Sachsen

Nach Tiger-Attacke in Leipzig: Mann stirbt, Staatsanwalt ermittelt

Vor knapp zwei Monaten hatte ein Tiger einen Mann aus Leipzig verletzt. Nun ist er verstorben und gegen die Halterin wird ermittelt.

Author - Paula Hitzemann
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Im Mai wurde ein 72-Jähriger verletzt, weil ein Tiger aus der Privathaltung der ehemaligen Zirkusartistin Carmen Zander frei herumlief.
Im Mai wurde ein 72-Jähriger verletzt, weil ein Tiger aus der Privathaltung der ehemaligen Zirkusartistin Carmen Zander frei herumlief.Björn Stach/EHL Media/IMAGO

Der Angriff eines ausgebrochenen Tigers bei Leipzig hat nun ein tödliches Ende genommen. Fast zwei Monate nach der Attacke ist der schwer verletzte Mann im Krankenhaus gestorben. Gegen die Halterin und „Tigerkönigin“ Carmen Zander wird jetzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt.

Fast zwei Monate nach Tiger-Angriff: Opfer stirbt

Am 17. Mai war der 72-Jährige auf dem Gelände der privaten Tigeranlage von Carmen Zander im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig von einem Tiger angegriffen worden. Seitdem befand sich der Mann ununterbrochen in stationärer Behandlung. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung mitteilte, starb er letzten Freitag an den Folgen der schweren Verletzungen. Eine Obduktion wurde bereits angeordnet, das Ergebnis liegt bislang noch nicht vor.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die als „Tigerkönigin“ bekannte Halterin Carmen Zander laufen.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die als „Tigerkönigin“ bekannte Halterin Carmen Zander laufen.Björn Stach

Mit dem Tod des Mannes haben sich auch die strafrechtlichen Ermittlungen verändert. Die Staatsanwaltschaft führt das Verfahren nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen gegen die als „Tigerkönigin“ bekannte Halterin Carmen Zander. Die Ermittlungen dauern an.

Tiger war aus Privathaltung von Zirkusartistin entlaufen

Der Vorfall hatte im Mai bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wie der KURIER damals berichtete, war der Tiger aus seinem Gehege in Dölzig ausgebrochen und hatte den Mann schwer verletzt. Anschließend entdeckte die Polizei das Tier in einer nahe gelegenen Kleingartenanlage und erschoss es, um eine weitere Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen.

Bei dem Einsatz waren zahlreiche Polizeikräfte vor Ort. Das Gelände wurde mit einer Drohne abgesucht, außerdem kamen schwer bewaffnete Beamte zum Einsatz.

Sechs der acht verbliebenen Tiger wurden in eine Auffangstation in Südspanien gebracht. Zwei Tiger durfte Zander behalten.
Sechs der acht verbliebenen Tiger wurden in eine Auffangstation in Südspanien gebracht. Zwei Tiger durfte Zander behalten.imago stock&people

Nach dem Angriff zog das Landratsamt Nordsachsen Konsequenzen. Sechs der acht verbliebenen Tiger wurden von der Anlage beschlagnahmt und in eine Auffangstation im spanischen Villena gebracht. Zwei Tiere durfte Carmen Zander behalten.

Kritik an der privaten Haltung

Die Tierrechtsorganisation Peta verwies darauf, das Veterinäramt bereits seit 2019 mehrfach auf aus ihrer Sicht mangelhafte Haltungsbedingungen hingewiesen zu haben. Auch der Ortsvorsteher von Dölzig sprach sich damals dafür aus, die Tiere in eine andere Haltungsform zu überführen. Unmittelbar nach dem Ausbruch hatten Anwohner und Tierschutzorganisationen Konsequenzen gefordert.

Nach Angaben des Veterinäramts war die Halterin seit 2024 mehrfach aufgefordert worden, die Gehege zu vergrößern. Eine letzte Frist lief bis zum 30. Juni. Carmen Zander wies die Vorwürfe in der MDR-Sendung „Fakt ist!“ zurück und erklärte, die Gehege bereits auf Zoo-Niveau erweitert zu haben. Ob der Tod des 72-Jährigen weitere Konsequenzen für die private Haltung von Großkatzen nach sich ziehen wird, ist derzeit noch offen.

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