Was nur ist ein Paul ohne seine Paula? Defa-Star Winfried Glatzeder (80) blickt auf schwere Monate zurück. Schon Anfang des Jahres musste er sich von seiner Lebensliebe Marion verabschieden, wie er jetzt in der Superillu offenbart.
Glatzeders Frau litt an Lungenkrankheit COPD
Wie er im Superillu-Interview erzählt, starb Ehefrau Marion kurz vor ihrem 78. Geburtstag. Sie hatte an der unheilbaren Lungenkrankheit COPD gelitten, der sie vor rund drei Monaten schließlich auch erlag.
„Ohne sie hätte ich diese Karriere gar nicht machen können. Sie hat den Haushalt geschmissen, das Familienleben organisiert und mir den Rücken freigehalten – all das während ihres Studiums und der Arbeit als Lehrerin“, erklärt der Star aus dem Defa-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ (1973).

Die beiden waren seit 1967 ein Paar gewesen, hatten 1970 geheiratet und wurden Eltern zweier Söhne. Glatzeder: „Marion war ein unglaublich respektvoller und liebenswürdiger Mensch; ein großer Teil meines Lebens ist weggebrochen.“
Und weiter: „Meine Söhne kümmern sich rührend um mich, aber ich muss da alleine durch.“
Kindheit im Kinderheim
Mit seiner Marion verbindet Glatzeder eine gemeinsame frühe Erfahrung. Beide wuchsen in Kinderheimen auf, was sie laut Glatzeder „grundlegend verbunden“ habe. Sie hätten sich versprochen, einander niemals in ein Altenheim abzuschieben. Bis zum Schluss war Glatzeder nun für seine Frau da.
COPD ist eine tückische Krankheit, die immer weiter voranschreitet und nicht heilbar ist. Die Atemwege sind dauerhaft entzündet und verengt, Betroffene bekommen zunehmend schlechter Luft.
Der Schauspieler sprach noch zu ihren Lebzeiten immer von der tiefen Verbundenheit zu Marion: Gemeinsam erlebten sie die verschiedenen Phasen einer Partnerschaft. Von Liebe über tiefe Freundschaft bis hin zu Mitgefühl und Freiheit. Diese Mischung sei für ihn das Fundament eines erfüllten gemeinsamen Lebens.
„Meine Frau hat immer mehr Geduld mit mir, als ich mit mir selbst“, sagte Glatzeder 2017 im Bunte-Interview und beschrieb damit die besondere Qualität ihrer Beziehung.
„Ich wäre auch gern ein Störenfried“
Anlässlich des Defa-Jubiläums, die Filmfabrik der DDR wurde vor 100 Jahren gegründet, erinnert sich Glatzeder, der die DDR 1982 mit seiner Familie verließ und nach West-Berlin übersiedelte, an einen seiner Lieblingsfilme.
„Till Eulenspiegel“ von 1975, mit ihm in der Hauptrolle. „Dieser Narr hält anderen den Spiegel vor und drückt sie mit dem Gesicht in ihre eigene Schei… Er ist ein Störenfried – so, wie ich es gern wäre. Denn letztlich bin ich Spießer …“


