Mit ihren Wurzeln in Bayern und ihrer charmant-chaotischen Art in der Küche, war es immer ein Erlebnis, meiner Mama beim Backen zuzusehen. Manchmal verbrannte sie etwas, manchmal ging ein Maß schief, aber am Ende war es immer perfekt. Genau diese Mischung aus Spontaneität und Liebe hat ihre Buchteln zu etwas ganz Besonderem gemacht. Heute möchte ich dieses Rezept mit euch KURIER-Lesern teilen, damit auch ihr in den Genuss dieser Kindheitserinnerung kommen könnt.
Heißen diese saftig-fluffigen Buchteln bei Ihnen vielleicht Rohrnudeln? Möglich. In meiner Kindheit hieß dieses nette Gebäck Buchteln – am leckersten waren sie mit warmer Vanillesoße, achje ... wie sehr ich mich jetzt nach diesem Gericht sehne.
Sie brauchen 500 Gramm Mehl, einen Würfel frische Hefe (42 g) oder ein Päckchen Trockenhefe, 200 Milliliter lauwarme Milch, 100 Gram Zucker, 80 Gram Butter, zwei Eier, eine Prise Salz, den Abrieb einer halben Zitrone, etwas Butter zum Einfetten der Form, Puderzucker zum Bestäuben und später kommen noch die Zutaten für die Vanillesoße.
Rezept für herrliche Buchteln: So einfach geht's!
Beginnen Sie damit, die Hefe in der lauwarmen Milch aufzulösen. Achten Sie darauf, dass die Milch nicht zu heiß ist, um die Hefe nicht zu zerstören. Geben Sie einen Esslöffel Zucker hinzu und lassen Sie die Mischung etwa 10 Minuten stehen, bis sich Bläschen bilden.
In einer großen Schüssel das Mehl mit dem restlichen Zucker, der Prise Salz und dem Zitronenabrieb vermischen. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und leicht abkühlen lassen. Die aufgelöste Hefe, die Butter und die Eier zum Mehl geben. Alles mit den Händen oder dem Knethaken einer Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Meine Mutter sagte immer, man solle den Teig so lange kneten, bis er nicht mehr an den Fingern klebt und schön geschmeidig ist – mir ist das aber zu mühsam ... Decken Sie die Schüssel mit einem Küchentuch ab und lassen Sie den Teig an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen, bis er sich quasi verdoppelt hat.

Rezept für die wohl besten Buchteln der Welt!
Nach der Gehzeit können Sie den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal kurz durchkneten. Teilen Sie den Teig in etwa gleich große Stücke (je nach Vorliebe etwa 12 bis 16 Stück) und formen Sie daraus kleine Kugeln. Diese Kugeln werden dann dicht an dicht in eine gut gebutterte Auflaufform gesetzt.
Decken Sie die Auflaufform wieder ab und lassen Sie die Buchteln noch einmal etwa 30 Minuten gehen. In der Zwischenzeit können Sie aufräumen und den Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Backen Sie die Buchteln dann für etwa 25 bis 30 Minuten, bis sie schön goldbraun sind. Wenn meine Mutter sie gemacht hat, waren immer ein oder zwei Buchteln etwas dunkler – das gehörte einfach dazu. Papa mag es aber knusprig ... daher erbarmte er sich der verbrannten Buchteln gern.
Nach dem Backen können Sie die Buchteln aus dem Ofen nehmen und etwas abkühlen lassen. Bestäuben Sie sie zum Schluss noch mit etwas Puderzucker.
Rezept für leckere Vanillesoße!
Für die Vanillesoße brauchen Sie 500 Milliliter Milch, zwei Eigelb, 50 Gramm Zucker, ein Päckchen Vanillezucker (oder das Mark einer Vanilleschote) und einen Esslöffel Speisestärke.
Geben Sie die Milch in einem Topf, zusammen mit Zucker, Vanillezucker oder dem Vanillemark, erhitzen Sie es langsam. Achten Sie darauf, dass die Milch nicht kocht – sie sollte nur heiß werden.

Eigelb und Stärke verrühren: Während die Milch erhitzt wird, das Eigelb mit der Speisestärke in einer kleinen Schüssel glatt rühren. Sobald die Milch heiß ist, nehmen Sie den Topf vom Herd und geben eine kleine Menge der heißen Milch zur Eier-Stärke-Mischung. Gut verrühren – das verhindert, dass die Eier später stocken. Geben Sie nun die Eiermischung unter ständigem Rühren in den Topf mit der restlichen Milch. Erwärmen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren, bis die Soße leicht eindickt. Auch hier gilt: Die Soße darf nicht kochen, sonst wird sie zu dick und klumpig. Sobald die Soße die gewünschte Konsistenz hat, nehmen Sie sie vom Herd.
Nun kommt der beste Teil: Die Buchteln werden noch warm zusammen mit der Vanillesoße serviert. Meine Lieblingsvariante war es, die Buchteln direkt in der Soße schwimmen zu lassen, sodass sie sich richtig vollsaugen konnten. Meine Mutter verstand das immer und gab mir extra viel Soße – schließlich wusste sie, wie ich es mochte.
Auch wenn meine Mutter beim Kochen manchmal improvisierte und nicht jedes Maß genau nahm, waren ihre Gerichte immer perfekt – voller Wärme, Liebe und einem Hauch von Chaos, das einfach dazugehört. Nehmen Sie meine Maßeinheiten also gerne mit einer Prise Salz ... am leckersten werden die Buchteln, wenn sie, wie Mama es immer machte, aus der Hüfte zusammengerührt werden ... Guten Appetit, liebe KURIER-Leser! ■






