Millionen Rentner in Deutschland haben zu kämpfen, dass die oft schmale Rente bis zum Ende des Monats reicht. Für sie dürfte das, was jetzt über die neuen Besoldungspläne von Innenminister Alexander Dobrindt berichtet wird, ein Schlag ins Gesicht sein! Laut BILD sollen sich die Besoldungspläne des Innenministeriums für Beamte auch auf die Pensionen auswirken. Das bedeutet: Auch sie könnten steigen, laut dem Blatt um bis zu 14,6 Prozent. Zum Vergleich: Die regulären Renten steigen in diesem Jahr zum 1. Juli nur um 4,24 Prozent.
Mehr als drei Milliarden Euro Mehrkosten
Schon in der vergangenen Woche legte das Innenministerium den Vorschlag für eine neue Besoldungsstruktur vor. Über drei Milliarden Euro soll das Vorhaben fressen – Mehrausgaben!
Das Ziel: Die Löhne der Beamten sollen stärker an die wirtschaftliche Entwicklung, die Lebenshaltungskosten und die allgemeine Entwicklung der Löhne angepasst werden. Das soll die Arbeit für den Bund auch attraktiver machen. „Hierfür sind in Zeiten einer angespannten Haushaltslage gezielte Maßnahmen zu treffen“, hieß es in dem Vorschlag des Innenministeriums.
Begründet wird der Anstieg auch mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Das Gericht hatte erst im November geurteilt, dass viele Beamte im Land Berlin zu schlecht bezahlt wurden. Die Besoldung der Landesbeamten sei zwischen den Jahren 2008 und 2020 verfassungswidrig gewesen.
Zuerst sollen nun Dienst-, Anwärter- und Versorgungsbezüge rückwirkend zum 1. April 2025 um drei Prozent angehoben werden. Zum 1. Mai 2026 sollen die Bezüge dann neu festgesetzt werden.

Nun berichtet BILD, dass das auch Auswirkungen auf die Pensionen der Beamten haben soll. Demnach sollen die neuen Gehälter auch bei der Ermittlung der Versorgungsbezüge herhalten. Damit würden die Pensionen steigen – und das, wie mehrere Beispiele zeigen, recht drastisch. Etwa ein Betriebsmeister: Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich technische Führungskräfte des mittleren Dienstes im öffentlichen Dienst. In diesem Job gibt es bisher 3252 Euro Grundgehalt, im neuen Modell 3726 – ein Anstieg von 14,6 Prozent. Die Pension soll lau dem Blatt dann 2599 Euro betragen.
Verschiedene beispiele: So hoch würde die Pension steigen
Kriminalkommissar bekam 2025 ein Grundgehalt von 4412 Euro, im neuen System wären es 4849 Euro, ihm steht eine Pension von 3383 Euro zu – ein Anstieg von 9,9 Prozent. Und ein Oberamtsrat, der bisher 6621 Euro Grundgehalt bekam, bekommt nun 7164 Euro, im Ruhestand eine Pension von 4998 Euro, ein Plus von 8,2 Prozent. Das Blatt legte für die Berechnungen den Pensionshöchstsatz von 69,76 Prozent des letzten Gehaltes nach 40 Dienstjahren zugrunde.

Über solche Zahlen kann der normale Rentner nur staunen. Erst vor Tagen wurde berichtet, dass die durchschnittliche Altersrente im Jahr 2024 bei 1296 Euro pro Monat lag, die Pension im Schnitt aber bei 2736 Euro, also mehr als doppelt so hoch.
Regelung soll auch für Beamte in Pension gelten
Die Rede ist auch davon, dass die neuen Regelungen nicht nur die aktuell aktiven Beamten treffen sollen – sondern auch die Pensionäre, die „zum Zeitpunkt der Neustrukturierung bereits vorhanden“ sind. Das bedeutet: Steigen die Gehälter der Beamten, wirkt sich das wiederum auch auf die Pensionen der Beamten aus, die sich bereits im Ruhestand befinden.


