Heftige Zahlen

Schlag für Rentner: Pensionen sollen dreimal so stark steigen wie die Rente

Das Innenministerium legte jetzt einen Vorschlag für die Neustrukturierung der Beamtenbesoldung vor. Der soll auch Auswirkungen auf die Pensionen haben.

Author - Florian Thalmann
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Die Rente steigt in diesem Jahr um 4,24 Prozent. Bei den Pensionen der Beamten dürfte die Steigerung nach den Plänen des Innenministeriums höher ausfallen.
Die Rente steigt in diesem Jahr um 4,24 Prozent. Bei den Pensionen der Beamten dürfte die Steigerung nach den Plänen des Innenministeriums höher ausfallen.Nikito/imago

Millionen Rentner in Deutschland haben zu kämpfen, dass die oft schmale Rente bis zum Ende des Monats reicht. Für sie dürfte das, was jetzt über die neuen Besoldungspläne von Innenminister Alexander Dobrindt berichtet wird, ein Schlag ins Gesicht sein! Laut BILD sollen sich die Besoldungspläne des Innenministeriums für Beamte auch auf die Pensionen auswirken. Das bedeutet: Auch sie könnten steigen, laut dem Blatt um bis zu 14,6 Prozent. Zum Vergleich: Die regulären Renten steigen in diesem Jahr zum 1. Juli nur um 4,24 Prozent.

Mehr als drei Milliarden Euro Mehrkosten

Schon in der vergangenen Woche legte das Innenministerium den Vorschlag für eine neue Besoldungsstruktur vor. Über drei Milliarden Euro soll das Vorhaben fressen – Mehrausgaben!

Das Ziel: Die Löhne der Beamten sollen stärker an die wirtschaftliche Entwicklung, die Lebenshaltungskosten und die allgemeine Entwicklung der Löhne angepasst werden. Das soll die Arbeit für den Bund auch attraktiver machen. „Hierfür sind in Zeiten einer angespannten Haushaltslage gezielte Maßnahmen zu treffen“, hieß es in dem Vorschlag des Innenministeriums.

Begründet wird der Anstieg auch mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Das Gericht hatte erst im November geurteilt, dass viele Beamte im Land Berlin zu schlecht bezahlt wurden. Die Besoldung der Landesbeamten sei zwischen den Jahren 2008 und 2020 verfassungswidrig gewesen.

Zuerst sollen nun Dienst-, Anwärter- und Versorgungsbezüge rückwirkend zum 1. April 2025 um drei Prozent angehoben werden. Zum 1. Mai 2026 sollen die Bezüge dann neu festgesetzt werden.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt legte in der vergangenen Woche einen Vorschlag für die Neustrukturierung der Beamtenbesoldung vor.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt legte in der vergangenen Woche einen Vorschlag für die Neustrukturierung der Beamtenbesoldung vor.Tobias Schwarz/AFP

Nun berichtet BILD, dass das auch Auswirkungen auf die Pensionen der Beamten haben soll. Demnach sollen die neuen Gehälter auch bei der Ermittlung der Versorgungsbezüge herhalten. Damit würden die Pensionen steigen – und das, wie mehrere Beispiele zeigen, recht drastisch. Etwa ein Betriebsmeister: Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich technische Führungskräfte des mittleren Dienstes im öffentlichen Dienst. In diesem Job gibt es bisher 3252 Euro Grundgehalt, im neuen Modell 3726 – ein Anstieg von 14,6 Prozent. Die Pension soll lau dem Blatt dann 2599 Euro betragen.

Verschiedene beispiele: So hoch würde die Pension steigen

Kriminalkommissar bekam 2025 ein Grundgehalt von 4412 Euro, im neuen System wären es 4849 Euro, ihm steht eine Pension von 3383 Euro zu – ein Anstieg von 9,9 Prozent. Und ein Oberamtsrat, der bisher 6621 Euro Grundgehalt bekam, bekommt nun 7164 Euro, im Ruhestand eine Pension von 4998 Euro, ein Plus von 8,2 Prozent. Das Blatt legte für die Berechnungen den Pensionshöchstsatz von 69,76 Prozent des letzten Gehaltes nach 40 Dienstjahren zugrunde.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Jahr geurteilt, dass Berliner Beamte lange zu schlecht bezahlt wurden.
Das Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Jahr geurteilt, dass Berliner Beamte lange zu schlecht bezahlt wurden.Uli Deck/dpa

Über solche Zahlen kann der normale Rentner nur staunen. Erst vor Tagen wurde berichtet, dass die durchschnittliche Altersrente im Jahr 2024 bei 1296 Euro pro Monat lag, die Pension im Schnitt aber bei 2736 Euro, also mehr als doppelt so hoch.

Regelung soll auch für Beamte in Pension gelten

Die Rede ist auch davon, dass die neuen Regelungen nicht nur die aktuell aktiven Beamten treffen sollen – sondern auch die Pensionäre, die „zum Zeitpunkt der Neustrukturierung bereits vorhanden“ sind. Das bedeutet: Steigen die Gehälter der Beamten, wirkt sich das wiederum auch auf die Pensionen der Beamten aus, die sich bereits im Ruhestand befinden.

Über den Entwurf des Innenministeriums müssen Kabinett und Bundestag erst noch abstimmen. Klar ist: Es kämen erhebliche Kosten auf Deutschland zu. Aktuell ist von zusätzlichen Ausgaben von rund 3,39 Milliarden Euro die Rede – und das nur für dieses Jahr! Für 2027 wäre es ein Mehraufwand von 3,52 Milliarden Euro. Rückwirkend für das vergangene Jahr kommen gut 707 Millionen Euro hinzu.

Was halten Sie von der geplanten Umstrukturierung der Beamtenbesoldung und von den höheren Pensionen? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com.