Ein bisschen Glitzer, ein bisschen Gänsehaut: Der deutsche Vorentscheid für den Eurovision Song Contest im Mai in Wien hatte alles, was ein großer Fernsehabend braucht. Am Ende setzte sich Sarah Engels (33) mit dem Song „Fire“ durch und löste damit Jubel, Zweifel und eine hitzige Debatte über Deutschlands ESC-Strategie aus.
Deutlicher Sieg für Engels beim Publikum
Der Wahlabend geriet zur sorgfältig inszenierten Pop-Oper. Engels, in Silber gekleidet, begann ihren tanzbaren Song „Fire“ verletzlich, fast zerbrechlich, um dann in einem eingängigen Refrain regelrecht zu explodieren, der hörbar auf große europäische Bühnen zielt.
Am Ende lag Engels mit dem Beitrag, der eher an frühere ESC-Lieder aus Griechenland erinnert, vorn. Beim Publikum lag sie deutlich vor ihren beiden Mitstreitern Molly Sue mit dem Song „Optimist (Ha Ha Ha)“ und Wavvyboi mit seinem Lied „Black Glitter“.

Tränen bei Engels nach dem Sieg
„Ich wollte einfach einen Song singen, der etwas fühlt“, sagte sie mit brüchiger Stimme nach ihrem Sieg. Hinter der Bühne flossen Tränen, vor den Bildschirmen ebenfalls. Der Vorentscheid, jahrelang Quotensorgenkind, wirkte plötzlich wieder wie ein nationales Ereignis.
Doch der Triumph kam nicht ohne Schattenseiten. Kritiker bemängeln, Deutschland setze erneut auf sichere Pop-Routine statt auf Risiko und Sarah Engels habe nur gewonnen, weil sie als TV-Promi die größte Fangemeinde hat und gegen unbekannte Kandidaten antrat. In Fanforen ist von „Radio statt Revolution“ die Rede. Einige monieren auch, Engels sei bereits zu etabliert, um die Außenseiterrolle zu spielen, die beim ESC oft zum Erfolg führt.


