass man heutzutage alles sein soll, aber bloß nie man selbst. Das ist ein Armutszeugnis. Man wünscht sich immer Authentizität und Menschen, die Gefühle zeigen, aber dann ist das auch nicht richtig. Egal, wie man's macht, man kann es irgendwie nicht richtig machen. Ich hoffe und wünsche mir, dass man sich davon nicht aus der Bahn bringen lässt. Mich hat das auch viele Jahre gekostet, bis ich das gelernt habe.“

Schon vor einem Jahr war Sarah Engels mit heftigen Hasskommentaren im Netz konfrontiert, schon damals betonte sie, dass sie sich von diesen nichts anhaben lässt. Sie liebe sich selbst so, wie sie ist: „Ich kann auch über die Stellen an meinem Körper, die mir nicht gut gefallen, reden oder lachen. Ich akzeptiere und liebe mich so, wie ich bin."

ESC-Song „Fire“: Sarah Engels setzt ein Zeichen gegen Hate

Trotz Bodyshaming und Hass im Netz machte Sarah Engels damals deutlich, dass sie die Angriffe nicht mehr verunsichern können. Auch ihr Mann Julian Engels unterstützt sie dabei. „Klar kann ich Sport machen, damit ich mich fitter und wohler fühle, aber am Ende des Tages gibt es keine perfekte Frau. Wer sagt, dass eine Frau eine bestimmte BH-Größe haben muss? Das liegt immer im Auge des Betrachters. Ich habe zwei Kinder gestillt und natürlich bleibt dann nicht mehr viel von der Brust übrig. Aber wenn ich dann manchmal Kommentare von Männern lese, die sagen ‚Geh dir doch mal die Brüste machen?‘ oder ‚Wie kannst du denn sowas tragen?‘, denke ich mir, ich will das gar nicht löschen. Früher hätte mich das vielleicht verletzt, aber mein Mann sagt mir ‚Ich liebe dich genauso, wie du bist und ich mag auch deine kleineren Brüste‘ und das gibt mir die Kraft, das auch anderen Frauen zu sagen. Wenn man selbst nicht damit zufrieden ist, okay, aber warum MUSS ich denn?“

Sarah Engels tritt mit Fire auf der Bühne auf.
Sarah Engels tritt mit Fire auf der Bühne auf.Jessica Gow/TT/Imago

Und obwohl Sarah Engels einen beeindruckenden Umgang mit dem Hass im Netz pflegt, beschäftigte sie das Thema, so dass sie es jetzt in einem Song verarbeitet: Ihr ESC-Song „Fire“. Gegenüber BILD erklärte sie gerade: „Mir geht es in meinem Song um die Botschaft, dass wir Frauen uns und unsere Kurven zeigen dürfen, wie sie sind. Und das tue ich auch auf der ESC-Bühne. Manch einer mag dann sagen, die Brüste sind zu klein, der Po ist zu dick, aber das ist mir egal. Ich möchte mich wohlfühlen in meinem Körper und mich dabei auch sexy fühlen dürfen. Und ich möchte alle Frauen ermutigen, dies bei sich selbst auch zu tun.“

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