Jede Woche zeigt die Sozialdoku „Armes Deutschland“ Szenen, die betroffen machen – denn sie erzählen vom Alltag an der Armutsgrenze. Und auch von den Ideen, die die Betroffenen entwickeln, um wieder an etwas Kohle zu kommen. In der neuesten Episode der Show geht es nun unter anderem um Mike und Angelique aus Pirmasens. Sie stehen kurz vorm Bürgergeld – und wollen in ihrer Not den größten Schatz von Opa verkaufen. Ob das überhaupt geht?
D-Mark-Münzen von Opa sollen Bürgergeld aufbessern
Mike und Angelique waren schon häufiger bei „Armes Deutschland“ zu sehen, sind den Zuschauern der Sozialdoku bestens bekannt. Mike (26) arbeitete bis vor Monaten als Müllwerker, doch nun rutscht er immer näher ans Bürgergeld.
Dank Sohn Louis bekommen sie noch etwas Kindergeld, trotzdem wollen beide an etwas zusätzliches Geld kommen. Die Idee: Mike holt aus dem Wohnzimmerschrank eine Tupperdose hervor, zusammengeklebt mit Klebeband. Darin eine riesige Summe Kleingeld – von der mittelalterlichen Mini-Münze bis zur D-Mark.
Was soll das denn? „Wir haben bei meinem Opa das Haus ausgeräumt“, erzählt Angelique (27) bei „Armes Deutschland“. Dort hätten sie Münzen gefunden. Und zwar nicht wenige: Eine ganze, große Dose voller Kleingeld kippt Mike auf das Bett des jungen Paares.
„Wir wollten sie schon tausendmal abgeben, haben es aber immer wieder verschoben, weil wir nie Bock hatten“, sagt Angelique. Doch nun drängt die Finanznot. Die Münzen von Opa sollen weg – dafür wollen sie es zur Bundesbank bringen.

Mit vereinten Kräften geht es ans Werk, die Münzen müssen sortiert werden. 50-Pfennig-Stücke, bereits seit Jahrzehnten nicht mehr zum Einkaufen geeignet, werden gestapelt, andere Pfennigmünzen gezählt und sortiert. Unter all den Münzen findet sich außerdem eine „Maximilianmünze“, laut Prägung von 1493. Was könnte sie wert sein? Mike hat bereits im Internet nachgeschlagen, eine 100 Jahre jüngere Münze für 5200 Euro entdeckt. Ein Schatz aus Opas Tupperdose?
Helfen die Münzen gegen die Bürgergeld-Flaute?
Aber: Ist die Münze wirklich so viel wert? Sie bringen das Stück zu einem Antik-Händler in Pirmasens. Das Geld ist schon vorher verplant – sie wollen es ausgeben, um in den Urlaub zu fahren, aber nicht, um ihre Schulden zu bezahlen. Demnächst, sagt Mike, stehe sowieso ein Insolvenzgespräch an. „Und dann werden die Schulden erlassen.“ Doch der Antik-Händler tritt auf die Bremse – er ist nicht interessiert und stellt klar, dass es sich um eine Medaille handele, nicht um eine Münze. Sie sei nichts wert.
Mehr Hoffnung macht da der Umtausch der alten D-Mark-Münzen. Mit denen gehen sie zur Bundesbank, schütten die Münzen in eine Maschine, dann wird gezählt. Am Ende gibt es für Omas riesigen Münzen-Schatz immerhin 60 Euro und 24 Cent. Umgetauscht haben sie 117,82 D-Mark. „Die geben wir jetzt gleich aus, im Shopping-Center“, sagt Angelique.
Nun muss nur noch die alte Münze den Besitzer wechseln – und das klappt nicht. Auch ein Mitarbeiter eines Pfandhauses sagt, dass die Medaille wertlos ist, weil sie aus einer Kupfer-Zink-Legierung gemacht sei. Mike will sie nun aufheben, um sie später seinem Sohn zu schenken. „Denn alte Sachen steigen ja im Wert.“

Bürgergeld-Empfänger verplempern das ganze Geld
Zum Abschluss der Tour ist das Geld ausgegeben: ein Ausflug in die Drogerie, ein Essen, dazu Zigaretten. Der Plan, Schulden damit zu tilgen, ist in weite Ferne gerückt. „Ich bereue es nicht, dass wir das Geld ausgegeben haben“, sagt Angelique trotzdem. Es mache einfach Spaß, Geld auszugeben.



