Von einem Kettenbrief hat wohl jeder schon einmal gehört – aber kennen Sie auch den Ketten-Kuchen? In den 90ern war er ein absoluter Trend… und bekannt unter dem Namen Hermann. Hermann? Einige werden sich jetzt erinnern: Ein Hermann ist eine spezielle Art von Sauerteig – ein Hefe-Teig, der über eine Dauer von zehn Tagen immer wieder umgerührt und mit neuen Zutaten gefüttert werden muss, bevor er geteilt, gebacken und weitergegeben wird. Für alle, die dem kultigen Kuchen neues Leben einhauchen wollen, kommt hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung – ein perfektes Experiment für die kalte Jahreszeit!
Hermann-Teig ansetzen, pflegen und backen: die einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung
Dieser Sauerteig ist einfach Kult – auch wenn er in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach in Vergessenheit geriet. In den 90er- und den frühen 2000er-Jahren aber war der Hermann-Teig ein echter Dauerbrenner: In Freundeskreisen, in Schulklassen und in Vereinen wurden die Frischhaltedosen mit dem Teig herumgereicht, viele Hobby-Bäcker züchteten und pflegten daheim ihren ganz eigenen Hermann. Einmal angesetzt musste der Teig immer wieder gefüttert und umgerührt werden, nach zehn Tagen wurde er in vier Portionen geteilt. Eine verarbeitete man zu einem Kuchen, zwei wurden verschenkt, mit einer begann der Hermann-Zyklus von vorn.
Nur: Wie setzt man einen Hermann an, wenn man ihn nicht geschenkt bekommt? Es ist überhaupt nicht schwer – aus einfachem Mehl, Wasser, Zucker und Trockenhefe wird der Hermann-Ansatz angerührt, dann entwickelt er sich über eine Dauer von zehn Tagen. Im Laufe der Zeit wird der Hermann immer größer. Am besten lässt sich der Hermann-Teig zu Rührkuchen verarbeiten, die mit den unterschiedlichsten Zutaten aufgewertet werden können. Wir verraten, wie Sie einen Hermann züchten, wie Sie ihn füttern und was Sie daraus zaubern können.
Das simple Rezept: So setzen Sie den kultigen Sauerteig namens Hermann an
- 100 Gramm Mehl
- 1 Esslöffel Zucker
- 2Teelöffel Trockenhefe
- 150 Milliliter lauwarmes Wasser
Und so setzen Sie den Hermann-Teig an: Geben Sie die Zutaten in eine große Schüssel und rühren Sie gründlich um, bis ein glatter Teig entsteht. Dabei sind ein paar Dinge wichtig: Verwenden Sie einen Glas- oder Plastikbehälter, der mit einem lose aufliegenden Deckel versehen ist. Der Grund: Wenn die Hefe arbeitet, entsteht Gas – ist der Behälter fest verschlossen, kann er explodieren! Er sollte etwa zwei Liter fassen, da der Teig, auch wenn er zunächst klein erscheint, nach der ersten Fütterung deutlich an Volumen zunimmt. Wählen Sie daher lieber gleich einen ausreichend großen Behälter. Zum Umrühren sollten Sie nur Holz- oder Plastikwerkzeuge benutzen, da Hermann kein Metall verträgt.

Lassen Sie den Teigansatz nach dem Rühren für zwei Tage bei Zimmertemperatur stehen. Bereits nach kurzer Zeit wird er anfangen zu blubbern. Nach den zwei Tagen kommt Hermann in den Kühlschrank, wo er für die nächsten Tage aufbewahrt wird. Am ersten Tag im Kühlschrank sollte der Teig ruhen. An den Tagen 2, 3 und 4 wird er jeweils einmal vorsichtig umgerührt. Am fünften Tag folgt die erste Fütterung: Geben Sie 100 Gramm Mehl, 150 Gramm Zucker und 150 Milliliter Milch hinzu und rühren Sie alles gründlich ein. An den Tagen 6 bis 9 wird der Teig täglich umgerührt, und am zehnten Tag erfolgt die zweite Fütterung mit denselben Zutaten.
So backen Sie aus dem Hermann-Teig einen leckeren Rührkuchen
Danach teilen Sie den Teig in vier Portionen à etwa 200 Gramm. Eine Portion dient als neuer Hermann und wird im Kühlschrank weiter gepflegt. Zwei Portionen können verschenkt werden. Wichtig: Wenn Sie eine Teig-Portion an Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte weitergeben, sollten Sie unbedingt einen Zettel mit den Anweisungen für Fütterung und Pflege des Teigs beilegen.





