Es gibt Gerichte, die man entweder hasst oder liebt – ein klassisches Beispiel ist Sülze. Die einen verehren die Gelee-Spezialität mit verschiedenen Einlagen, die anderen verachten sie. Besonders beliebt bei Liebhabern der Sülze ist Omas klassische Schüsselsülze, wie sie schon in der DDR zubereitet wurde. Es gibt nur ein Problem: Dieses Gericht ist nichts für den Sommer. Deshalb: Jetzt schnell nochmal Schüsselsülze zubereiten, bevor es zu spät ist! Wir haben ein einfaches und richtig leckeres Rezept für Omas Leibgericht.
Warum wird Sülze im Sommer eigentlich nicht fest?
Schüsselsülze bekommt ihren Namen, weil die Sülze klassisch in einer Schüssel zubereitet und dann gestürzt wird – so bekommt sie die typische schicke Pudding-Form. Bei unserem eher klassischen und einfachen Rezept für Schüsselsülze kommt natürlich Fleisch hinein, außerdem Gurken und verschiedene Gewürze. Die Zubereitung ist nicht schwer, braucht aber ein bestimmtes Wetter. Der Grund: Gelatine geliert wirklich nur zuverlässig bei niedrigen Temperaturen. Wenn es aber warm wird, kann das nicht immer eingehalten werden.
Die Küche ist wärmer als im Winter, die Temperatur im Kühlschrank nicht immer stabil – sobald die Tür geöffnet wird, findet der Luftaustausch mit der Außenwelt statt. Die Folge: Die Sülze kühlt langsamer aus. Für eine wirklich stabile Sülze braucht es aber zügiges Abkühlen und dann konstante Kälte. Wenn das nicht gegeben ist, kann sich in der Gelatine kein stabiles Netzwerk aus Molekülen bilden. Die Folge: Die Schüsselsülze fühlt sich dann weich oder schmierig an – oder bleibt sogar flüssig. Achten Sie deshalb wirklich auf die Temperaturen – und kochen Sie jetzt nochmal schnell eine leckere Sülze, bevor es zu spät ist! Hier kommt unser einfaches Rezept.
Zutaten für Omas Schüsselsülze
Sie brauchen: 2 Eisbeine, 1 Schweinekopf, 1 Bund Suppengrün, 3 Lorbeerblätter, 3 Gewürznelken, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, saure Gurken, getrockneten Majoran, Salz und Pfeffer, Kümmel, etwas Essig
Zubereitung: So machen Sie Omas klassische Schüsselsülze
Geben Sie zwei Liter Wasser in einen großen Topf, salzen Sie es kräftig und bringen Sie es zum Kochen. Den Schweinekopf und die Eisbeine in das gesalzene Wasser geben und aufkochen lassen. Nun muss alles so lange kochen, bis das Fleisch richtig ausgekocht ist – etwa zweieinhalb bis drei Stunden müssen Sie rechnen. Während das Fleisch kocht, putzen Sie das Suppengrün. Eine halbe Stunde vor dem Ende der Kochzeit geben Sie es zum Fleisch in den Topf.

Wenn das Fleisch und das Suppengrün gar sind, nehmen Sie beides aus dem Topf. Das Fleisch wird kleingeschnitten, die Möhren aus dem Suppengrün ebenfalls. Beides stellen Sie zunächst beiseite. Nun spicken Sie die Zwiebeln mit den Gewürznelken. Geben Sie sie zusammen mit den Lorbeerblättern in den Fond und lassen Sie ihn so lange köcheln, bis die Zwiebeln weich sind. Dann wird die Brühe mit Pfeffer, Essig und Kümmel abgeschmeckt. Die Knoblauchzehen pressen Sie durch die Presse und vermischen sie mit etwas Salz. Auch diese Mischung kommt an den Fond. Nun muss alles noch einmal kurz aufkochen.
So wird die Schüsselsülze zusammengebaut
Das zerschnittene Fleisch und die Möhren geben Sie in eine große Schüssel. Die Gewürzgurken werden in kleine Stücke geschnitten und ebenfalls zugegeben. Vermengen Sie die Zutaten gut. Nun gießen Sie die Brühe durch ein Sieb in die Schüssel – so viel, dass die Zutaten für die Schüsselsülze etwa einen Zentimeter hoch bedeckt sind. Dann kommt die Schüsselsülze in den Kühlschrank.
Während sie abkühlt, sollte in der Anfangszeit alles noch mehrmals mit einer Gabel vorsichtig umgerührt werden, damit das Fleisch nicht nur am Boden der Schüssel liegt, sondern sich gut in der fertigen Schüsselsülze verteilt. Wenn die Sülze fest geworden ist, kann sie gestürzt werden, sollte danach aber immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dazu passen verschiedene Beilagen wie Bratkartoffeln oder frischer Kartoffelsalat und Remouladensoße. Guten Appetit!


