Ein Klassiker!

Prophetenkuchen wie früher: Dieses Thüringer Rezept braucht nur wenige Zutaten

Einfach, altbewährt und überraschend lecker: Huckelkuchen aus Thüringen gelingt mit Zutaten aus dem Vorratsschrank – perfekt für spontane Backlust.

Author - Florian Thalmann
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Der Huckelkuchen, auch bekannt als Prophetenkuchen, bekommt seinen Namen durch die ganz typischen Berge, die beim Backen auf dem Kuchen entstehen.
Der Huckelkuchen, auch bekannt als Prophetenkuchen, bekommt seinen Namen durch die ganz typischen Berge, die beim Backen auf dem Kuchen entstehen.Depositphotos/imago

Im Osten war man schon immer erfinderisch – hier wird aus den einfachsten Dingen wirklich das Beste gemacht. Wer heute einen schnellen Kuchen sucht, der sich auch ohne offene Läden einfach backen lässt, sollte sich deshalb von der Backkunst von früher inspirieren lassen. Das klappt mit Huckelkuchen auf jeden Fall! Die Spezialität aus Thüringen, die auch unter dem Namen Prophetenkuchen bekannt ist, können Sie garantiert mit Zutaten backen, die Sie im Vorratsschrank haben. Wir verraten Ihnen das Rezept für den Klassiker.

Prophetenkuchen oder Huckelkuchen: Was ist das?

Die Thüringer sind bekannt für ihre Festtagskuchen – das Backen hat hier Tradition! Oft werden bei besonderen Anlässen auf einem Blech gleich mehrere Sorten Kuchen zubereitet, damit die Auswahl an kleinen, süßen Kuchen-Häppchen dann etwas größer ist. Aus der Thüringer Backtradition kommt auch der Prophetenkuchen, der zu den absoluten Klassikern für Hobbybäcker gehört. Denn er braucht nur einfache Zutaten, ist schnell gemacht und überraschend lecker!

Der Prophetenkuchen – auch unter dem Namen Huckelkuchen bekannt – macht vor allem mit seinem besonderen Namen von sich reden. Der ist aber schnell erklärt: Bei dem Kuchen handelt es sich um einen Blechkuchen, der beim Backen Blasen schlägt.

Auf dem Kuchen bilden sich größere und kleinere Huckel. Warum hier der Prophet verewigt wurde? Das liegt vermutlich daran, dass man die Huckel auf dem Huckelkuchen auch als Berge sehen könnte. Und es heißt: „Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berge gehen.“

Nach dem Backen wird der Huckelkuchen oder Prophetenkuchen mit Butter eingestrichen und mit Puderzucker bestäubt. Dazu können Sie einen Klecks frische Schlagsahne servieren.
Nach dem Backen wird der Huckelkuchen oder Prophetenkuchen mit Butter eingestrichen und mit Puderzucker bestäubt. Dazu können Sie einen Klecks frische Schlagsahne servieren.Illustration: Berliner KURIER

Das erste bekannte Rezept stammt übrigens nicht aus Thüringen, sondern aus Lübeck: Es wird in einem Kochbuch beschrieben, das der Drucker Johann Balhorn im Jahr 1570 schuf. Auch in dem Buch „Lehren und Erfahrungen für ein junges Frauenzimmer“ von 1786, das also mehr als 200 Jahre später erschien, ist ein Rezept für Prophetenkuchen vermerkt.

Das kommt in klassischen Huckelkuchen aus Thüringen

Enthalten sind im Kuchen neben Eiern, Zucker, Fett und Mehl auch ein kräftiger Schluck Schnaps. Der Kuchen ist also nicht unbedingt etwas für Kinder. Er wird nach dem Backen noch anständig gebuttert und mit Puderzucker bestäubt. Dazu eine Tasse Kaffee und der Sonntag ist gerettet! Manchmal ist der Kuchen nach dem Backen übrigens etwas weicher, manchmal auch eher fest und knusprig, beinahe wie ein Keks. Probieren Sie das wirklich geniale Rezept aus Thüringen mal aus!

Zutaten für Prophetenkuchen aus Thüringen

Sie brauchen: 500 Gramm Mehl, 6 Eier, 1 Tasse Rum, 100 Gramm Margarine, 100 Gramm Zucker, eine Prise Salz, etwas Butter zum Einpinseln und Puderzucker zum Bestäuben.

Zubereitung: So backen Sie klassischen Prophetenkuchen

So wird’s gemacht: Geben Sie zunächst die Hälfte des Mehls in eine große Rührschüssel. Fügen Sie anschließend die Eier, den Rum, die Margarine, den Zucker und das Salz hinzu und verrühren Sie alles mit dem Handmixer zu einem gleichmäßigen Teig. Danach kommt das restliche Mehl dazu, das Sie zügig unterarbeiten. Heizen Sie den Backofen nun auf 220 Grad vor.

Die typischen Berge und Täler auf dem Kuchen geben dem Huckelkuchen seinen Namen. Manche nennen den Blechkuchen aus Thüringen auch Prophetenkuchen.
Die typischen Berge und Täler auf dem Kuchen geben dem Huckelkuchen seinen Namen. Manche nennen den Blechkuchen aus Thüringen auch Prophetenkuchen.Depositphotos/imago

Rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn aus und legen Sie ihn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Schmelzen Sie etwas Butter in einem kleinen Topf und bestreichen Sie die Teigfläche damit. Der Kuchen wird nun für maximal 10 Minuten im Ofen gebacken. Dabei sollte er nicht zu dunkel werden.

Gut ist er, wenn er goldgelb aussieht und sich viele kleine Wellen und Erhebungen gebildet haben. Bleiben Sie während des Backens also auf jeden Fall am Ofen stehen, denn es geht je nach Ofen wirklich schnell. Manchmal ist der Prophetenkuchen auch schon nach 5 bis 7 Minuten fertig. Passen Sie auf, dass er nicht verbrennt!

Nehmen Sie den Kuchen aus dem Ofen und lassen Sie ihn kurz abkühlen. Bestreichen Sie ihn anschließend erneut mit etwas flüssiger Butter und bestäuben Sie ihn ein- bis zweimal großzügig mit Puderzucker. Zum Schluss in Stücke schneiden und servieren. Besonders lecker schmeckt er mit einem Klecks Schlagsahne dazu. Guten Appetit!

Welche Kuchen aus dem Osten bereiten Sie besonders gern zu? Schicken Sie uns Ihre Ideen und Rezepte per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!