Alec Baldwin hat bei einem Hollywood-Dreh versehentlich die Kamera-Frau Halyna Hutchins erschossen. Imago/MediaPunch, Instagram

Ein dramatischer Unfall am Filmset riss die Kamerafrau Halyna Hutchins am 21. Oktober des vergangenen Jahres aus dem Leben. Bei den Dreharbeiten zum Film „Rust“ löste sich ein Schuss aus einer Filmwaffe, die Schauspieler Alec Baldwin abfeuern sollte. Dabei wurde die Mutter eines Sohnes tödlich verletzt. Während die Polizei den Fall untersuchte und immer wieder neue Schuldige ins Visier nahm, schien es zunächst, als würden zumindest die Hauptbeteiligten – Baldwin und Hutchins' Familie zusammenhalten. Doch das Blatt wendete sich. Aktuell sieht alles nach einer Gerichtsschlammschlacht aus...

Tod von Halyna Hutchins: Zunächst standen ihre Familie und Alec Baldwin Seite an Seite

Während es noch im vergangenen Herbst so aussah, als würden Alec Baldwin und die Familie der gebürtigen Ukrainerin Hutchins gemeinsam versuchen, durch diese schwierige Zeit zu kommen. Tage nach dem Vorfall gab Halyna Hutchins' Ehemann Matthew in der Presse zu Protokoll: „Ich habe mit Alec Baldwin gesprochen und er hat mich sehr unterstützt.“ Und auch Baldwin sprach von engem Austausch mit der Familie.

Doch mit der Zeit rückte Baldwin immer wieder ins Visier der Ermittler – und damit auch von Hutchins' Familie. Denn der 63-Jähirge war am Set von „Rust“ nicht nur Schauspieler, sondern auch Produzent. Somit trug er eine gewisse Verantwortung für alles, was beim Dreh passierte. Und dort lief einiges mindestens unglücklich ab. Die Bedingungen sollen schlecht gewesen sein, Mitarbeiter hatten sich im Vorfeld über Arbeitsbedingungen und mangelnde Sicherheit beschwert.

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Alec Baldwin am Set des Filmes Rust, wo die Tragödie passierte. Instagram

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Laut Ermittlungen soll sich tatsächlich eine scharfe Patrone in der Waffe befunden haben. Wie diese da reinkam, ist noch unklar. Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed beschuldigte im Januar den Lieferanten Seth Kenney, echte Munition mit harmlosen Attrappen vermischt zu haben. Der verstrickte sich inzwischen in Widersprüche über selbst hergestellte Filmmunition.

Tod von Halyna Hutchins: Familie klagte gegen Alec Baldwin

Im Februar schien dann auch das Band zwischen Baldwin und Hutchins' Familie zerschnitten. Denn nun forderte die Familie Schadenersatz von Baldwin. Auf einer Pressekonferenz teilten Matthew Hutchins und sein Anwalt Brian Panish mit, dass „rücksichtsloses Verhalten und die Sparmaßnahmen“ von Baldwin und den anderen Produzenten zum Tod der Kamerafrau geführt hätten.

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Demnach seien mindestens 15 Branchenstandards ignoriert worden. Unter anderem sei eine scharfe Waffe anstelle einer unbrauchbar gemachten Waffe oder einer Attrappe verwendet worden. Außerdem seien zum Zeitpunkt des Schusses nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter anwesend gewesen und es habe Schutzausrüstung für die Filmcrew gefehlt. Zudem wurde Baldwin vorgeworfen, das Ziehen des Revolvers zuvor nicht geübt zu haben.

Nun holt Alec Baldwin zum Gegenschlag aus. Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass der Schauspieler nicht nur alle Schuld von sich weist, sondern gar der verstorbenen Kamerafrau selbst die Schuld an dem tragischen Unfall gibt.

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Alex Baldwin schiebt Schuld für Film-Unfall auf Halyna Hutchins

In der Argumentation von Baldwins Anwalt Luke Nikas heißt es, dass Hutchins es gewesen ist, die Alec Baldwin vor dem Unfall die Anweisungen gegeben habe, wie er mit der Waffe zu schießen habe. „Hutchins beschrieb Baldwin, wie er die Waffe platzieren solle“, heißt es in dem Dokument. Und: „Sie sagte ihm, er sollte die Waffe höher halten, an einen Punkt, an dem die Waffe auf sie zeigte.“

Im weiteren Verlauf soll Baldwin Hutchins gefragt haben, ob er die Pistole spannen soll. Das bejahte die Kamerafrau, die wie Baldwin davon ausgegangen sein soll, dass sich keine scharfe Munition in der Waffe befindet. Doch dann löste sich der Schuss und verletzt die 42-Jährige tödlich.

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Brian Panish (l.) ein Anwalt der Familie von Hutchins, steht neben einem Bild der verstorbenen Kamerafrau Halyna Hutchins während er bei einer Pressekonferenz spricht. dpa/AP/Chris Pizzello

Anwalt: Alec Baldwin trifft keine Schuld

Baldwin selbst, so schreibt es sein Anwalt, treffe keine Schuld. Er habe „die Waffe nicht geladen, er hat die Kugeln in der Waffe nicht kontrolliert, er hat sie nicht gekauft“. Er sei weder für die Sicherheit am Set verantwortlich gewesen, noch habe er die entsprechenden Leute engagiert.

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Und dann verteilt der Anwalt noch eine Breitseite in Richtung Hutchins' Familie. Denn eigentlich wollte Baldwin den Film nun fertigstellen, um die Gewinne der Familie der verstorbenen Kamerafrau zugute kommen zu lassen. Er habe sogar schon die übrigen Mitwirkenden kontaktiert. Die Schadenersatz-Klage von Matthew Hutchins habe diese Pläne aber durchkreuzt, heißt es. Irgendwie klingt es, als würde da jemand ganz ordentlich die Nerven verlieren.

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