Butter gehörte lange zu den wirklich teuren Lebensmitteln – über Jahre stieg der Preis in große Höhen. Doch seit einiger Zeit hat sich der Trend umgekehrt: Das Streichfett wird billiger und billiger. Nun ist eine neue Schwelle erreicht: Lidl hat den Preiskrieg um die Butter mit einem Preis von 1,05 Euro pro Stück auf ein neues Level gehoben. Aldi hat inzwischen nachgezogen, bietet die Butter nun ebenfalls zum Billig-Preis an. Wird bald die magische Grenze von 1 Euro für ein Stück Butter geknackt?
Butter-Preis rauscht bei Lidl und Aldi nach unten
Bei Lidl gilt der neue Butter-Preis laut aktuellem Prospekt seit Freitag. 1,05 Euro kostet hier das klassische Stück Deutsche Markenbutter von der Lidl-Eigenmarke Milbona. Das bietet den Kunden eine Ersparnis von 14 Cent im Vergleich zum letzten Preis. „Wir geben die Preissenkung an euch weiter“, verkündet das Unternehmen im Werbeprospekt stolz. „Die europäischen Butterpreise sind gesunken, somit können wir Butter günstiger einkaufen – diesen Vorteil geben wir direkt an euch weiter.“
Außerdem jubelt Lidl, der Discounter senke als Preisführer die Preise für die Butter als erster Anbieter. Die Erklärung liefert Lidl in der Fußnote. „Nach der Preissenkung vom 6.12.2025 haben wir am 24.04.2026 ab 22 Uhr als erster die Preise reduziert.“ Inzwischen hat auch Aldi nachgezogen: Laut Berichten bietet auch der Discounter die Deutsche Markenbutter – hier von der Eigenmarke Milsani – für nur 1,05 Euro an. Auf der Website von Aldi findet man das Stück 250-Gramm-Butter aktuell allerdings für 1,09 Euro.

Fraglich ist, ob auch andere Supermärkte und Discounter nachziehen – und ob damit jetzt endgültig die Preis-Schlacht um die Butter entbrannt ist. Außerdem hoffen viele Kunden darauf, dass der Preis noch weiter sinkt. Immerhin: Vor dem 9. März lagen die Preise für Butter noch tiefer, zeitweise bei 99 Cent pro Stück. Diese Marke ist nun noch nicht erreicht, könnte aber bald ein weiteres Mal greifen.
Lidl senkt auch Preise für andere Butter-Produkte
Lidl hat übrigens auch noch andere Butter-Produkte gesenkt: Die vegane Alternative „No Butter“ der Marke Vemondo kostet ebenfalls nur noch 1,05 Euro, das Streichfett der Marke Sødergården von Milbona ebenfalls. Auch die Süßrahmbutter von Milbona liegt laut Prospekt bei 1,05 Euro – und die Weidebutter der Eigenmarke kostet aktuell 1,59 Euro. Die Preise sind damit jeweils um 14 Cent bei den 1,05-Euro-Produkten und um 10 Cent bei der Weidebutter gefallen.

Aber: Welche Strategie steckt hinter der Butter-Preispolitik bei Lidl? Laut einem Bericht will der Discounter damit sein Image als Preisführer zementieren. Denn: Der europäische Milchmarkt ist aktuell überflutet – es besteht ein Überangebot, das auf stagnierende Nachfrage trifft. Der Preis reguliert sich damit nach unten. Lidl verzichtet laut eigenen Angaben nun bewusst auf einen Teil der Gewinnmarge. Das Ergebnis: Durch die gesunkenen Preise wird der Absatz angekurbelt.
Warum ist die Butter bei Lidl so billig?
Auf dem europäischen Milchmarkt herrscht aktuell ein Überangebot, während die Nachfrage stagniert. Lidl nutzt diesen „Mengenstau“, verzichtet laut eigenen Angaben bewusst auf einen Teil der eigenen Marge und gibt den Preisvorteil weiter, um den Absatz anzukurbeln. Verbraucher profitieren davon, denn der aktuelle Preis ist für das Portemonnaie verträglicher als der, der noch 2024 aufgerufen wurde. Im Oktober 2024 wurde beim Butterpreis der bislang höchste Stand erreicht: 2,39 Euro für das günstigste Päckchen der Eigenmarken.


