Nach dem DSDS‑Finale mit Publikumsliebling Menowin Fröhlich wächst der Unmut unter den Zuschauern so stark wie selten zuvor. In sozialen Netzwerken hagelt es Kritik: Viele werfen Dieter Bohlen vor, zu sehr die Fäden in der Hand zu halten. Das sieht auch Sängerin und TV-Darstellerin Doreeen Steinert so.
DSDS in der Krise: Ex-Popstar Doreen Steinert empfindet Castingshow als veraltet
Was einst als faire Talentsuche begann, wirkt für viele inzwischen wie eine Ein-Mann-Show des Poptitans. Entscheidungen, Kommentare und sogar der Ausgang der Staffel – alles scheint zunehmend von Bohlen geprägt zu sein. Kein Wunder, dass immer mehr Fans die Nase voll haben. Hat DSDS seinen Zenit überschritten?
Doreen Steinert hat ihre eigenen Erfahrungen mit Castingshows gemacht, sie gewann vor 22 Jahren die ProSieben-Show „Popstars“ und wurde Mitglied der Popband Nu Pagadi. Nach der Trennung der Band, startete Doreen eine Solo-Karriere. Außerdem sorgte sie durch ihre Beziehung mit Rapper Sido für Schlagzeilen.
Auch Doreen übt heftige Kritik an „Deutschland sucht den Superstar“. Die Show gibt es seit 2002 und hat sich seitdem kaum verändert – genau darin sieht Doreen ein entscheidendes Problem.
Sie hält das Format für nicht mehr zeitgemäß und unmodern, wie sie dem Berliner KURIER erklärt: „Das einfach stumpf wie vor 20 Jahren weiterzumachen und nicht mit der Zeit zu gehen, halte ich für falsch. Ich würde auch Dieter Bohlen irgendwann mal austauschen. Es ist doch immer das gleiche. Von den Gewinnern der vergangenen Jahren weiß ich nicht mal mehr die Namen. Eine große Karriere hat da niemand hingelegt, außer Alexander Klaws und Beatrice Egli.“

Vor allem die Tatsache, dass Dieter Bohlen Menowin mit Aussagen wie „Das könnt ihr ihm doch nicht antun, Menowin muss die Nummer eins werden“ quasi zum Gewinner gepusht hat, stößt Doreen sauer auf: „Ich verstehe das mit den Manipulationsvorwürfen nicht. Das sind keine Vorwürfe, das ist eine Tatsache! Es ist offensichtlich, dass er Menowin gepusht hat und wollte, dass er gewinnt. So war es eben auch nicht besonders spannend und sehr vorhersehbar. Aber Dieter hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, wer sein Liebling ist. Das macht der seit Staffel 1. Seitdem weiß man, wen Dieter mag und wen nicht. Aus irgendeinem Grund folgt ihm das Publikum. Nagut, sein Erfolg spricht Bände. Dann denkt man als Zuschauer natürlich: ‚Der hat Ahnung, der wird's ja wissen‘. Er hat aber auch seine subjektive Meinung – unabhänig von seinen Hits.“
Auch die Sache mit den Gesichtsfiltern findet Doreen peinlich. Sie sagt: „Dieter, du hast die Nummer vor 20 Jahren angefangen, du wirst halt auch älter, aber lass das doch und steh einfach dazu!“
Doreen Steinert würde Dieter Bohlen bei DSDS gerne ersetzen
Doreen empfindet DSDS heute als „unfairen Wettbewerb“, bei dem die Glaubwürdigkeit vor allem durch Dieters Verhalten stark in Frage gestellt wird. Regeln würden so verändert werden, wie es gerade passt. Menowin hätte als ehemaliger Finalist nämlich eigentlich gar nicht mehr bei DSDS teilnehmen dürfen.
Wenn es nach Doreen geht, hätte Menowin gar nicht so weit kommen dürfen. „Ich mag Menowin wirklich, er ist mir sehr sympathisch und ich gönne ihm diese Heldenreise. Aber auch Menowin ist genau wie DSDS einfach nicht mehr zeitgemäß. Er sing wie vor 16 Jahren. Die Art, zu singen, war früher krass, aber heute ist es das nicht mehr. Allein die Technik ist nicht wirklich anspruchsvoll. Es geht eigentlich besser – wie die Zweitplatzierte Constanze gezeigt hat. Wenn man nur nach Leistung und Qualität geht, hätte sie gewinnen müssen.“


