Umstrittene Vorschläge

Rente mit 68? So denken die Deutschen über die neuen Reformpläne

Aktienrente ja, später in Rente eher nein! Eine neue Umfrage zeigt, wie gespalten Deutschland bei der Rentenreform ist.

Author - Stefan Doerr
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Die gesetzliche Rente soll reformiert werden. Was halten die Deutschen von den Plänen? (Archivfoto)
Die gesetzliche Rente soll reformiert werden. Was halten die Deutschen von den Plänen? (Archivfoto)Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Monatelang hat eine Expertenkommission über die Zukunft der Rente beraten. Jetzt liegen die Vorschläge auf dem Tisch und die schwarz-rote Bundesregierung will sie so schnell wie möglich umsetzen. Zwei Ideen stehen dabei im Mittelpunkt: Ein Teil der Rentenbeiträge soll künftig in Aktien investiert werden. Gleichzeitig sollen die Deutschen länger arbeiten. Doch wie kommen diese Pläne in der Bevölkerung an?

5000 Bürger wurden zu Rentenplänen befragt

Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Web.de, für die 5000 Bürgerinnen und Bürger befragt wurden, zeigt: Beim Thema Aktien-Rente gibt es überraschend viel Zustimmung. 59 Prozent der Befragten sehen es positiv, dass künftig zwei Prozentpunkte des Rentenbeitrags am Kapitalmarkt angelegt werden sollen. Gewinne sollen dafür sorgen, dass das Rentenniveau stabil bleibt oder sogar steigt. 23 Prozent lehnen die Aktien-Pläne ab, 18 Prozent sind unentschieden.

Besonders groß ist die Zustimmung überraschend bei den über 65-Jährigen. In dieser Altersgruppe halten 67 Prozent die Kapitalmarkt-Pläne für richtig. Am skeptischsten sind dagegen die 30- bis 39-Jährigen. Doch selbst hier unterstützt mit 50 Prozent noch jeder Zweite den Vorschlag, berichtet Web.de.

Ein Teil des Rentenbeitrags soll in Aktien angelegt werden. Ist das sinnvoll?
Ein Teil des Rentenbeitrags soll in Aktien angelegt werden. Ist das sinnvoll?Arne Dedert/dpa

Dieser Reformplan spaltet Deutschland

Deutlich kontroverser wird dagegen über das Renteneintrittsalter diskutiert. Die Kommission empfiehlt, den Ruhestand schrittweise nach hinten zu verschieben. Statt wie bisher mit 67 Jahren soll der Renteneintritt künftig an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Konkret würde das bedeuten: 2041 läge das Renteneintrittsalter bei 67,5 Jahren, 2051 schließlich bei 68 Jahren.

Mit diesem Vorschlag tut sich die Bevölkerung deutlich schwerer. Nur 39 Prozent bewerten ihn positiv, 45 Prozent lehnen ihn ab. Weitere 16 Prozent haben sich noch keine Meinung gebildet.

Auch hier sind es ausgerechnet die ältesten Befragten, die längeres Arbeiten am stärksten unterstützen. Bei den über 65-Jährigen sprechen sich 54 Prozent dafür aus. In allen anderen Altersgruppen überwiegt dagegen die Skepsis. Am wenigsten Begeisterung gibt es bei den 18- bis 29-Jährigen. Lediglich 28 Prozent unterstützen die längere Lebensarbeitszeit. Besonders groß ist die Ablehnung bei den 40- bis 49-Jährigen. Dort lehnen 48 Prozent die Pläne ab, nur 32 Prozent befürworten sie.