Der Angriff eines ausgebrochenen Tigers bei Leipzig hat nun ein tödliches Ende genommen. Fast zwei Monate nach der Attacke ist der schwer verletzte Mann im Krankenhaus gestorben. Gegen die Halterin und „Tigerkönigin“ Carmen Zander wird jetzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.
Fast zwei Monate nach Tiger-Angriff: Opfer stirbt
Am 17. Mai war der 72-Jährige auf dem Gelände der privaten Tigeranlage von Carmen Zander im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig von einem Tiger angegriffen worden. Seitdem befand sich der Mann ununterbrochen in stationärer Behandlung. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung mitteilte, starb er letzten Freitag an den Folgen der schweren Verletzungen. Eine Obduktion wurde bereits angeordnet, das Ergebnis liegt bislang noch nicht vor.

Mit dem Tod des Mannes haben sich auch die strafrechtlichen Ermittlungen verändert. Die Staatsanwaltschaft führt das Verfahren nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die als „Tigerkönigin“ bekannte Halterin Carmen Zander. Die Ermittlungen dauern an.
Tiger war aus Privathaltung von Zirkusartistin entlaufen
Der Vorfall hatte im Mai bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wie der KURIER damals berichtete, war der Tiger aus seinem Gehege in Dölzig ausgebrochen und hatte den Mann schwer verletzt. Anschließend entdeckte die Polizei das Tier in einer nahe gelegenen Kleingartenanlage und erschoss es, um eine weitere Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen.
Bei dem Einsatz waren zahlreiche Polizeikräfte vor Ort. Das Gelände wurde mit einer Drohne abgesucht, außerdem kamen schwer bewaffnete Beamte zum Einsatz.

Nach dem Angriff zog das Landratsamt Nordsachsen Konsequenzen. Sechs der acht verbliebenen Tiger wurden von der Anlage beschlagnahmt und in eine Auffangstation im spanischen Villena gebracht. Zwei Tiere durfte Carmen Zander behalten.
Kritik an der privaten Haltung
Die Tierrechtsorganisation Peta verwies darauf, das Veterinäramt bereits seit 2019 mehrfach auf aus ihrer Sicht mangelhafte Haltungsbedingungen hingewiesen zu haben. Auch der Ortsvorsteher von Dölzig sprach sich damals dafür aus, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen. Unmittelbar nach dem Ausbruch hatten Anwohner und Tierschutzorganisationen Konsequenzen gefordert.


