Ostfriesische Neujahrskuchen werden gerne zum Tee gereicht. Wikimedia/Matthias Süßen

Sie werden Neujahrskuchen genannt, hoch im Norden auch Krüllkuchen (Krüllkoken) oder Rullekes. Ursprünglich sind sie ein  ostfriesisches Gebäck. Der Begriff Kuchen führt dabei etwas in die Irre. Denn eigentlich sind die krossen Teigröllchen eher Waffeln ähnlich. Und die werden mit allerlei Süßem gefüllt. 

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Serviert werden sie traditionell zum Tee. Und das schon sehr viele Jahre. Erstmals erwähnt wird die Köstlichkeit bereits im 16. Jahrhundert. Im Norden kennt man die Krüllkoken in beinahe allen Haushalten vor allem im Zusammenhang mit Silvester. Wenn Gäste zu Besuch kommen und ihre guten Wünsche für das neue Jahr überbringen. Inzwischen sind die beliebten Knusperröllchen aber während der gesamten Winterzeit beliebt

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Die traditionelle Füllung für die Neujahrshörnchen ist geschlagene süße Sahne. Aber der Experimentierfreude sind da keine Grenzen gesetzt. Genauso lecker schmecken zum Beispiel Eierlikörcreme, Früchtekompott, Vanille-Pudding oder Schokoladenpudding.

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Die typischen Gewürze für das Gebäck sind Zimt, Anis oder Kardamom. Einige Omas wussten den Teig schon immer mit etwas Rum oder Cognac zu verfeinern. Testen Sie einfach, wie es Ihnen am besten schmeckt.

Traditionell werden die Hörnchen über ein Waffelhorn gerollt, das eine konische Form aufweist. Sie werden damit direkt nach der Entnahme aus dem Waffeleisen aufgerollt und zum Abkühlen auf ein Gitter gelegt. Mit ein bisschen Übung rollen Sie die Neujahrskuchen jedoch auch mit der Hand oder mit Hilfe einer Flasche.

Wichtig: Bei Lagerung müssen die Hörnchen kross bleiben. Das gelingt in einer gut verschlossenen Blechdose am besten.

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Das brauchen Sie (für 12 Portionen):

Für die Waffeln:

400 Gramm Kandiszucker, 1 Vanilleschote, 1 Zitrone, davon der Abrieb, 250 Gramm weiche Butter, 3 Eier, 1 Prise Salz, 2 Teelöffel Zimt (oder Anis), 450 Gramm Mehl

Für die Füllung:

200 Milliliter Schlagsahne, 1 Teelöffel Kardamom, 4 Teelöffel brauner Zucker, 1/2 Zitrone, abgeriebene Schale

Traditionell wird zum Neujahrskuchen Tee getrunken.  imago stock&people

Und so gehts: 

Den Kandis lösen Sie in 800 Milliliter heißem Wasser auf. Schneiden Sie die Vanilleschote der Länge nach auf und kratzen das Mark heraus. Die Zitrone waschen, abtrocknen und die Schale fein abreiben. Die Hälfte davon legen Sie beiseite.

Schlagen Sie die Butter mit den Eiern und einer Prise Salz in einer Rührschüssel schaumig. Das Vanillemark, den Zitronenabrieb und Zimt dazu geben und alles gut verrühren. Zuletzt geben Sie die Zuckerlösung und das Mehl dazu. Der Teig sollte dickflüssig sein, ist das nicht der Fall, dann geben Sie noch etwas Mehl dazu.

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Heizen Sie das Hörnchen-Eisen bzw. den Hörnchenautomat auf und backen den den Teig portionsweise (ca. 1 gehäufter Esslöffel) aus. Die noch heiße Waffel wickeln Sie dann sofort um ein Rundholz. Die hohlen Hörnchen dann auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Anmerkung: Es funktioniert notfalls auch mit einem normalen Waffeleisen. Und statt eines Rundholzes können Sie auch eine entsprechend geformte Flasche nutzen.

Für die Füllung schlagen Sie die Schlagsahne mit dem Handrührgerät steif. Geben Sie Kardamom, Zucker und die übrige Zitronenschale dazu. Die Creme geben Sie in einen Spritzbeutel und füllen damit die ausgehärteten Hörnchen.

Die Neujahrskuchen sofort servieren. Klassisch wird dazu Tee gereicht. Guten Appetit!

Fertige Hörnchen können Sie bis zu 14 Tage in einer geschlossenen Blechdose lagern.