Ein Olivenbaum macht jeden Balkon schöner. Imago/Westend61

In den Baumärkten und Gartencentern stehen sie aktuell reihenweise bereit: Die Olivenbäumchen im Topf. Mit ihrem langen Stämmchen und den kleinen, dicken Blättern sollen sie ein bisschen mediterranes Flair und vielleicht auch ein bisschen Urlaubsgefühl auf die heimischen Balkone zaubern. Doch sind die Bäume, die eigentlich vor allem in Italien, Spanien und Griechenland heimisch sind, überhaupt für den Balkon in deutschen Gefilden geschaffen? Jein! Eigentlich fühlt er sich woanders wohler, mit der richtigen Pflege wird er aber nichts auszusetzen haben!

Die richtige Erde fürs Olivenbäumchen

Die Grundlage für ein gesundes Olivenbäumchen auf dem Balkon bildet freilich die Erde, in der es wächst. Die sollte laut Pflanzen-Experten durchlässig und strukturstabil sein. Und: Zu nährstoffreich sollte die Erde nicht sein. Denn die Olive ist eigentlich in kargen Böden heimisch. Der bevorzugte pH-Wert von Olivenbäumen liegt übrigens bei einem Wert zwischen 7 und 8. Ist die Erde zu sauer, können Sie mit etwas Kalk oder auch Natron nachhelfen.

Der richtige Standort fürs Olivenbäumchen

Das Olivenbäumchen sollte auch in seiner kleinsten Balkon-Version viel Sonne abbekommen. Heißt: Ein schattiges Plätzchen ist nicht ratsam. Die Pflanze ist so sonnenhungrig, dass Experten sogar dazu raten, das Bäumchen in regelmäßigen Abständen immer wieder zu drehen, damit alle Äste gleichermaßen Sonne bekommen. Vor allem, wenn Sie mit ihrem Olivenbaum darauf abzielen Früchte zu generieren.

Ein Olivenbaum kann auch hervorragend im Topf wachsen. Imago/Panthermedia

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Sollten Sie das vorhaben, können Sie übrigens lange auf die Ernte warten, wenn sie nur ein Olivenbäumchen haben. Denn damit ein Olivenbaum Früchte tragen kann, ist zwingend ein zweiter Baum notwendig, der zur gleichen Zeit blüht und Pollen zur Befruchtung parat hält. Garten-Experten raten übrigens dazu in der Blütezeit der Olive die Pollen mithilfe eines Pinsels von einer Pflanze auf die andere zu übertragen.

Der richtige Topf fürs Olivenbäumchen

Wenn Ihr Olivenbaum gut auf dem Balkon gedeiht, tun es ihm seine Wurzeln gleich. Das heißt, dass es immer wieder notwendig sein wird, das Bäumchen umzutopfen. Experten im Netz raten dazu, das Bäumchen alle zwei bis drei Jahre umzutopfen. Der richtige Zeitpunkt dafür ist übrigens der späte Winter. Sollte im Notfall – etwa, wenn die Erde zu sehr durchnässt ist – ein früheres Umtopfen nötig werden, darf freilich von der Regel abgewichen werden.

Das Olivenbäumchen gießen und düngen

Ist das Olivenbäumchen erstmal mit der richtigen Erde, im richtigen Topf am richtigen Ort, kann die regelmäßige Pflege beginnen. Und dafür gilt: Gießen Sie Ihre Olive bloß nicht zu doll. Wie auch bei den Nährstoffen gilt: Die Olive braucht nicht viel, zum Überleben. Die Erde darf ruhig oberflächlich austrocknen, bevor Sie erneut gießen. Staunässe sollten Sie unbedingt vermeiden.

Ähnliches gilt für das Zusätzen von Nährstoffen durch Dünger. Im ersten Jahr brauchen Sie laut Experten gar nicht düngen, im zweiten kann dann alle drei Wochen beim Gießen Flüssigdünger hinzugefügt werden. Viel sollte es aber nicht sein.

Was passiert im Winter mit dem Olivenbäumchen?

Da Olivenbäume vor allem in Südeuropa heimisch sind, sind sie die kalten Temperaturen im deutschen Winter nicht gewöhnt. In der Gärtnersprache sind die allermeisten nur „bedingt winterhart“. Heißt: Sie vertragen allerhöchstens kurzzeitigen Frost mit Temperaturen von bis zu -5 Grad. Durchfrieren darf der Topf allerdings nicht.

Doch was tun? Denn die beheizte Wohnung ist laut Experten kein gutes Winterquartier für das Olivenbäumchen. Denn auch die Pflanzen müssen im Winter ein bisschen runterkühlen, um optimal wachsen zu können. Temperaturen von 0 bis 10 Grad sind optimal, Frost schadet der Pflanze allerdings. Ebenfalls gegen eine Wohnung spricht, dass das Olivenbäumchen in geschlossenen Räumen zu wenig Sonnenlicht abbekommt.

Der Rat der Profis lautet: Stellen Sie den Olivenbaum zumindest für die ganz kalten Tage in eine helle Garage, einen unbeheizten Wintergarten oder ein Gewächshaus mit Frostwächter.

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Wer sein Olivenbäumchen aus verschiedensten Gründen weiter auf dem Balkon behalten muss, sollte darauf achten, dass die Pflanze geschützt wird. So sollte das Olivenbäumchen nicht zu sehr Regen und Wind ausgesetzt werden. Auch eine schützende Schicht aus Vlies um den Topf, oder gar den ganzen Baum wird am Winter empfohlen. Auch sollte die Erde im Topf mit Laub und Tannenreisig abgedeckt werden.