Berlin stöhnt unter einer Hitzewelle. In dieser Woche klettern die Temperaturen in der Hauptstadt auf bis zu 38 Grad – manche Wettermodelle zeigen sogar die 40-Grad-Marke. Während die meisten Berliner die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes über Apps oder soziale Medien erhalten, drohen Tausende ältere und alleinlebende Menschen durch das Raster zu fallen. Denn wer kein Internet hat, erfährt von drohender Extremhitze oft zu spät – oder gar nicht. Das kann gefährlich werden, Deutschland rechnet mit Hitzetoten. Genau das will der Berliner Verein Silbernetz jetzt ändern.
Silbernetz startet Wetter-Infotelefon für ältere Berliner
Das Prinzip des neuen Services ist denkbar einfach: Wer sich telefonisch anmeldet, wird automatisch angerufen, sobald der Deutsche Wetterdienst vor Extremwetter warnt – ob Hitzewelle, Sturm oder Glatteis. Am Telefon erhalten die Angerufenen dann konkrete Verhaltenstipps: Wie schütze ich mich bei 38 Grad in der Wohnung? Wo finde ich in meiner Nähe einen kühlen Aufenthaltsort? Wie lagere ich meine Medikamente sicher, wenn es im Schlafzimmer brüllend heiß wird?

„Extreme Wetterlagen können insbesondere für ältere und alleinlebende Menschen zur Belastung werden“, sagt Silbernetz-Leiterin Kerstin Winkler. Ziel sei es, frühzeitig zu informieren und konkrete Hilfe zu organisieren.

Bei Hitze schickt Silbernetz auch Ehrenamtliche vorbei
Der Service geht dabei weit über eine bloße Warndurchsage hinaus. Bei Bedarf vermittelt Silbernetz auch praktische Unterstützung durch Ehrenamtliche – etwa für Einkäufe oder die Besorgung von Medikamenten, wie Vereinssprecherin Amira Mahdi erklärt.

Ganz neu ist die Idee nicht: Bereits im vergangenen Jahr hatte Silbernetz in Neukölln ein erstes Angebot dieser Art erprobt. „Wir haben gemerkt, dass das Angebot gebraucht wird“, sagt Mahdi. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt seien direkt in den Aufbau des neuen, berlinweiten Services eingeflossen.
Für den weiteren Ausbau sucht der Verein derzeit freiwillige Helfer. Das Angebot ist kostenlos, wird von der Lotto-Stiftung Berlin gefördert und ist über das Infotelefon von Silbernetz zugänglich.
- Morgens und nachts lüften, tagsüber Fenster geschlossen halten
- Rollläden/Vorhänge runter, besonders auf der Sonnenseite
- Viel trinken (Wasser, Schorlen) – auch ohne Durst
- Leicht essen (Salat, Obst statt schwerer Mahlzeiten)
- Kaltes Wasser über Handgelenke oder Nacken laufen lassen
- Bettlaken aus Baumwolle oder Leinen nutzen
- Vor dem Schlafen kurz lauwarm duschen
- Teppiche wegräumen, die speichern Hitze

