Steigende Lohnkosten, teure Energie- und Lebensmittelpreise: Immer mehr Hotels an der Ostsee und in Mecklenburg-Vorpommern geraten in finanzielle Schieflage. Vom Insolvenzverfahren der Revo-Gruppe sind gleich sechs Häuser im Norden betroffen. Auch das Hotel Kaliebe auf Usedom ist in Not, erst im November musste das legendäre 5-Sterne-Hotel Palace in Zinnowitz nach 125 Jahren dichtmachen.
Auf Rügen: Aedenlife-Hotel musste schließen
Öffnet man die Internetseite des Aedenlife Hotel & Resort Rügen, sieht erst mal alles ganz in Ordnung aus. „Eingebettet in ein idyllisches Naturschutzgebiet, direkt am Bodden mit eigenem Strand, vereint das Aedenlife Hotel & Resort Rügen Exklusivität, Naturverbundenheit und Wohlfühlkomfort“, steht dort. Weiter heißt es: „Gäste erwarten elegante Zimmer und Apartments mit maritimem Charme, kulinarische Höhepunkte im hauseigenen Restaurant sowie ein großzügiger Spa-Bereich.“
Doch nach dem Klick auf den Button „Aufenthalt buchen“ steht dann bei jedem Zimmer „nicht verfügbar“. Das Hotel teilt mit: „Leider müssen wir Sie darüber informieren, dass wir den Hotelbetrieb des Aedenlife Hotel und Resort Rügen aufgrund der Insolvenz der Betreibergesellschaft nicht wie geplant fortführen können und aus diesem Grund auch keine Buchungen mehr annehmen.“
Insolvenz: Gleich sechs Hotels im Norden betroffen
Das Aedenlife Hotel & Resort Rügen gehört zur Hotelkette Revo Hospitality Group mit Sitz in München. Für 175 Hotels der Gruppe wurde vor wenigen Tagen das Insolvenzverfahren eröffnet.
In Mecklenburg-Vorpommern sind sechs Häuser betroffen, wie der Nordkurier berichtet. Dazu gehören auch das Intercity Hotel Schwerin, Hotel Schloss Neustadt-Glewe, Vienna House by Wyndham Sonne Rostock, Vienna House by Wyndham Baltic Stralsund und Townhouse Wismar a Vagabond Club.

Besonders hart trifft es das Aedenlife Hotel & Resort in Trent auf Rügen. Während die anderen Häuser trotz Insolvenzverfahren weitergeführt werden, machte dieses Haus für immer dicht. Und das gerade vor der beginnenden, lukrativen Frühjahrs- und Sommersaison.
Grund für das Insolvenzverfahren: Die betroffenen Gesellschaften der Revo-Gruppe rutschten auch wegen steigender Löhne, höherer Mindestlöhne sowie teurer Mieten und Energie in die finanzielle Schieflage.
Ostsee-Hotels: Das „schwerste Jahr seit der Wende“
Die in den letzten Jahren immer weiter gestiegenen Betriebskosten machen vielen Hotels an der Ostsee zu schaffen – von Rügen bis Usedom. Selbst gut gebuchte Häuser haben mit den Kosten zu kämpfen. Dazu kommen Personalprobleme.
Laut Lars Schwarz, Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Mecklenburg-Vorpommern, befindet sich die Branche „wahrscheinlich im schwersten Jahr seit der Wende“, sagt er der Ostsee-Zeitung. Auch die Restaurants haben mit den steigenden Kosten zu kämpfen – und den damit steigenden Preisen. Oft seien sie nur noch am Wochenende gut gebucht, Gäste blieben weg.
In finanzieller Not ist auch das 4-Sterne-Hotel Kaliebe in Trassenheide auf Usedom. Am 9. März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Aber: Anders als im Aedenlife geht hier der Hotelbetrieb weiter. Die elf Mitarbeiter bekommen Insolvenzgeld. Erst einmal für drei Monate.





