TV-Moderatorin

Bayerin Ruth Moschner verrät: Mein Vorbild ist eine DDR-Frau!

Ruth Moschner verrät, warum sie den Osten liebt – und wie eine DDR-Frau ihr Frauenbild und ihr Leben bis heute prägt.

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Ruth Moschner lebt seit 1997 in Berlin und fühlt sich mit dem Osten verbunden.
Ruth Moschner lebt seit 1997 in Berlin und fühlt sich mit dem Osten verbunden.Imago

Sie ist durch und durch Wessi und doch fühlt sie sich mit dem Osten verbunden. Moderatorin Ruth Moschner (50) zog es Ende der 90er-Jahre von Bayern nach Ost-Berlin. Spannend: Ihre größte Inspiration fand der TV-Star sogar in einer DDR-Frau!

Moderatorin bewundert den Feminismus in der DDR

Ruth Moschner ist in München geboren und aufgewachsen. 1997 zog sie für einen Job bei TV Berlin in die Hauptstadt. „Als ich nach Berlin gekommen bin, habe ich ja erst im Osten gearbeitet, am Fernsehturm. Meine erste Berührung mit Berlin war die Fahrt mit dem Taxi durchs Brandenburger Tor zum Telespargel. Das war richtig cool“, erzählt Moschner dem KURIER.

Zwar liebt die Moderatorin ihre Heimat, ihren Lebensmittelpunkt hat sie aber in Berlin – und hat sich auch in den Osten verliebt. „Ich habe ganz lange beim MDR gearbeitet und habe dann immer erklärt, wo ich herkomme, und habe immer gesagt, Bayern ist ein bisschen die umgekehrte DDR. Die wollen keinen reinlassen“, sagt Moschner und lacht.

Vor allem bewundert Ruth Moschner die Frauen und den Feminismus in der DDR. In ihren Augen hatte der Feminismus „nochmal eine ganz andere Natürlichkeit“. Im Gegensatz zu Frauen im Westen war es für Frauen im Osten selbstverständlich, dass sie gearbeitet haben. „Natürlich haben sie sich auch gleichzeitig um den Haushalt gekümmert und um die Kinder. Aber es war nicht so verpönt wie bei den Westfrauen, dass man mit den Fingern auf sie gezeigt hat.“

Juni 1965: Eine DDR-Frau arbeitet an einem Trabant. Der Trabant wurde als Antwort der DDR auf den Volkswagen und die Vision eines Volkswagens entwickelt.
Juni 1965: Eine DDR-Frau arbeitet an einem Trabant. Der Trabant wurde als Antwort der DDR auf den Volkswagen und die Vision eines Volkswagens entwickelt.Sjoberg/Imago

Besonders eine DDR-Frau inspiriert den TV-Star bis heute: Die Unternehmerin Viola Klein (68) ist in Freiberg (Sachsen) geboren und erhielt erst vergangenen Oktober das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) überreicht. Klein ist eine enge Freundin Moschners.

Die Moderatorin schwärmt im KURIER: „Die Frauen, die mich inspirieren, sind die, die in der DDR groß geworden sind. Eine Freundin von mir, Viola Klein, ist eine der ersten IT-Unternehmerinnen. Sie hat in der DDR Erzieherin gelernt. Nach der Wende hat sie erst eine Firma für Bildung gegründet und daraus ist ein riesengroßes IT-Unternehmen geworden mit 400 Mitarbeitenden. Und sie ist wahnsinnig cool, sie unterstützt Frauen und Start-up-Unternehmerinnen. Viola ist wahnsinnig inspirierend.“

Ruth Moschner (l.) mit ihrer engen Freundin Viola Klein bei einer Veranstaltung.
Ruth Moschner (l.) mit ihrer engen Freundin Viola Klein bei einer Veranstaltung.Eventpress/Imago

Genauso blickt sie positiv auf das Thema Abtreibung in der DDR zurück. Seit März 1972 war es Frauen im Osten erlaubt, ein Kind abzutreiben. „Dadurch, dass in der DDR die Kirche ja nicht so einen großen Stellenwert hatte, war da eben auch nicht diese drohende Hand vor. Was natürlich auch eine gewisse Freiheit für die Frauen und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper hatte“, so die Moderatorin.

Finden auch Sie, dass der Feminismus in der DDR fortschrittlicher war als in der BRD? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com