Fahrbericht

Kleiner Stromer, großer Auftritt: Was der Cupra Raval VZ wirklich kann

Der neue Cupra Raval startet mit mutigem Design und E‑Power. Es ist der erste Elektro-Kleinwagen auf Basis der neuen VW-Plattform MEB+.

Author - Stefan Henseke
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Der Cupra Raval ist kurz, breit und muskulös. Dazu hat der erste Elektro‑Kleinwagen der Spanier scharf gezogene Linien und ein Heck mit harten Kanten.
Der Cupra Raval ist kurz, breit und muskulös. Dazu hat der erste Elektro‑Kleinwagen der Spanier scharf gezogene Linien und ein Heck mit harten Kanten.Cupra

Der neue Cupra Raval will beweisen, dass urbane Elektromobilität mehr kann als brav und vernünftig sein. Er soll frech auftreten, sportlich fahren und dabei alltagstauglich bleiben – ein kleiner Stromer mit großem Ego. Wir haben getestet, ob der Raval, der zur Weltpremiere in der Cupra City-Garage (Oranienburger Straße) in Berlin vorfuhr, dieses Versprechen hält.

Der Cupra Raval VZ: Frisch aus dem Fitness-Studio

Wie er aussieht: Der Raval wirkt, als hätte jemand einen Cityflitzer ins Fitness-Studio geschickt. Die Front trägt das neue Cupra‑Gesicht mit spitzem LED‑Lichtsignatur‑Blick, die Proportionen sind kurz, breit, muskulös. Er ist 4,05 Meter lang und nur 1,51 Meter hoch. Dazu hat der erste Elektro‑Kleinwagen der Spanier scharf gezogene Linien und ein Heck mit harten Kanten. Ja, der Wagen fällt auf. Und das wollen die Spanier auch.

Wie man drinsitzt: Innen setzt Cupra auf eine Mischung aus VW-Normalität und Sportstudio. Die Schalensitze packen ordentlich zu, ohne unbequem zu werden. Das 10,25‑Zoll‑Digitalcockpit ist klar strukturiert, der 12,9‑Zoll‑Touchscreen groß genug, um nicht zu fummelig zu wirken. Vorne stimmt die Ergonomie: Man sitzt tief, sportlich, mit gutem Überblick nach vorn. Hinten wird es allerdings eng. Störend für Hinterbänkler ist vor allem die scharfe Plastikkante mittig auf der Rückseite der Vordersitze – die bohrt sich schmerzhaft in die Knie.

Wie er sich fährt: 226 PS bietet die Spitzenmotorisierung Raval VZ. Ein  kompaktes Elektroauto, das Laune macht. Aufgebaut auf der neuen MEB+-Plattform, wie später auch der VW ID. Polo oder der Skoda Epiq. Der Raval VZ hängt spontan am Strompedal, schiebt kräftig an und wirkt in der Stadt superagil. Die Lenkung ist direkt, das Fahrwerk straff, aber nicht unkomfortabel. Die Rückfahrkamera macht das Einparken zum Kinderspiel. Auf der Landstraße wird der Raval zum Sportwagen, ohne die Nerven zu strapazieren. Die Traktion ist sehr gut, auch in zügig gefahrenen Kurven bleibt der Cupra trotz Frontantrieb spurtreu.

Was reinpasst: Trotz sportlicher Ambitionen bleibt der Raval ein praktischer Begleiter. Der Kofferraum ist erstaunlich groß: 441 Liter Gepäck können verstaut werden – mehr als bei manch größerem Wagen. Vorteil Raval: Dieser Cupra setzt auf Vorderantrieb, die Hinterachse bleibt frei von Antriebstechnik – und der Kofferraum hat mehr Platz.

Ein Cupra Raval steht zu seiner Weltpremiere im Showroom des Automobilherstellers Cupra an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte.
Ein Cupra Raval steht zu seiner Weltpremiere im Showroom des Automobilherstellers Cupra an der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte.Sebastian Gollnow/dpa

Was er bietet: Cupra packt ordentlich Ausstattung in den Raval: Inzwischen überwachen Kameras nicht nur den umfließenden Verkehr, sondern auch den Fahrer. Die Multifunktions‑Innenraumkamera hat stets die Müdigkeit des Fahrers im Blick. Der Intelligent Park Assist hilft beim automatischen Einparken in parallele und senkrechte Parklücken, mit dem Remote Park Assist lässt sich der Raval per Smartphone sogar aus der Ferne einparken. Travel Assist und der neue Emergency Assist unterstützen beim halbautonomen Fahren, der Rear Traffic Alert erkennt beim Rückwärtsfahren herannahende Fahrzeuge und verhindert mögliche Kollisionen.

Cupra Raval VZ: So weit kommt man mit einer Batterieladung

Was er verbraucht und wie er lädt: Bei einem Stromverbrauch von 16,2 kWh verspricht Cupra eine Reichweite von bis zu 380 Kilometern. Cupra‑Käufer bewegen sich allerdings selten schleichend über den Asphalt. Ein Verbrauch von knapp 17 kWh und eine Reichweite von gut 300 Kilometern sind realistischer. Die 52‑kWh‑Batterie (211 oder 226 PS) lässt sich an einer Schnellladesäule in 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden, die 37‑kWh‑Batterie (116 oder 135 PS) ist eine Minute schneller.

Was er kostet: Günstig ist anders, auch für ein Elektro-Auto. Der Cupra Raval VZ startet bei 39.990 Euro. Für einen Kleinwagen sehr viel Geld. Preiswerter ist die Endurance‑Version (34.790 Euro) mit 211 PS. Günstiger wird es erst ab September: Dann soll der Cupra Raval mit 116 PS starten. Einstiegspreis: ab 25.950 Euro.