Am Montag gibt es bei „Wer wird Millionär?“ wieder ein Ereignis, das in der beliebten Quizshow mit Günther Jauch äußerst selten vorkommt: Es wird eine Millionenfrage gestellt. Kandidat Tom Wollnik schaffte es in der vergangenen Ausgabe der Sendung mit Bravour durch die 500.000-Euro-Frage, doch dann endete die Sendung. Das große Finale seiner Quizrunde weckt nun Erinnerungen an die Millionenfragen der Vergangenheit – vor allem an eine: Die Aufgabe, die Leon Windscheid am 7. Dezember 2015 zum Millionär machte, regt viele Fans noch heute auf. Aber warum?
Millionenfrage zu einfach: Hätten Sie es gewusst?
Leon Windscheid knobelte sich am 7. Dezember 2015 durch den Fragendschungel bei „Wer wird Millionär?“ – und schaffte es tatsächlich bis zur Millionenfrage. Die Aufgabe, die Günther Jauch ihm stellte, machte viele Zuschauer förmlich verrückt. Allerdings nicht, weil sie so kompliziert war. Im Gegenteil: Einige Zuschauer hielten die Frage geradezu für skandalös, weil sie viel zu einfach war.
Die Aufgabe drehte sich um den „Rubik’s Cube“, den Zauberwürfel, der von dem Designer Ernö Rubik erfunden wurde. Sie lautete: Aus insgesamt wie vielen Steinchen besteht der klassische, von Ernö Rubik erfundene Zauberwürfel? Die Antworten: A) 22, B) 24, C) 26 und D) 28.
Viele haben sofort das 80er-Jahre-Spielzeug im Sinn, das eine ganze Zeit lang mal jeder zu Hause hatte. Nur: Aus wie vielen der kleinen bunten Steine bestand er?

Leon Windscheid beantwortete die Frage nach dem Zauberwürfel richtig – und ging mit einer Million Euro nach Hause. Er wurde damit zum insgesamt 14. Millionär, den die beliebte Quizshow hervorbrachte – und zu einem der letzten. Denn nach ihm hatten nur noch zwei andere Kandidaten das Glück, die Million zu gewinnen. Jan Stroh schaffte es knapp vier Jahre später, im September 2019 – und Ronald Tenholte wurde am 24. März 2020 zum bislang letzten Millionär.
Hätten Sie die Antwort zum Zauberwürfel gewusst?
Die Lösung für die Zauberwürfel-Aufgabe ist recht simpel: Der Rubik’s Cube besteht aus 26 Steinchen. Um darauf zu kommen, muss man ihn nur gedanklich in drei Schichten aus jeweils neun Steinen zerlegen, das ergibt 27. Im Zentrum des Würfels muss aber ein Steinchen fehlen, denn dort befindet sich das Gelenk, auf das die Steine montiert sind.
Wären Sie auch darauf gekommen? Ganz bestimmt – und genau das macht die Frage so umstritten. Denn während die Millionenfragen bei „Wer wird Millionär?“ normalerweise wirklich schwer sind, war diese Aufgabe vielen schlichtweg zu einfach.

Beim Kurznachrichtendienst X (damals noch Twitter) zerrissen viele Zuschauer die Aufgabe, schrieben Kommentare wie „Noch nie so eine simple WWM-Millionenfrage gesehen“ oder „Sorry, wenn das die Millionenfrage ist ... Lächerlich!“. Ein Nutzer urteilte: „Ich finde die Millionenfrage schon fast skandalös einfach.“ Auch auf YouTube wird unter einem Video zur Frage fleißig kommentiert. Ein Nutzer, der laut eigener Aussage Grundschullehramt studiert, schreibt: „Ist tatsächlich auch eine Geometrieaufgabe in der Grundschule, um das räumliche Denken zu trainieren.“
Einer berichtet: „Ich hab’s live gesehen. Das war schon als Schüler zu einfach. Das hätte eine Aufgabe für die Klassenarbeit der sechsten Klasse werden können.“ Und einer fragt: „Wie viel Zeit hat man für die Antwort? Wenn Zeit keine Rolle spielt, kann dir fast jedes Schulkind die richtige Antwort sagen.“ Doch es gibt auch Zuschauer, die die Nervosität im Studio mit in die Waagschale werfen. „Die Frage ist super easy, wenn man daheim darüber nachdenkt. Für die Millionenfrage ist sie wirklich recht einfach. Aber ich denke, dass die Nerven zu verlieren das größte Problem ist.“

Es gibt mit der Aufgabe allerdings noch ein anderes Problem – und das ist für manch einen schwerwiegender. Zwar versteht jeder, wie sie gemeint ist, eigentlich ist die Antwort 26 aber auch nicht richtig.
Der Grund: Im Mittelpunkt des Würfels befindet sich ein Drehkreuz, mit dem die Steine bewegt werden können – und daran hängen sechs Achsen, auf denen die Mittelsteine der sechs Würfelseiten fest montiert sind. Genau genommen besteht der Rubik’s Cube also nur aus 20 Steinen und dem Mittelkreuz mit den sechs Seitensteinchen.
War die Lösung der Millionenfrage falsch?
Das ist auch einigen Zuschauern aufgefallen. „Streng genommen ist die Antwort falsch, da der Kern in der Mitte (bestehend aus den sechs Centerstücken) keine Steine beinhaltet. Richtig wäre also eigentlich 20.“ Ein anderer: „Die richtige Antwort wäre, aus 20 Steinen und aus einem Gelenk mit sechs fest verbauten Teilen.“
Doch das dürfte Leon Windscheid wenig interessiert haben – im Sinne der Sendung hat er die Frage richtig beantwortet – und ist als Millionär in die Geschichte der Show eingegangen.



