ADAC warnt

Abzocke in Werkstätten: So vermeiden Autofahrer kostspielige Fallen

Oft verbergen sich hinter den Angeboten teure Empfehlungen, von denen allein die Werkstätten profitieren. Ein kritischer Blick ist deshalb unerlässlich.

Author - Sebastian Krause
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Der ADAC warnt davor, dass Frühjahrs-Checks häufig nur teure Reparaturempfehlungen enthalten. Davon profitieren vor allem die Werkstätten.
Der ADAC warnt davor, dass Frühjahrs-Checks häufig nur teure Reparaturempfehlungen enthalten. Davon profitieren vor allem die Werkstätten.Patrick Pleul/dpa

Autowerkstätten werben derzeit vielerorts mit Frühjahrs-Checks. Für vergleichsweise wenig Geld wird das Auto auf mögliche Schäden untersucht, die durch Frost, Feuchtigkeit oder Streusalz entstanden sein könnten. Was für Autofahrer zunächst sinnvoll klingt, kann allerdings teuer werden.

Autofahrern werden kostspielige Reparaturen empfohlen

Denn nach Angaben des ADAC kommt es immer wieder vor, dass Kunden nach einem solchen Check kostspielige Reparaturen empfohlen bekommen – teils mit dem Hinweis auf angebliche Sicherheitsmängel.

Check ist für viele Werkstätten ein lukratives Geschäft

Grundsätzlich seien regelmäßige Kontrollen zwar sinnvoll, betont der Mobilitätsclub. Schließlich bestehen Fahrzeuge aus zahlreichen Verschleißteilen, die durch Wetter, Belastung und Alterung in Mitleidenschaft gezogen werden können. Gerade nach dem Winter könne ein genauer Blick auf Bremsen, Reifen und Unterboden helfen, Schäden frühzeitig zu erkennen.

Für Werkstätten sind solche Checks allerdings auch eine gute Gelegenheit, zusätzliche Reparaturen anzubieten. Nach Angaben des ADAC melden Mitglieder immer wieder den Verdacht, dass einzelne Betriebe versuchen, unnötige Arbeiten zu verkaufen.

Frühjahrs-Check verpflichtet nicht zur Reparatur

Deshalb stellt der Verkehrsklub klar: Ein Frühjahrs-Check verpflichtet nicht automatisch zu einer Reparatur. Der ursprüngliche Auftrag umfasst lediglich die Untersuchung des Fahrzeugs. Wird anschließend ein Defekt festgestellt, können Kunden ein Reparaturangebot jederzeit ablehnen.

Der ADAC rät, bei schnellen Entscheidungen misstrauisch zu sein und sich lieber eine zweite Meinung einzuholen.
Der ADAC rät, bei schnellen Entscheidungen misstrauisch zu sein und sich lieber eine zweite Meinung einzuholen.YAY Images/imago

Vor allem bei teuren Arbeiten empfiehlt der ADAC, sich den Schaden zunächst genau zeigen zu lassen und einen Kostenvoranschlag anzufordern. Danach könne man eine zweite Werkstatt oder eine neutrale Prüfstelle um eine weitere Einschätzung bitten. Nach den Erfahrungen des Klubs unterscheiden sich die Reparaturkosten je nach Anbieter teils deutlich.

Mündliche Zusage kann als Reparaturauftrag gelten

Misstrauisch sollten Sie vor allem dann werden, wenn Sie zu einer schnellen Entscheidung gedrängt werden. Selbst wenn behauptet werde, das Auto sei nicht mehr verkehrssicher, könne zunächst telefonisch Rat bei einer anderen Werkstatt oder einer Technik-Hotline eines Automobilklubs eingeholt werden.

Wichtig ist auch: Schon eine mündliche Zusage kann als Reparaturauftrag gelten – deshalb sollten Autofahrer zunächst zurückhaltend bleiben. Wer von Anfang an eine unabhängige Einschätzung möchte, kann den Frühjahrs-Check bei neutralen Prüfdiensten durchführen lassen. Dort werden neben Frühjahrs- und Urlaubs-Checks auch Fahrzeugbewertungen oder Gebrauchtwagenuntersuchungen angeboten.

Das ist jetzt wichtig für Autofahrer
  • Eine gründliche Wäsche entfernt Streusalz und schützt vor Rostschäden
  • Innenraum und Scheiben sollten gereinigt und Winterutensilien entfernt werden
  • Ein neuer Innenraumfilter hilft besonders Allergikern in der Pollensaison
  • Öl, Kühlwasser und Scheibenwaschanlage sollten regelmäßig kontrolliert werden
  • Cabrioverdecke und alte Lacke sollten vorsichtig und möglichst schonend gereinigt werden
  • Eine Sonnenbrille mit mittlerer Tönung kann vor tief stehender Sonne schützen

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