Im Idealfall läuft es zwischen Auto und Fahrer so: Man steigt zum ersten Mal in die Karre ein, startet – und versteht alles auf Anhieb. Beim Mazda6e EV aber gibt es aber Verständigungsschwierigkeiten. Was nicht am Auto an sich iiegt, sondern an der Stimme von Sprachsteuerung und Navigationssystem, die anscheinend eine ganz eigene Auffassung von deutscher Sprache hat.
Grotesk-lustiges Straßennamenraten im Mazda6e
Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass die Navigation mit dem bordeigenen System Elektro-Mazda6 zum Abenteuer wird. Zu einer Art grotesk-lustigen Straßennamenraten. Wir sollen in die E-ick-Wienert-Straße (Erich-Weinert-Straße) abbiegen, durch die Ustseerstraße (Ostseestraße) und die Stahlhe-imastraße (Stahlheimer Straße) fahren.
Die Dame scheitert immer wieder an -ch, -ck und -ei. Aus der Bachstraße wird eine Bäkstraße, aus der Dunckerstraße eine Dungekerstraße. Was ist das für ein Akzent: englisch, französisch, jiddisch? Wir sollen in zwee-inhalb Kilometern abbiegen. Als wir die Route verlassen, kündigt das System eine Neu-beechung an. Auch R’s und H’s werden ab und zu geschluckt.
Einen Satz bekommt die Stimme allerdings perfekt hin: „Sie fahren zu schnell für die Geschwindigkeitsbegrenzung“. Anfangs ist es lustig, irgendwann ist man genervt, schaltet das Bordnavi aus – und das Smartphone an. Auch bei der Sprachsteuerung des in China gebauten Autos läuft es nicht rund. Bei Gesprächen zwischen Fahrer und Beifahrer schaltet sich das System immer wieder ungefragt ein und will wissen, was es tun könne ...

Dreht man den Ton runter, merkt man allerdings auch recht schnell, dass das 4,92 Meter lange Auto auch punkten kann. Beim Design, beim Fahren. Lange Haube, flache Silhouette, scharfe LED‑Augen. Elegant, von innen wie außen.
Bequeme Sitze, breite Mittelkonsole, ein aufgeräumtes Cockpit, das nicht überfordert. In der Mitte ein 14,6-Zoll-Bildschirm als Steuerzentrale. Alles wirkt hochwertig, nichts klappert. Die Materialien fühlen sich an wie aus der Oberklasse ausgeliehen. Vorne viel Platz, hinten genug für zwei Erwachsene ohne Knieakrobatik.
Mazda6e: Schnellladen in 24 Minuten
258 PS aus dem Elektromotor schieben den Wagen vorwärts. Kein Ruckeln, nur Schub. Der Wagen zieht sauber an, gleitet durch die Stadt, federt Schlaglöcher unaufgeregt weg. Auf der Landstraße wirkt er souverän, auf der Autobahn stabil.
Klar, der Mazda6e ist kein Auto zum Schnellfahren. Über 140 km/h sinkt die Reichweite schneller als der Kreditkarte lieb ist. 175 km/h sind theoretisch drin, von 0 auf 100 km/h geht es in 7,6 Sekunden.
Die Reichweite liegt bei gut 450 Kilometern – im Winter bei langen Autobahnstrecken sind aber eher 320 Kilometer realistisch. Am Schnelllader zieht der 6e mit bis zu 165 kW Strom. Von 10 auf 80 Prozent dauert das Laden rund 24 Minuten. Alltagstauglich? Absolut.
Mazda6e: Das ist an Sicherheit mit an Bord
Mazda packt viel Sicherheit in den 6e: Notbremsassistent, Spurhalter, Toter‑Winkel‑Warner, adaptiver Tempomat, Kollisionswarner. Dazu ein Rundumkamera‑System, das beim Einparken in engen Parkplätzen ein wichtiges Helferlein ist.



