Die Frische des Rhabarbers lässt sich an festen, glänzenden Stangen sowie noch leicht feuchten Schnittflächen erkennen. dpa-tmn/dpa Themendienst/Christin Klose

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn: Rhabarber! Rhabarber ist sicher nichts für klassische Naschkatzen, aber das saure Gemüse hat seine Fans und eine Menge Mineralien und Ballaststoffe. Ob als süßer Kuchen oder als leckere Grütze, das Gemüse enthält auch wichtige Vitamine. Doch: Wie gesund ist Rhabarber wirklich? Oder giftig? Wie einige behaupten.

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Wie gesund ist Rhabarber?

100 Gramm Rhabarber enthalten gerade mal 20 Kilokalorien. Das Gemüse ist reich an Eisen, Calcium und Phosphor, aber auch Vitamin C und Pektin sind enthalten

Rhabarber wird zu den Heilpflanzen gezählt. Das bitter oder sauer schmeckende Gemüse soll durch das enthaltende Pektin zum Beispiel bei Verdauungsproblemen helfen. Pflanzliche Quellstoffe sorgen dafür, dass mehr Flüssigkeit in den Darm gelangt. Er wurde bereits vor 5000 Jahren als Heilmittel verwendet. In China werden seine Wurzeln noch heute gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

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Wie giftig ist Rhabarber?

Doch das Gemüse sollte auch mit Vorsicht verzehrt werden. Rhabarber enthält eine hohe Menge an Oxalsäure. Oxalsäure bildet Ernährungsexperten zufolge im Körper zusammen mit Kalzium das schwer lösliche Kalziumoxalat, das sich als Kristall in Harnkanälchen und Nieren ablagern kann. Oxalsäure kann zu gesundheitlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Übelkeit führen. Menschen mit Nieren- oder Gallenproblemen sowie Rheuma- oder Arthroseerkrankte sollten daher Rhabarber nur in geringen Mengen verzehren.

Besonders Rhabarberkuchen ist bei den meisten sehr beliebt. imago/Shotshop

Bis wann darf Rhabarber gegessen werden?

Ab Mitte Juni nimmt der Oxalsäuregehalt im Rhabarber stark zu. Die alte Regel, Rhabarber – ebenso wie Spargel – nach dem Johannistag am 21. Juni nicht mehr zu ernten, lässt sich darauf zurückführen.

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So bereiten Sie den Rhabarber am besten zu

Speisen mit Rhabarber werden am besten immer erst nach dem Abkühlen gesüßt. Auf diese Weise gibt man weniger Zucker ans Essen, weil schon das Erhitzen etwas von dem sauren Geschmack nimmt, erläutert die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sinnvoll sei auch, die Stangen mit Milchprodukten wie Sahne oder Quark zu kombinieren, weil diese die Wirkung der im Rhabarber enthaltenen Oxalsäure hemmen.

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Wer den Rhabarber blanchiert oder kocht, sollte das Wasser danach unbedingt wegschütten. Denn die Oxalsäure tritt aus den Stangen aus und geht ins Wasser über. Das meiste Gift steckt allerdings in den Blättern. Diese sollten Sie unter keinen Umständen verzehren!

Kann ich Rhabarber einfrieren?

Ja, Rhabarber lässt sich gut aufbewahren. In ein feuchtes Küchentuch gewickelt hält er sich im Kühlschrank bis zu einer Woche. Verbraucher, die auch nach der kurzen Rhabarbersaison bis zum 24. Juni noch Lust auf das saure Gemüse haben, können ihn aber auch einfrieren: Dazu die Stangen waschen und in Stücke schneiden. Die Stücke auf einem kleinen Blech verteilen und etwa zwei Stunden anfrieren lassen. Erst danach in Gefrierbeutel oder Dosen füllen und wieder ins Gefrierfach legen.

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Das sollten Sie beim Kauf von Rhabarber beachten

Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich durch die Färbung der Haut und des Fleisches der Stiele. Es gibt grünstieligen Rhabarber mit grünem Fleisch, rotstieligen grünfleischigen und rotstieligen mit rotem Fleisch. Die stärksten Stangen liefern die grünfleischigen Sorten, die jedoch auch den nicht erwünschten hohen Oxalsäuregehalt haben. Die rotfleischigen Sorten sind schwächer im Wuchs und daher auch teurer als die grünen.