Rezept aus der DDR

Schaschlik „grusinisch“: Deftige Grill-Spieße von der MS Völkerfreundschaft

Schaschlik „grusinisch“ stand sogar auf der MS Völkerfreundschaft auf der Karte. So grillen Sie den würzigen DDR‑Klassiker mit georgischen Wurzeln.

Author - Florian Thalmann
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Etwas Brot, mehr braucht es nicht: Schaschlik „grusinisch“ ist die perfekte Spezialität für die ersten Grillabende des Jahres.
Etwas Brot, mehr braucht es nicht: Schaschlik „grusinisch“ ist die perfekte Spezialität für die ersten Grillabende des Jahres.Illustration: Berliner KURIER

Was gibt es Schöneres, als wenn der Grill angeheizt wird und der Duft von mariniertem Fleisch in der Luft liegt? Schaschlik gehört seit jeher zu den Gerichten, die Geselligkeit und Genuss verbinden. Das wusste man schon in der DDR-Zeit, weshalb Schaschlik sogar auf DEM Urlauber-Schiff der DDR auf der Karte stand. Kein Scherz: Auf einer Speisekarte der „MS Völkerfreundschaft“, die im Depot des DDR Museum Berlin lagert, findet sich als angebotenes Gericht Schaschlik „grusinisch“ mit Brot. Aber: Was ist das überhaupt und wie bereitet man es zu? Wir verraten das Rezept.

Was ist Schaschlik „grusinisch“ eigentlich?

Besonders in der georgischen Küche hat Schaschlik eine lange Tradition – das Fleisch wird kräftig gewürzt und saftig gegrillt. Das Land Georgien schlägt sich auch im Titel dieses Rezepts für Schaschlik nieder: „Grusinisch“ ist nichts weiter als eine veraltete Bezeichnung für „georgisch“ – ein Begriff, der aus dem russischen Sprachgebrauch kam. Schaschlik „grusinisch“ ist also Schaschlik nach traditionellem georgischen Rezept – und wie das geht, verraten wir Ihnen hier.

Das Gericht findet sich schon auf einer Speisekarte der „MS Völkerfreundschaft“ – das Kreuzfahrtschiff der DDR ist aktuell wieder im Gespräch, weil es gerade verschrottet wird. Zeit, den kulinarischen Genuss von den Reisen auf hoher See zurückzuholen und zum Grillen am Wochenende mal Schaschlik „grusinisch“ zu brutzeln. Dafür braucht es nur die richtige Marinade mit Zwiebeln, Essig oder Zitronensaft, Wein und ausgewählten Gewürzen. Das Ergebnis ist ein intensiver Geschmack, der bei jedem Bissen überzeugt.

Das Schiff „Astoria“ liegt im Hafen der Werft Galloo. Als „MS Völkerfreundschaft“ war das Schiff zu DDR-Zeiten als Kreuzfahrtschiff im Einsatz, jetzt wird es verschrottet.
Das Schiff „Astoria“ liegt im Hafen der Werft Galloo. Als „MS Völkerfreundschaft“ war das Schiff zu DDR-Zeiten als Kreuzfahrtschiff im Einsatz, jetzt wird es verschrottet.Markus Lenhardt/dpa

Traditionell wird Lammfleisch verwendet, Sie können aber ohne Probleme auch Schweine- oder Rindfleisch verwenden. Entscheidend ist, dass das Fleisch ausreichend Zeit hat, die Marinade aufzunehmen. Am besten gelingt dieses Gericht über Holzkohle, denn das leichte Raucharoma passt ideal zu den kräftigen Gewürzen.

Serviert wird georgisches Schaschlik meist pur, mit frischen Kräutern und Brot – so war es auch auf der „MS Völkerfreundschaft“. Wenn Sie Lust auf echtes Grillhandwerk und ein Rezept mit Charakter haben, dann ist dieses georgische Schaschlik genau das Richtige.

Zutaten für Schaschlik „grusinisch“

1 kg Fleisch (traditionell Lamm, alternativ Schweine- oder Rindfleisch), 2 große Zwiebeln, 4 Knoblauchzehen, 100 ml Weinessig, 100 ml trockener Rotwein, 1 TL Salz, 1 TL schwarzer Pfeffer, 1 TL getrockneter Thymian, eine Handvoll frische Petersilie.

Zubereitung: So geht Schaschlik „grusinisch“

Zunächst wird das Fleisch vorbereitet. Schneiden Sie es in gleichmäßige Stücke, die sich später gut auf Spieße stecken lassen. Dann schälen Sie die Zwiebeln und schneiden Sie sie in dünne Halbringe. Außerdem schälen Sie den Knoblauch und hacken Sie ihn sehr fein. In einer großen Schüssel vermischt man nun Zwiebeln, Knoblauch, Weinessig, den Rotwein sowie Salz, Pfeffer und Thymian zu einer gleichmäßigen Marinade.

Am besten schmeckt Schaschlik „grusinisch“, wenn die Spieße direkt vom Holzkohlegrill kommen. Probieren Sie das Rezept mal aus!
Am besten schmeckt Schaschlik „grusinisch“, wenn die Spieße direkt vom Holzkohlegrill kommen. Probieren Sie das Rezept mal aus!Illustration: Berliner KURIER

Anschließend gibt man das Fleisch in die Schüssel und vermengt alles gründlich, sodass jedes Stück gut mit der Marinade bedeckt ist. Die Schüssel wird abgedeckt. Das Fleisch sollte im Kühlschrank nun mindestens drei Stunden durchziehen. Noch besser wird das Ergebnis, wenn das Fleisch über Nacht mariniert – so kann sich der Geschmack besonders intensiv entwickeln.

Das marinierte Fleisch wird nun auf Spieße gesteckt. Tipp: Wer sie noch etwas aufpeppen möchte, kann alle paar Fleischstücle eine Scheibe Zwiebel dazwischenstecken. Die Spieße werden auf den Grill gelegt und etwa 15 bis 20 Minuten gegrillt. Am besten schmeckt Schaschlik „grusinisch“ vom Holzkohlegrill.

Wenden Sie die Spieße unbedingt regelmäßig, damit das Fleisch von allen Seiten schön gebräunt wird. Zum Schluss werden die fertigen Spieße mit frisch gehacktem Dill und Petersilie bestreut und sofort serviert. Dazu passt – wie im Fall des Gerichts von der Speisekarte der „MS Völkerfreundschaft“, etwas frisches Brot oder auch ein leichter Salat. Guten Appetit!

Welche Gerichte bereiten Sie zum Grillen besonders gern zu? Schicken Sie uns Ihre Ideen per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!