„Jugendliebe“ – dieses Lied ist mehr als ein Hit. Es ist der Soundtrack eines Lebens, der rote Faden einer außergewöhnlichen Karriere. Auch nach mehr als 45 Jahren hat der Song Kultstatus, fehlt auf keiner Schlagerparty. Die Frau dahinter: Ute Freudenberg. Eine Powerfrau mit großer Stimme, ein Star der DDR. Bis heute steht ihr Name für Gefühle, die viele Menschen nie vergessen haben. Am Montag, 12. Januar, feiert die ostdeutsche Schlagersängerin ihren 70. Geburtstag.
Freudenberg wird im Ferienlager entdeckt
Geboren wird Ute Freudenberg am 12. Januar 1956 in Weimar. Ihr Talent bleibt nicht lange unentdeckt: Mit gerade einmal 15 Jahren wird sie in einem Ferienlager entdeckt. 1972 steht sie erstmals in einer Fernseh-Talentshow auf der Bühne, parallel beginnt sie ein Studium an der Musikhochschule in Weimar. Der Weg zur Profisängerin ist früh vorgezeichnet.
1976 gehört Freudenberg zu den Gründungsmitgliedern der Rockband Gruppe Elefant. Vier Jahre später kommt der große Durchbruch: Das Album „Jugendliebe“ schlägt ein wie ein Blitz. 1980 wird sie erstmals zur beliebtesten Sängerin der DDR gewählt, Preise folgen, ebenso Auftritte im Westen. Freudenberg ist auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs.

1984 floh sie aus der DDR
Doch dann der tiefe Einschnitt. Nach einem Fernsehauftritt in Hamburg bleibt sie 1984 im Westen. Für die erfolgsverwöhnte Künstlerin beginnt ein mühsamer Neuanfang. Sie zieht nach Düsseldorf, arbeitet als Studiosängerin, singt jahrelang auf Kreuzfahrtschiffen. 1988 leiht sie unter dem Künstlernamen Heather Jones ihre Stimme dem Titelsong des Tatorts „Pleitegeier“.
Die Wende wird für Freudenberg zum Glücksfall. Sie kehrt zu ihren Fans zurück – und wird mit offenen Armen empfangen. 1995 steht sie in Weimar auf der Bühne, verkündet unter Tränen ihre Rückkehr. Tausende singen mit ihr „Jugendliebe“. „Das war einer der schönsten und bewegendsten Momente meines Lebens“, sagt sie später in einem Interview mit der Zeitschrift Superillu.
„Jugendliebe“ beliebtester Osthit aller Zeiten
Es folgen große Schlagershows, Tourneen mit anderen Ostbands. 1998 erhält sie den ostdeutschen Medienpreis Goldene Henne. 2005 wird „Jugendliebe“ zum beliebtesten Osthit aller Zeiten gewählt, fünf Jahre später trägt sogar eine Rosenart diesen Namen.
Auch abseits der Bühne zeigt Freudenberg Herz. Als Schirmherrin engagiert sie sich für das Ronald-McDonald-Haus, das Familien schwer kranker Kinder unterstützt. Für ihr ehrenamtliches Engagement erhält sie 2008 das Bundesverdienstkreuz.

Freudenberg erkrankt an Parkinson
Neuen Schwung bekommt ihre Karriere 2011 durch die Zusammenarbeit mit Christian Lais. Gemeinsam entsteht unter anderem „Auf den Dächern von Berlin“, der Titel landet auf Platz eins der Hitparade. Später erscheint das Doppelalbum „Jugendliebe“ mit knapp 40 von den Fans ausgewählten Songs.
2022 macht Freudenberg ihre Parkinson-Erkrankung öffentlich. Ein Jahr später veröffentlicht sie zum 50. Bühnenjubiläum ihr letztes Album „Stark wie nie“, geht auf Abschiedstournee vor weitgehend ausverkauften Häusern und erhält den Ehrenpreis der Goldenen Henne für ihr Lebenswerk.


