Sowohl die Fasanerie als auch große Teile des Haustier-Reviers werden dauerhaft aufgegeben. Offiziell spricht der Tierpark von „Umstrukturierungen“. Tatsächlich sollen die frei werdenden Flächen und personellen Ressourcen die Rückkehr der Elefanten ermöglichen – eines der größten Vorhaben in der Geschichte des Parks.
„Wir stehen vor einem unserer größten Projekte der letzten Jahrzehnte: der Rückkehr der Elefanten“, sagte Tierpark- und Zoo-Direktor Andreas Knieriem der B.Z.. Die Haltung der Tiere sei für den laufenden Betrieb „eine gewisse Kraftanstrengung“.
Personal fehlt, Kosten explodieren
Wie der zoologische Leiter Christian Kern gegenüber der B.Z. erklärte, ist ein modernes Elefantenhaus extrem personalintensiv. Neue Tierpfleger können derzeit jedoch nicht eingestellt werden. Durch Renteneintritte sei die Belegschaft geschrumpft, während der Pflegeaufwand insgesamt gestiegen sei. Um die Elefanten künftig artgerecht versorgen zu können, müsse Personal aus anderen Bereichen abgezogen werden – Einsparungen seien unvermeidlich.
Hinzu kommt die finanzielle Dimension des Projekts: Der Umbau des Elefantenhauses inklusive Außenanlagen kostet inzwischen rund 67,5 Millionen Euro. Zwar werden etwa 90 Prozent der Summe von Bund und Land Berlin getragen, doch rund 6,7 Millionen Euro muss der Tierpark selbst aufbringen.

Besucherrückgang verschärft die Lage
Die wirtschaftliche Situation ist angespannt. Laut einem Senatsbericht lagen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf Ende Oktober 2024 rund 30 Prozent unter Plan. Besonders betroffen waren Tagestickets (minus 32 Prozent) und Jahreskarten (minus 18 Prozent). Insgesamt fehlen dem Tierpark rund drei Millionen Euro an erwarteten Einnahmen.
Der Berliner Finanzsenat rechnet daher mit „tiefgreifenden strukturellen Maßnahmen“ bis spätestens Anfang 2026.
Warum ausgerechnet diese Bereiche schließen
Dass Fasanerie und Haustierbereich betroffen sind, ist kein Zufall. Beide Anlagen liegen am Rand des weitläufigen Geländes, zählen zu den ältesten Bereichen des Parks und verzeichnen vergleichsweise geringe Besucherzahlen. Eine Alternative zur Schließung habe es laut Tierparkleitung nicht gegeben.
Die Haustieranlage wird bereits zum 1. Februar geschlossen, die meisten Tiere – darunter auch seltene Haustierrassen – sollen in andere Einrichtungen von Zoo und Tierpark umziehen. Insgesamt betrifft die Maßnahme knapp 40 der rund 630 Tierarten im Bestand. Welche Arten genau abgegeben werden, ist noch nicht abschließend entschieden.



