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Berlin baut riesige Fahrrad-Parkhäuser – was Pendler jetzt wissen müssen

Bagger rollen für Berlins erstes Fahrrad-Parkhaus! Tausende neue Stellplätze, kostenlose Buchung per App – an welchen Bahnhöfen überall gebaut wird.

Author - Stefan Henseke
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So soll der Eingangsbereich für das neue Parkhaus am S-Bahnhof Schöneweide aussehen: Das Gebäude wird mit einem Edelstahlnetz umgeben sein, das für Licht und natürliche Belüftung des Gebäudes sorgt.
So soll der Eingangsbereich für das neue Parkhaus am S-Bahnhof Schöneweide aussehen: Das Gebäude wird mit einem Edelstahlnetz umgeben sein, das für Licht und natürliche Belüftung des Gebäudes sorgt.xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo

Am S-Bahnhof Schöneweide rollen die Bagger: Dort entsteht Berlins erstes öffentliches Fahrrad-Parkhaus. Wer sein Rad sicher abstellen will, bekommt bald deutlich mehr Auswahl – von Einzelboxen bis zum zweistöckigen Parkhaus. Das landeseigene Unternehmen Infravelo plant allein dieses und nächstes Jahr rund 4100 neue Stellplätze an U- und S-Bahnhöfen. Wo überall gebaut werden soll.

900 neue Stellplätze für Fahrräder in diesem Jahr

An Berliner U- und S-Bahnhöfen soll das Angebot an Fahrradstellplätzen deutlich wachsen. Infravelo-Sprecherin Alexandra Hensel sagt: „Es kommt jetzt Bewegung rein“, sagt Infravelo-Sprecherin Alexandra Hensel. „Es ist ein wichtiges Vorhaben. Radwege allein reichen nicht. Es muss auch ausreichend gute Angebote geben für das Abstellen von Fahrrädern.“

Der Bedarf ist riesig: An 275 Berliner Bahnhöfen gibt es derzeit 36.000 Plätze, gebraucht werden laut einer Prognose bis 2030 aber 78.000. Es fehlen also 42.000. In diesem Jahr sollen rund 900 zusätzliche, freie sowie gesicherte Stellplätze entstehen, 2027 dann bis zu 3200 an 39 Stationen.

Das Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Schöneweide wird dabei zum Vorzeigeprojekt: Insgesamt 1100 Stellplätze sind dort geplant, davon bis zu 350 gesichert. Das neue Parkhaus auf dem Vorplatz bietet rund 800 Plätze, eine überdachte Anlage am Ecksteinweg weitere 300. Kosten: 5,4 Millionen Euro.

Die Erdarbeiten in Schöneweide laufen seit dem 25. März, Anfang 2027 soll alles in Betrieb gehen. „Das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins ist ein Meilenstein für die Mobilitätswende und ein großartiges Angebot für Pendlerinnen und Pendler im Südosten“, sagt Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU).

Am S-Bahnhof Schöneweide: Hier entsteht Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus. Vor der Baustelle für die neuen Fahrradstellplätze stehen Fahrräder bisher an Fahrradständern.
Am S-Bahnhof Schöneweide: Hier entsteht Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus. Vor der Baustelle für die neuen Fahrradstellplätze stehen Fahrräder bisher an Fahrradständern.Britta Pedersen/dpa

Auch die Planungen für das nächste Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Mahlsdorf haben begonnen: In der ersten Ausbaustufe entstehen 400 Plätze, darunter 120 gesicherte und 20 für Lastenräder oder Kinderanhänger.

Hier wird gebaut: Treptower Park, Lichtenberg, Warschauer Straße

Später kommen bis zu 300 weitere Plätze und ein Servicebereich dazu. Das Gebäude soll stufenweise an den jeweiligen Bedarf anpassbar sein. Baubeginn ist Anfang 2028, die Eröffnung Ende 2028.

Weitere Standorte stehen ebenfalls fest: Am Treptower Park sollen über 200 Plätze entstehen, in Lichtenberg bis zu 170. An der Warschauer Straße sind 120 gesicherte neue Stellplätze vorgesehen.

Eine Animation zeigt, wie das Fahrradparkhaus in Berlin-Schöneweide aufgebaut ist.
Eine Animation zeigt, wie das Fahrradparkhaus in Berlin-Schöneweide aufgebaut ist.xoio und Leitplan im Auftrag von infraVelo

Gesicherte Fahrradstellplätze können ganz einfach vorab gebucht werden. Die ersten 24 Stunden sind kostenlos, danach wird abgerechnet. Gebucht wird über die App ParkYourBike, die berlinweit funktioniert. Das Angebot gibt es auch in Teilen Brandenburgs – unter anderem in Eichwalde, Hennigsdorf und Potsdam.

Wie ist Ihre Meinung zum Fahrrad in Berlin? Nutzen Sie selbst ein Rad? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com