Mehr Geld im Alter – und zwar deutlich mehr: Die neue Rentenreform soll Millionen Deutschen spürbar höhere Bezüge sichern. Herzstück ist die sogenannte Kapitalrente. Sie startet voraussichtlich 2029 und soll dafür sorgen, dass die Rente künftig um mehrere Hundert Euro steigt. Für viele klingt das abstrakt. Dabei lässt sich schon jetzt ziemlich konkret sagen, was am Ende im Portemonnaie landen könnte.
So bringt die Kapitalrente jeden Monat mehr Geld
Die Idee hinter der neuen Regelung ist schnell erklärt: Ein Teil der Rentenbeiträge wird künftig nicht mehr nur in die klassische Rentenkasse eingezahlt, sondern am Finanzmarkt angelegt – etwa in Aktien und Fonds. Dort kann das Geld über viele Jahre wachsen. Entscheidend ist dabei der Zinseszinseffekt: Er sorgt dafür, dass sich Erträge immer weiter aufbauen.

Die Rentenkommission geht davon aus, dass langfristig rund vier Prozent Rendite pro Jahr möglich sind. Das klingt nach wenig, entfaltet aber über Jahrzehnte enorme Wirkung. Wer regelmäßig einzahlt, profitiert nicht nur von den eigenen Beiträgen, sondern auch von den Gewinnen der Vorjahre. So entsteht über die Zeit ein deutlich größeres Polster.
Ab Renteneintritt wird dieses Kapital dann zusätzlich zur gesetzlichen Rente ausgezahlt und kann die monatlichen Bezüge spürbar erhöhen.
Jüngere profitieren am meisten – so viel Extra-Rente ist drin
Wie viel am Ende herauskommt, hängt vor allem vom Alter ab. Je länger eingezahlt wird, desto stärker wirkt der Effekt.
Ein Beispiel: Ein heute 47-Jähriger mit durchschnittlichem Einkommen könnte später rund 150 Euro mehr Rente im Monat bekommen. Das sind etwa 1800 Euro zusätzlich pro Jahr. Über 20 Jahre Ruhestand summiert sich das auf rund 36.000 Euro extra.

Richtig deutlich wird der Unterschied bei Jüngeren. Wer heute etwa 22 Jahre alt ist und sein gesamtes Arbeitsleben einzahlt, kann laut Prognosen mit bis zu 770 Euro mehr monatlicher Rente rechnen. Auf ein Jahr gerechnet sind das rund 9240 Euro zusätzlich – genug, um sich im Alter deutlich mehr leisten zu können.
Wichtig: Die Zusatzrente muss später versteuert werden. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, hängt also auch von der individuellen Situation ab.
Staat gibt Sicherheit – Verluste sollen abgefedert werden
Bleibt die große Frage: Was passiert, wenn die Finanzmärkte schwanken? Hier sieht die Reform eine Absicherung vor. Sollte das angesparte Kapital zum Renteneintritt nicht ausreichen, greift ein Sicherheitsmechanismus. Eine sogenannte Haltelinie sorgt dafür, dass die Gesamt-Rente bei mindestens 48 Prozent des Durchschnittslohns liegt.
Das Geld wird dabei nicht selbst verwaltet. Vorgesehen ist, dass Institutionen wie die Bundesstiftung KENFO oder die Bundesbank die Anlage übernehmen und über große Anbieter investieren. Dabei wird das Risiko mit dem Alter angepasst: Jüngere setzen stärker auf Aktien, ältere profitieren von sichereren Anlagen.



