Für viele Zuschauer gehörte er genauso zur MDR-Kultsendung „Elefant, Tiger & Co.“ wie die Elefanten, Löwen oder Giraffen selbst. Jetzt endet eine Ära: Dr. Andreas Bernhard, der langjährige Cheftierarzt des Zoo Leipzig, geht in den Ruhestand. Mit 64 Jahren verabschiedet sich eines der bekanntesten Gesichter des deutschen Zoowesens nach mehr als drei Jahrzehnten im Dienst der Tiere.
Körperlich anstrengende Arbeit im Zoo wird zu viel
Der Abschied kam zwar nicht völlig überraschend, dennoch trifft er viele Fans ins Herz. In der aktuellen Folge der MDR-Doku (Folge 1186 mit dem Titel „Kuchen backen, Koffer packen“ in der MDR-Mediathek) verkündete Bernhard selbst, dass seine Zeit im Zoo endet. Sichtbar bewegt sprach der Veterinär über die Gründe für seinen Schritt. „Hier ist es eine körperlich durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Uns wird eben am Ende auch alles nicht einfacher“, sagte Bernhard.
Und er machte deutlich, warum er die Reißleine zieht: „Ich will durchaus auch noch ein paar Sachen unternehmen können und nicht von Arbeit gleich ins Krankenbett wechseln.“ Diese Worte wirken nach. Denn kaum jemand verkörpert den Leipziger Zoo so sehr wie der Cheftierarzt.

32 Jahre lang kümmerte er sich um die Zoo-Tiere
Bereits 1994 kam Bernhard nach Leipzig. Ausgebildet wurde er vom legendären Zootierarzt Klaus Eulenberger, dessen Nachfolge er später antrat. In den vergangenen 32 Jahren behandelte er vom Zebra bis zum Nashorn praktisch alles, was im Zoo vier Beine, Flügel oder einen Rüssel besitzt.
Wer die MDR-Kameras über Jahre verfolgte, kennt die Bilder: Andreas Bernhard bei komplizierten Untersuchungen, bei Geburten, Narkosen oder in dramatischen Notfällen. Mal ging es um die Hufpflege eines Zebras, mal um eine Giraffe, mal um einen Kaiserschnitt bei einer Thomson-Gazelle. Sein Alltag war ein Mix aus Wissenschaft, Improvisation und jeder Menge Adrenalin.


