Sie leuchten knallig pink, sind nur wenige Millimeter groß und wirken auf den ersten Blick beinahe schön. Wer derzeit bei der Gartenarbeit auf kleine rosafarbene Eier stößt, könnte sogar denken, dass sich ein seltenes Insekt oder ein außergewöhnliches Naturphänomen im Garten angesiedelt hat. Doch Experten schlagen Alarm!
Apfelschnecke verursacht ökologische Schäden
Hinter der hübschen rosa Erscheinung steckt möglicherweise eine invasive Schneckenart, die erhebliche Schäden an Pflanzen und ganzen Ökosystemen verursachen kann. Vor allem Besitzer von Gartenteichen sollten jetzt besonders aufmerksam sein.
Denn genau dort fühlt sich die sogenannte Apfelschnecke am wohlsten. Die Tiere leben bevorzugt in feuchten Lebensräumen und legen ihre auffälligen Eier oberhalb der Wasseroberfläche an Pflanzen, Mauern oder anderen festen Flächen ab. Die Gelege sind so knallig gefärbt, dass sie sich deutlich von ihrer Umgebung abheben.
Fachleute raten dazu, den Fund ernst zu nehmen und schnell zu handeln. Die Apfelschnecke gilt in Europa nicht ohne Grund als unerwünschter Eindringling. Ihre Heimat liegt ursprünglich in Südamerika. Von dort aus gelangte die Schnecke über den internationalen Handel in andere Teile der Welt.

Die Europäische Union hat deshalb bereits reagiert. Die Schnecken der Gattung Pomacea sind in Europa verboten. Der Grund: Die Tiere können sich rasant vermehren und erhebliche ökologische Schäden verursachen. Dennoch gelangen sie immer wieder durch illegalen Handel oder unbemerkte Einschleppungen nach Europa.
Am Gartenteich nach Apfelschnecken-Eiern ausschau halten
Wie groß die Gefahr ist, zeigt eine Einschätzung des Julius Kühn-Instituts. „Die invasiven Schnecken verursachen massive Schäden an vielen Pflanzenarten, die meist im Wasser oder an feuchten Standorten stehen“, erklärt Gritta Schrader vom Julius Kühn-Institut (JKI) in einer Pressemitteilung.
Betroffen sind längst nicht nur Zierpflanzen in privaten Gärten. Die Schnecken können auch Nutzpflanzen angreifen. Nach Angaben der Experten zählen dazu sogar wichtige Grundnahrungsmittel wie Reis. In Ländern, in denen sich die Tiere bereits stark ausgebreitet haben, führten sie teilweise zu erheblichen Ernteverlusten.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Die Apfelschnecke hat in Europa kaum natürliche Feinde. Heimische Arten geraten unter Druck, während sich die invasive Schnecke weiter ausbreitet. Noch gibt es zumindest einen Faktor, der die Ausbreitung in Deutschland begrenzt. Die Winter sind für die Apfelschnecken zu kalt. Nach Angaben des JKI überleben die Schnecken die kalte Jahreszeit häufig nicht. Doch genau das könnte sich künftig ändern.
Denn mit dem Klimawandel steigen die Temperaturen und die Winter werden zunehmend milder. Bereits ab etwa 18 Grad fühlen sich die Tiere wohl genug, um sich zu vermehren.



