Fast jeder Deutsche weiß noch ganz genau, wo er war, als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel. Auch TV-Moderatorin Ruth Moschner (50) wird diesen Tag nie vergessen. Im KURIER-Gespräch verrät sie jetzt sogar ein peinliches Mauerfall-Geständnis.
Im Frottee-Pyjama erlebte Ruth Moschner als Tennie den Mauerfall
Ruth Moschner wurde im April 1976 in München geboren und wuchs in der bayrischen Hauptstadt auf. Ende der 90er-Jahre zog sie für einen neuen Job bei TV Berlin in den Osten Berlins.
Über ihre erste Berlin- und Ostdeutschland-Begegnung erzählt sie dem KURIER: „Als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich erst im Osten gearbeitet, am Fernsehturm. Meine erste Berührung mit Berlin war die Fahrt mit dem Taxi durchs Brandenburger Tor zum Telespargel. Das war richtig cool.“
Als die Mauer acht Jahre zuvor fiel und Ost und West wieder vereint wurden, war Moschner gerade einmal 13 Jahre alt, ein Teenie. Trotzdem bekam sie mit, was damals passierte und wusste, dass der Mauerfall für die beiden geteilten deutschen Staaten von großer Bedeutung war.

Im KURIER-Gespräch erzählt sie jetzt von einem peinlichen, gleichzeitig aber auch niedlichen Moment aus ihrer Mauerfall-Erinnerung. „Ich war noch relativ klein, als die Mauer fiel und habe mit einem Frottee-Pyjama vor dem Fernseher gesessen“, erzählt sie und lacht.
Weiter erinnert sie sich: „Eine sehr peinliche Geschichte. Ich bin ja in München groß geworden und ich hatte keine Berührung zur DDR. Ich hatte keine DDR-Verwandtschaft oder sonst so irgendwas. Ich hatte dann gedacht, oh toll und jetzt können diese Leute in Freiheit leben und ich hatte so eine naive Vorstellung davon, was super peinlich ist, weil ich letztendlich eigentlich erst richtig Berührung bekommen habe durch meinen Umzug nach Berlin. Vorher war das so weit weg.“

Heute weiß Moschner, dass ein Leben in der DDR nicht immer leicht war und die Menschen unter fehlender Reisefreiheit, staatlicher Überwachung, eingeschränkter Meinungsfreiheit und Mangelwirtschaft litten. Aber einem 13 Jahre alten Kind, das hunderte Kilometer entfernt vom Osten lebte, kann man diesen Gedanken kaum übel nehmen.


