Ein kräftiger Händedruck wirkt nämlich nicht nur sympathisch, er ist auch ein Zeichen für Gesundheit. Imago Images/Shotshop

Verrät unser Handschlag viel mehr über uns, als wir bisher dachten? Mediziner fanden nun einen Zusammenhang zwischen unserem Händeschütteln und einer weit verbreiteten Volkskrankheit heraus. Ein kräftiger Händedruck wirkt nämlich nicht nur sympathisch, er ist auch ein Zeichen für Gesundheit.

Der erste Eindruck zählt, heißt es ja bekanntermaßen. Und dazu gehört auch das Händeschütteln. Doch was, wenn unser Handschlag nicht nur etwas über unser Selbstbewusstsein aussagt, sondern auch etwas über unsere gesundheitliche Verfassung? Forscher und Forscherinnen der Universität von Oakland (US-Bundesstaat Michigan) haben nun herausgefunden, dass die Stärke unseres Händedrucks auf eine bisher unbemerkte Diabetes-Typ-2-Erkrankung hindeuten könnte.

Mangelnde Druckstärke ist Zeichen für Volkskrankheit

Hintergrund: Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden an einer Muskelschwäche. Die Mediziner verglichen in ihrer Studie, die Druckstärke ihrer Probanden mit deren Körpergewicht und Krankenakte. Das überraschende Ergebnis: Unterschreitet die Griffstärke einen bestimmten Normwert, ist die Person einem höheren Risiko ausgesetzt, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

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Leiterin der Studie, Dr. Elise Brown, hob dazu im American Journal of Preventive Medicine hervor: „Verstärkte Screening-Bemühungen bei Patienten ohne Symptome können bei der Früherkennung von Diabetes helfen und Komplikationen im Zusammenhang mit der Krankheit reduzieren.“ Ein weiterer Vorteil: „Angesichts der geringen Kosten, des minimalen Schulungsbedarfs und der Schnelligkeit der Bewertung könnte die Verwendung der normalisierten Grenzwerte für die Griffstärke in dieser Studie bei routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen verwendet werden, um Risikopatienten zu identifizieren und Diagnose und Ergebnisse zu verbessern.“

Studienleiterin Dr. Elise Brown ZVG

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Zeichen für einen früheren Tod

Dass ein schlaffer Händedruck von labiler Gesundheit zeugt, ergab auch eine weitere Studie. Ein kanadisches Forscherteam hat rund 140.000 Probanden aus 17 Nationen vier Jahre begleitet und jedem einzelnen in regelmäßigen Abschnitten mithilfe des „Hand-Dynamometers“ die Hand geschüttelt. Damit kann man die Greifkraft aufzeichnen.

Das Ergebnis: Jeder Druckverlust ist offenbar ein Zeichen für ein erhöhtes Sterberisiko, so die Forscher. Und die aktuelle Studie beweist: Diese Erkenntnis gilt für wirklich jeden. Probanden, die sich im Vergleich zu einer früheren Messung um fünf Kilogramm weniger zupackend zeigten, standen dem Tod schon um 16 Prozent näher. Sie erlagen eher einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, einem Hirnschlag oder Herzinfarkt. Sogar ein Selbstmord war wahrscheinlicher.

Fester Händedruck vermittelt selbstbewussten Eindruck

Ein fester Händedruck ist nach Angaben von Experten die beste Visitenkarte eines Menschen. Diese Art der Begrüßung wirke selbstbewusst, berichtet der in Bonn erscheinende Informationsdienst „Die besten Reden von A bis Z“ unter Berufung auf Psychologen der Universität von Alabama in den USA.

Beim Händedruck sollte demnach die Hand des anderen vollständig umfasst und kräftig gedrückt werden. Zugleich sollten die Augen Blickkontakt aufnehmen. Wer so begrüße, gelte in aller Regel als aufgeschlossen, gewissenhaft und verträglich. Personen mit schlaffer Hand seien dagegen meist schüchtern und wenig selbstbewusst.