Viele Menschen fürchten sich vor dem Ruhestand. Ihre Sorge: Reicht das Geld am Ende überhaupt? Tatsächlich gibt es in Deutschland Geburtsjahrgänge, die statistisch deutlich schlechter dastehen als andere. Sie gelten als die „Rentenverlierer“ und dafür können sie oft nicht einmal etwas.
Diese Jahrgänge und Gruppen trifft es besonders hart
Denn die Höhe der gesetzlichen Rente hängt nicht nur davon ab, wie lange und wie viel jemand gearbeitet hat. Auch politische Entscheidungen, Rentenreformen und gesellschaftliche Umbrüche können darüber entscheiden, wie gut oder schlecht ein Jahrgang im Alter abgesichert ist.
Das Rentenniveau, also das Verhältnis zwischen Standardrente und Durchschnittslohn, ist seit den 1970ern im Sinkflug. Laut Bundeszentrale für politische Bildung liegt es seit 2012 dauerhaft unter 50 Prozent. 2014, 2016 und 2018 erreichte es mit 48,1 Prozent besonders niedrige Werte, 2015 sogar den Rekord-Niedrigwert von nur 47,7 Prozent. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren lag dieser Wert noch bei deutlich über 50 Prozent!

Rechnet man die damaligen Renteneintrittsalter zurück, landen diese niedrigen Werte des Rentenniveaus bei den Geburtsjahrgängen 1948, 1949, 1950 und 1952. Statistisch gesehen sind diese Jahrgänge also jene mit den niedrigsten Renten.
Doch die Probleme enden nicht bei den heute bereits Verrenteten. Experten sehen noch drei weitere Gruppen, die besonders schlechte Aussichten haben.
Jahrgang 1964 und jünger gehört zu den größten Verlierern. Für diese Generation gilt erstmals die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Abschlagsfrei können diese Menschen erst ab dem Jahr 2031 in Rente gehen. Wer früher aus dem Berufsleben aussteigen möchte, muss dauerhafte Abschläge hinnehmen.
Die größten Verlierer sind diese drei Gruppen
Auch die späten 1950er- und frühen 1960er-Jahrgänge sind gekniffen. Sie mussten zahlreiche Rentenreformen und steigende Beiträge mittragen. Hinzu kamen bei vielen Brüchen in den Erwerbsbiografien, zum Beispiel durch den Strukturwandel in Ostdeutschland oder längere Phasen der Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig profitieren sie nicht mehr vom vergleichsweise hohen Rentenniveau früherer Jahrzehnte.

Besonders groß ist zudem das Risiko bei Frauen der Jahrgänge 1955 bis 1970. Viele arbeiteten über Jahre in Teilzeit, unterbrachen ihre Erwerbstätigkeit wegen der Kindererziehung oder pflegten Angehörige. Dadurch konnten sie oft weniger Rentenpunkte sammeln und sind häufiger von Altersarmut bedroht.
Neben diesen drei Verlierer-Gruppen gibt es auch noch die „klassischen“ Rentenverlierer. Das sind Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien, Langzeitarbeitslose, Geringverdiener. Sie alle spüren die Folgen eines Systems, das immer stärker unter dem Druck des demografischen Wandels steht. Die nächste Rentenreform wird von der schwarz-roten Bundesregierung gerade ausgearbeitet. Und schon jetzt ist klar, dass neue Regelungen nicht alle auf gleiche Weise treffen werden, aber manche besonders hart.


