Fast vier Tage lang hielt Sturmtief „Elli“ Deutschland im Griff: eine Mischung aus starkem Schneefall, eisigen Temperaturen, Wind und anschließender Glatteisgefahr, die Alltag, Verkehr und Sicherheit in weiten Teilen des Landes auf eine harte Probe stellte. Doch nach dem Sturmtief droht in Berlin und Brandenburg jetzt die nächste harte Wetterprobe: gefrierender Regen und Glatteis!
„Elli“ schneite den Norden ein
Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hatten bereits früh Alarm geschlagen, als „Elli“ auf Deutschland zurollte. Die Unwetterwarnungen reichten in vielen Regionen bis zur höchsten Stufe – mit der deutlichen Botschaft: Gefahr für Leib und Leben.
In Norddeutschland fiel der Schnee am heftigsten: In Hamburg und der Nordheide wurden Schneehöhen von mehr als 30, bis lokal 40 Zentimetern gemessen, stürmische Ostwinde trieben den Schnee zu meterhohen Verwehungen auf. „Der Schnee kommt von allen Seiten“, sagte ein Anwohner aus Laatzen bei Hannover über die Lage vor Ort.

Der Bahnverkehr im Norden brach komplett zusammen: Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr etwa auf Routen zwischen Hamburg, Hannover, Berlin und dem Ruhrgebiet vorsorglich ein, auch am Wochenende konnte der Betrieb nur schrittweise wieder aufgenommen werden. Auch in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sorgten Schnee und Eis für Zug-Chaos.
Die Folgen des Sturms waren nicht nur für die Bahn schlimm: Mindestens vier Menschen kamen nach wetterbedingten Unfällen auf verschneiten und vereisten Straßen ums Leben. In Niederbayern starben zwei Menschen bei einem Frontalcrash auf der Staatsstraße 2732, im Landkreis Neustadt an der Waldnaab verunglückte ein 52-jähriger Autofahrer tödlich. Ein 31-Jähriger starb im Landkreis Osnabrück.
In vielen Regionen blieben Schulen geschlossen, Busse wurden eingestellt, Verkehrsachsen waren durch blockierte Lkw oder Verwehungen kaum passierbar. Selbst Bundesliga-Spiele wurden abgesagt.
Jetzt kommt tückisches Glatteis
Berlin und Brandenburg traf „Elli“ weit weniger schlimm als befürchtet. Auch hier sorgte das Sturmtief gebietsweise für starken Schneefall und glatte Straßen. Warnungen des DWD führten dazu, dass viele Berlinerinnen und Berliner am Freitag lieber zu Hause blieben. Trotz der winterlichen Bedingungen meldete auch der Berliner Flughafen BER keine größeren Störungen.
Während am Samstag die Schneefälle nach Süden weiterzogen und der Norden langsam wieder den Verkehr hochfuhr, warnen Meteorologen bereits vor der nächsten Gefahr: Ab Montag droht großflächiger gefrierender Regen und neuerlich tückisches Glatteis, da milde Luftmassen auf die arktisch kalten Böden treffen könnten. Diese Kombination aus Kälte, Nässe und Wind ist die nächste harte Probe für Winterdienste.



