Ab 28. April

USB‑C wird Pflicht: Neue EU‑Regel macht Laptops teurer

Ab 28. April gilt USB‑C für alle neuen Laptops in der EU. Doch oft fehlt künftig das Ladegerät – und das kann für Verbraucher teuer werden.

Author - Stefan Henseke
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Auch neue Laptops werden ab Ende April mit einem USB-C-Anschluss ausgeliefert.
Auch neue Laptops werden ab Ende April mit einem USB-C-Anschluss ausgeliefert.Thomas Trutschel/imago

Die Idee ist klar: Die Europäische Union setzt bei elektronischen Kleingeräten auf das einheitliche Ladekabel USB-C, damit unnützer Elektroschrott vermieden wird. Ab dem 28. April gilt dieser Standard auch für Laptops. Die Sache hat aber einen Haken: Den Laptopkauf könnte die neue EU-Regel teuer machen.

Neue EU-Vorgabe greift ab dem 28. April

Nicht nur Apple fiel aus der Reihe. Früher brauchte man für jedes elektrische Kleingerät ein eigenes Ladekabel. Das führte zu Hause zu einem unübersehbaren Kabelsalat. Allein durch die verschiedenen Ladegeräte fielen in der EU pro Jahr rund 11.000 Tonnen Elektroschrott an.

Bereits seit Ende 2024 ist USB-C für die meisten in der EU neu verkauften und mit Ladekabel aufzuladenden Kleingeräte Vorschrift. Für Smartphones, Digitalkameras, Kopfhörer, Tablets, tragbare Videospielekonsolen, Tastaturen, E-Reader, Navigationsgeräte, Headsets und tragbare Lautsprecher.

Jetzt der nächste Schritt: Wie bereits bei Smartphones müssen auch Laptops künftig über einen Ladeanschluss über USB-C verfügen. Die entsprechende EU-Vorgabe greift ab dem 28. April. In den 27 Mitgliedstaaten neu verkaufte tragbare Notebooks müssen dann über die Schnittstelle verfügen.

Mit einer Folge, die den Verbraucher teuer zu stehen kommen könnte. Denn den neuen Geräten muss kein Ladegerät mehr beiliegen. Kann, muss aber nicht. Die Idee dahinter ist logisch: Die EU will so verhindern, dass sich zu Hause weiterhin unzählige Ladegeräte und Kabel stapeln, die man eigentlich nicht braucht.

Laptops mit USB-C: Der Haken an der neuen Regelung

Das Problem: Laptops brauchen eine höhere Wattzahl zum Laden als Smartphones. Man braucht also ein anderes Ladegerät. Doch das wird man sich jetzt immer öfter extra kaufen müssen.

Auf der Verpackung eines Laptops müssen zwar Ladeleistung sowie das Vorhandensein (oder Fehlen) eines Netzteils klar gekennzeichnet werden. Experten gehen aber davon aus, dass die Hersteller die Geräte immer öfter ohne Ladegerät anbieten werden. Das senkt die Kosten – für die Hersteller.

Ein Anschluss für alles alles: Sowohl Smartphone als auch Laptop werden nun per USB-C geladen.
Ein Anschluss für alles alles: Sowohl Smartphone als auch Laptop werden nun per USB-C geladen.Yevgenb Rychko/imago

Und der Kunde muss mehr zahlen. Gefährlich ist das Laden mit einem zu schwachen Ladegerät zwar nicht. Aber: Ein Ladegerät mit geringerer Wattzahl lädt den Akku entweder sehr langsam oder gar nicht.

2020 kauften Verbraucher in der EU rund 420 Millionen elektronische Kleingeräte – und hatten im Schnitt drei Ladegeräte zu Hause. Trotzdem berichteten 38 Prozent, dass sie ihre Geräte regelmäßig nicht laden konnten, weil das passende Ladegerät fehlte. Genau dieses Problem soll die neue Regelung jetzt lösen.

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