Sie war damals 13 Jahre alt

TV-Star Ruth Moschner verrät: So peinlich war mein Mauerfall-Moment

Ruth Moschner erinnert sich an den Mauerfall – und verrät ein peinliches, aber rührendes Teenie-Geständnis über ihre erste DDR-Wahrnehmung.

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Ruth Moschner ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin.
Ruth Moschner ist eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin.IMAGO / STAR-MEDIA

Fast jeder Deutsche weiß noch ganz genau, wo er war, als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel. Auch TV-Moderatorin Ruth Moschner (50) wird diesen Tag nie vergessen. Im KURIER-Gespräch verrät sie jetzt sogar ein peinliches Mauerfall-Geständnis.

Im Frottee-Pyjama erlebte Ruth Moschner als Tennie den Mauerfall

Ruth Moschner wurde im April 1976 in München geboren und wuchs in der bayrischen Hauptstadt auf. Ende der 90er-Jahre zog sie für einen neuen Job bei TV Berlin in den Osten Berlins.

Über ihre erste Berlin- und Ostdeutschland-Begegnung erzählt sie dem KURIER: „Als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich erst im Osten gearbeitet, am Fernsehturm. Meine erste Berührung mit Berlin war die Fahrt mit dem Taxi durchs Brandenburger Tor zum Telespargel. Das war richtig cool.“

Als die Mauer acht Jahre zuvor fiel und Ost und West wieder vereint wurden, war Moschner gerade einmal 13 Jahre alt, ein Teenie. Trotzdem bekam sie mit, was damals passierte und wusste, dass der Mauerfall für die beiden geteilten deutschen Staaten von großer Bedeutung war.

Ruth Moschner im Juli 2003: Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich in Deutschland schon einen Namen gemacht.
Ruth Moschner im Juli 2003: Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich in Deutschland schon einen Namen gemacht.Sven Simon/Imago

Im KURIER-Gespräch erzählt sie jetzt von einem peinlichen, gleichzeitig aber auch niedlichen Moment aus ihrer Mauerfall-Erinnerung. „Ich war noch relativ klein, als die Mauer fiel und habe mit einem Frottee-Pyjama vor dem Fernseher gesessen“, erzählt sie und lacht.

Weiter erinnert sie sich: „Eine sehr peinliche Geschichte. Ich bin ja in München groß geworden und ich hatte keine Berührung zur DDR. Ich hatte keine DDR-Verwandtschaft oder sonst so irgendwas. Ich hatte dann gedacht, oh toll und jetzt können diese Leute in Freiheit leben und ich hatte so eine naive Vorstellung davon, was super peinlich ist, weil ich letztendlich eigentlich erst richtig Berührung bekommen habe durch meinen Umzug nach Berlin. Vorher war das so weit weg.“

Menschenmassen auf und vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor während des Mauerfalls.
Menschenmassen auf und vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor während des Mauerfalls.imagebroker/imago

Heute weiß Moschner, dass ein Leben in der DDR nicht immer leicht war und die Menschen unter fehlender Reisefreiheit, staatlicher Überwachung, eingeschränkter Meinungsfreiheit und Mangelwirtschaft litten. Aber einem 13 Jahre alten Kind, das hunderte Kilometer entfernt vom Osten lebte, kann man diesen Gedanken kaum übel nehmen.

Ruth Moschner bewundert den Feminismus in der DDR

Im Gegenteil: Die Moderatorin setzt sich heute viel mehr mit der deutschen Geschichte auseinander und bewundert vor allem die DDR-Frauen für ihren damals fortschrittlichen Feminismus. Moschner: „Feminismus in der DDR hat nochmal eine ganz andere Natürlichkeit.“ Für Frauen in der DDR war es eine Selbstverständlichkeit, zu arbeiten. „Es war nicht so verpönt wie bei den Westfrauen, dass man mit den Fingern auf sie gezeigt hat.“

Der Fernsehstar sucht gerne das Gespräch mit Ostdeutschen.. „Das ist super spannend. Ich liebe es total, die Leute zu fragen, wie das früher war und wie man damit umgegangen ist. Weil man als Süddeutsche natürlich überhaupt keine Vorstellung hatte“, sagt sie.

Wie haben Sie den Mauerfall erlebt? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com